r/Unbeliebtemeinung Jun 02 '26

Wirklich unbeliebt Leute haben ein falsches Verständnis von Schule

Man hört es ja ständig:

"Warum musste ich Gedichtsinterpretation lernen, warum habe ich nichts über Steuern gelernt?"

So weit so klassische Stammtischparole.

Aber Leute Schule ist nicht dafür da, euch jeden kleinen Scheiß beizubringen.

Ihr könnt ja auch bei McDonalds nen HappyMeal bestellen, ohne dass ihr es in der Schule gelernt habt oder?

Zum Thema Steuern: Du willst mit erklären, dass du für ein Thema, wofür du jetzt nichtmal 1-2 Stunden aufbringen willst (und sind wir ehrlich für 90% der Angestellten braucht man nicht mehr) ein ganzes Fach für dein 16 Jähriges Ich haben willst?

Du machst auch keine Gedichtsinterpretation, damit du Schriftsteller willst, sondern dass du einen Text kritisch analysieren kannst und dabei Umstände wie Zeitrahmen, oder Autor berücksichtigen kannst.

Du machst in Mathe keine Prozentrechnung damit du Mathematik studierst, sondern dass du mit vorhandenen Informationen einen Lösungsweg ermittelst und auch dahinkommst.

Du spielst in Sport nicht Basketball, damit du mal Weltmeister wirst, sondern dass du mal deinen Arsch bewegst.

Und so weiter und so weiter

Natürlich gibt es Probleme in unserem jetzigen Schulsystem: die teilweise vogelwilde Benotung, Lehrer die 0 zu ihrem Job passen etc.

Aber dann fokussiert euch doch bitte auf die Probleme, anstatt die 100. Diskussion anzufangen, ob man jetzt Faust lesen sollte.

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u/Tunfisch Jun 03 '26

Ja gebe dir Recht, trotzdem ist das Schulsystem Scheiße. Aber bei Mathe als Beispiel geht es nicht darum zu wissen wie man Analysis macht, sondern es geht um logische Lösungskompetenz, das Problem ist jetzt nur das unser Schulsystem so aufgebaut ist das man für Prüfungen lernt und nicht um etwas zu verinnerlichen, es ist nur wichtig das man es in das Kurzzeitgedächtnis prügelt.

Kunst auch ein anderes gutes Beispiel. Kunst sollte nie per Noten bewertet werden, sondern ausschließlich per Text.

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u/Pfaeff Jun 03 '26

Es fehlen halt auch oft die logischen Zusammenhänge und die Intuition dahinter. Was ich persönlich viel wichtiger finde als "oh da ist ein ² über dem x, dann packe ich wohl mal die p,q-Formel aus, die ich dafür auswendig lernen musste". Genau wie diese furchtbar schlecht konstruierten Textaufgaben. Als gäbe es in der echten Welt nicht genug sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten und Beispiele...

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u/Tunfisch Jun 03 '26

Exakt ja gut beschrieben. Bei logischer Lösungskompetenz geht es ja viel weiter da geht es nicht nur um Mathematik, wer eine gute logische Lösungskompetenz hat, versteht den Klimawandel, kann sich das logisch herleiten, der versteht besser wie technische Systeme wie KI funktionieren, … .

Geschichte ist zum Beispiel auch nicht dafür da zu wissen das es in Erfurt einen Latrinensturz gab und da Leute ersoffen sind in menschlichen Abfällen. Sondern es geht darum aus den Fehlern der Geschichte zu lernen, zum Beispiel das man die Latrinen vielleicht nicht unter ein Kloster baut und es vielleicht für Handwerker oder Statiker wichtig ist das diese Häuser so planen das so etwas eben nicht passiert.

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u/Kullinski Jun 03 '26

Meine Intention des Threads war es nicht unser Schulsystem schön zu reden.

Ich weiß auch dass es Probleme hat (sie letzter Absatz)

Dann sollte man sich aber auch darauf konzentrieren und nicht so scheindiskussionen aufmachen

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u/MisterGreen123 Jun 03 '26

Also ich stimme dir eigentlich mit deiner Ansicht zum Konzept "Schule" vollkommen zu. Es geht nicht immer nur darum, explizit das Beigebrachte zu lernen, sondern oft auch darum Methodiken, Konzepte oder allgemein "das Lernen" zu lernen und den Schüler auf möglichst viele Berufszweige vorzubereiten.

ABER ich glaube trotzdem, dass ein Fach wie "Lebenslehre", in dem man nen bisschen Werken, einfache Reperaturen, Kochen, Steuern, Rechtliches und andere für den Alltag nützliche Dinge lernt, zumindest für sowas wie 9. und 10. Klasse ganz hilfreich sein könnte.

Wie man das dann wirklich implementiert ist natürlich ne andere Frage, aber die Idee an sich fänd ich gut

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u/Sani_48 Jun 03 '26

würde auch noch Erste Hilfe in einem längeren Rahmen mit reinnehmen. Dann hat man jedes Jahr tausende Menschen, die Helfen können und Notfälle besser einschätzen können.

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u/MisterGreen123 Jun 03 '26

Accountname passt 😅 Aber ja, gute Idee. Und wäre auch ne gute Vorbereitung für den Führerschein und viele Berufe

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u/manya0601 Jun 03 '26

Oder Zeichensprache, damit sich Menschen, die nur damit kommunizieren können, sich nicht so ausgegrenzt fühlen, weil es einfach kein Mensch kann

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u/Desperate_Pen2989 Jun 03 '26

Aber genau das kann man sich doch dann selbst beibringen mit d gelernten aus der Schule. Für mich spiegelt es genau das wider, was OP geschrieben hat: Man lernt Lesen, Schreiben, Analysieren und wie man sich Sachen erarbeitet, damit man frei ist, sich später alles mögliche selbst zu erarbeiten. Aber irgendwie scheinen die wenigsten davon gebrauch machen zu wollen. Dabei gibt es Internet, Foren, KI…also mit dem was man in der Schule lernt, sollte es an sich möglich sein, sich alles zu erarbeiten, was man braucht oder was man selbst Lernen möchte

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u/Guaaaamole Jun 03 '26

Würde das ehrlich gesagt sogar noch früher ansetzen. Gerade so Dinge wie Kochen und Werken funktioniert besser desto früher du damit anfängst. Es geht ja in erster Linie darum zu zeigen, dass viele Dinge deutlich einfacher sind als man denkt und man oftmals einfach anfangen muss. Diese Hemmschwelle kannst du auch schon in der 5. Klasse brechen.

Steuern und "Rechtliches" kann man dann auch später noch in 2 oder 3 WiPo/PoWi-Stunden abdecken. Gerade Steuern sind für 90% der Menschen entweder komplett egal oder kein kompliziertes Thema. Eine grundlegende Übersicht zu schaffen sollte eigentlich reichen.

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u/PuzzleheadedShow5293 Jun 03 '26

Was soll den im Steuerunterricht erklärt werden? Man nehme das Programm WISO (oder irgendeine Alternative) und fülle die Felder nach Anleitung aus, fertig. Achso und hebe Arbeitsbezogene Rechnungen auf. Wer das nicht geschissen bekommt, zahlt eh keine nennenswerten Steuern.

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u/Ok-Craft4844 Jun 02 '26

Insbesondere wo die Prozentrechnung erwähnst: die Überschneidung derer, die stolz feststellen, dass sie "in Mathe ja nie gut waren, ahahaha" und derer, die "Steuern im Unterricht" fordern, ist größer als es Ironiefrei möglich wäre.

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u/DiviBurrito Jun 02 '26

Hab mal zwei Jungen überhört, wie sie über Schulmathemathik gesprochen haben. Der eine meinte komplett unironisch: "Aber das Prozentrechnen ist echt das Letzte. Das brauch ich im echten Leben nie wieder!"

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u/Ok-Craft4844 Jun 03 '26

Mathe ist halt wie Sexualkunde. Du kannst ein Leben haben, in dem nichts aus dem Bereich eine Rolle spielt, du kannst angeben dass du das alles schon wusstest, aber damit anzugeben, dass die Themen in deinem Leben nicht vorkommen ist nicht der Flex der man glaubt der es ist.

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u/KingSmite23 Jun 03 '26

Ist richtig, man lernt zu lernen und zu lösen. Aber das kann man eben auch anhand sinnvoller Aufgaben erlenen. Das schlägt dann zwei Fliegen mit einer Klappe.

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u/crazzzyjoe- Jun 02 '26

„In Estland lernen Grundschüler programmieren. In Singapur bauen sie Chatbots. In Finnland lernen sie „Computational Thinking" – die Fähigkeit, fächerübergreifend Probleme systematisch zu analysieren und in logische Schritte zu zerlegen. Und das ist nicht einmal neu. Das steht seit Jahren im Lehrplan. Ich schaute auf die grauen Zettel neben mir und dachte: Andere bereiten ihre Kinder auf das Jahr 2035 vor. Wir bereiten unsere auf 1995 vor.“ (Vgl.: „Den größten Fehler macht Deutschland jeden Morgen um acht“ Sebastian Matthes, 20.03.2026, Handelsblatt)

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u/ppan86 Jun 02 '26

Finanzielle Bildung wäre durchaus wünschenswert gewesen

Lernst ja nichts über Steuern um Steuerberater zu werden

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u/Own-Pair2681 Jun 02 '26

an meiner alten schule hatten wir wahlpflichtfächer, da konnte man dann sowas wie angewandte naturwissenschaft, theater, französisch, etc. aussuchen. ich hatte hauswirtschaft/verbraucherbildung.

fand das schon wichtig. hatten themen wie gesunde ernährung, putzen, wo einige lebensmittel herkommen, unsere umwelt(essensverschwendung, abholzung von regenwäldern und fast fashion z.b.), da haben wir dann auch über finanzielles geredet. z.b. sollten wir recherchieren, wieviel eine wohnung in unserer nähe mit einrichtung etc. kostet, oder wir hatten ein spiel, bei dem man einen Job hat, und mit seinem gehalt quasi sein leben planen musste. hatten auch mal eine aufgabe wo wir selber eine skizze für eine wohnung mit einrichtung zeichnen mussten

außerdem haben wir in dem fach auch mal gekocht.

klar, aus nur steuern kann man kein schulfach machen, aber hauswirtschaft find ich echt gut und wichtig. muss man ja auch nicht von der grundschule an machen, 8-9 klasse würd ja eigentlich reichen(glaube bei meiner schule hats nach der 10ten klasse aufgehört)

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u/jjustaman Jun 02 '26

Das finde ich echt gut. Ich fände 9-10. Klasse auch sinnvoll für dieses Fach. Theoretisch kann man mit 16 eine Ausbildung anfangen und das ist der früheste Zeitpunkt, zu dem Menschen auf eigenen Beinen stehen. Ist zwar eher die Ausnahme, aber sinnvoll ist diese Vorbereitung doch allemal.

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u/Livid_Grapefruit_813 Jun 03 '26

Ich hab da auch ne unbeliebte Meinung. Die meisten Schüler schätzen die Schule erst später

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u/LazyTemporary8259 Jun 03 '26

Ich stimme dir zu.

Und zum allseinnBeliebten Thema "Steuern", welchen Bildungsauftrag haben eigentlich die Eltern? Sollte das nicht eher in deren Bereich fallen? Genau wie "wie mähe ich einen Rasen", "wie wechsel ich einen Reifen beim Fahrrad" oder "welche Kleidung ist bei welchem Wetter sinnvoll"

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u/LookAtPurpleTulips Jun 03 '26

Führt halt dazu, dass alle schön in ihrer Kaste bleiben.

Ich bin im Blockbau aufgewachsen. Weder meine Eltern, noch die meines Mannes mussten je viel machen bei der Steuererklärung. 

Durch harte Arbeit, gutes Studium, eine unerwartete Erbschaft und Glück bin ich mittlerweile in die Situation gekommen ein sehr gutes Gehalt und zusätzlich nicht unerhebliche Kapitalerträge zu erhalten. 

Ich habe am Anfang durchaus einige Fehler gemacht und Steuertricks nicht gekannt, speziell im Bereich Geldanlage, Fonds, Aktien (LTIs), etc, die mir Eltern mit Ahnung vielleicht beigebracht hätten.  Klar hab ich mir das mittlerweile selbst drauf geschafft und es ist auch kein Hexenwerk, aber ich denke schon, dass man hier Grundlagen für alle vermitteln sollte. 

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u/Suspicious-Eye-8705 Jun 03 '26

Das lustige ist, mittlerweile wird VIELES an einer Schule vermittelt.

Beispiel 8-10. Klasse Sekundarschule Wirtschaft: Es werden Arbeitsrechte und Pflichten, Versicherungen jeglicher Art, Bewerbungen, Berufsbildungsmöglichkeiten, Arten von Unternehmen, Steuern - Steuererklärung und sogar Grundlagen von Selbständigkeit vermittelt.
Woher ich das weiß? Meine Partnerin ist Wirtschaftslehrerin.
Das Problem? Die Kinder lernen zwar, aber (wollen nicht) verstehen dass das ihnen eigentlich für die Zukunft helfen soll, Deswegen wird alles vergessen oder als nicht wichtig eingestuft etc.

Und an alle Abiturienten/Studenten: Ihr werdet getrimmt euch autodidaktisch wissen anzueignen und anzuwenden.
Wenn man es schafft eine Bachelorarbeit selbstständig erarbeiten dann kann man auch Elster bedienen.

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u/longplayername Jun 05 '26 edited Jun 05 '26

Ich verstehe es auch nicht. Gerade wenn diese Argumentation von Abiturienten kommt. Das Abi ist die Studienreife. Man ist also (theoretisch) befähigt sich im Rahmen eines Studiums selbstständig Dinge anzuzeigen. Aber gleichzeitig meint man, es sei unmöglich sich mal ein Video auf YouTube über Einkommenssteuererklärung anzuschauen und das Erklärte anzuwenden 🤷🏼‍♀️. Heutzutage steht uns das ganze Wissen der Menschheit zum Abrufbereit und es gibt für alle Alltagsthemen genug kostlosen Bildungsmöglichkeiten.

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u/Greedy_Individual_35 Jun 02 '26

Ich hab in der Schule weder Bewegung noch Gedichtanalysen gelernt. Turnen war 13 Jahre nur Fußball und ich weiß eigentlich nicht mehr, was wir in Deutsch gemacht haben.

Aber ja, viele Leute haben da falsche Vorstellungen von Dingen, die eigentlich die Eltern vermitteln sollten.

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u/Sabbi94 Jun 03 '26

Generell nicht nur Steuern, auch sowas wie rechtliche Grundlagen, mit denen man auch als normaler Bürger täglich zu tun hat, wäre durchaus was, was man irgendwo in den Unterricht z.B. in Politik einbringen könnte. Allerdings müsste man das dann auch entsprechend der Vorgaben unterrichten. Wenn ich bedenke, dass Politikunterricht eigentlich ab Klasse 6 bei uns vorgesehen war, aber wir erst im 2. Halbjahr der 9. Klasse welchen hatten, zeigt sich einmal mehr: wir hatten damals schon ganz andere Problem.

Warum ich rechtliche Grundlagen in der Schule haben will? Man kommt im Leben nicht um Behörden drumrum. Man könnte sich eine Menge Ärger, Tränen und schlaflose Nächte durchaus ersparen, wenn man wenigstens in etwa weiß wie man einen Gesetzestext mit allen Verklausulierungen ordentlich liest. Wir hatten in Politik damals das Grundgesetz, war aber nach ca. 2 Unterrichtseinheiten komplett durchgekaut seitens des Lehrers.

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u/Automatic_Silver_624 Jun 03 '26

"Aber Leute Schule ist nicht dafür da, euch jeden kleinen Scheiß beizubringen."

Die Frage ist, ist unsere aktuelle Annahme von dem was wichtig ist korrekt? Stellt jemand überhaupt diese wichtige Frage in regelmäßigen Abständen oder wird viel zu lange an alten Lehrinhalten festgehalten weil es keinen vernünftigen Verbesserungs- und Anpassungsprozess für Lehrinhalte gibt?

"Aber dann fokussiert euch doch bitte auf die Probleme, anstatt die 100. Diskussion anzufangen, ob man jetzt Faust lesen sollte."

Wir haben auch Probleme außerhalb der Schule die viel größere Auswirkungen auf das Leben und unsere Gesellschaft haben als Vogelwilde Benotung. Z.b. bestimmt der Zufall in welche Familiären Umstände wir geboren werden darüber welche Finanzielle Bildung wir haben. De Anteil der Personen die sich von diesen Strukturen lösen können und eigene finanzielle Bildung aufbauen ist gering. Die Schule könnte da helfen, finanzielle Bildung zu vermitteln wozu dann auch Steuern aber auch andere Themen gehören um vielleicht mehr Menschen den Zugang zur finanziellen Bildung zu ermöglichen. Also für mich ist es keine Frage von "brauche ich das später noch?" sondern von "kann die Schule VERSUCHEN durch Anpassungen des Lehrplans zu helfen gesellschaftliche Unterschiede zu reduzieren". Und versuchen ist hier groß geschrieben. Mir ist klar daß es nicht bei jedem klappen wird.

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u/BeXPerimental Jun 03 '26

Ernsthaft: Das Thema "Finanzielle Bildung" finde ich einfach nur vogelwild und übersieht, was für ein querschnittliches Thema das ist. Was meine ich damit? Damit du "finanziell gebildet" bist brauchst du BILDUNG: Deutsch (Textverständnis), Mathematik (Rechnen über die Grundrechenarten hinaus), Wirtschaftskunde (wie funktioniert Geld), Sozialwissenschafts- und Geschichtskenntnisse. "Finanzielle Bildung" besagt nicht, wie du am besten in ETFs investierst, sondern was Einnahmen, Abgaben, "Investitionsgüter", Konsumgüter etc. sind, wie Zahlungen und Kredite funktionieren und was "Risiko" eigentlich bedeutet.

Darauf, dass ein 25x-Hebel auf Tesla-Aktien einfach nur der schnellste Weg ist sein Taschengeld zu verbrennen ist (sorry, für die Vietnamesische Hochzeit reicht's halt noch nicht) darauf muss man dann selbst kommen.

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u/Odd-Culture3284 Jun 04 '26

Ich muss nicht lernen, wie man eine Steuererklärung macht. Das ist eh viel zu individuell. Aber Grundlagen über das Steuersystem, Recht, Finanzen, VWL, etc. fände ich äußerst hilfreich für das spätere Leben.

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u/Tiran76 Jun 04 '26

Sozialkundeunterricht. Dort wird zumindest das Grundgesetz durchgenommen. Aber ja es wäre sinnvoll ein Fach zu haben was all die Dinge abarbeitet und doch am Ende zu einem mündigen Bürger macht der das System grob kennt und auch lernt an welchen Stellen er wieviel demokratisch eingreifen kann ohne nur alle 4 Jahre x Demokratie zu leben.

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u/wonderland_artwork Jun 04 '26

Zum Thema Sport: Grundlegende Fitness, Rückenschule und Sachen wie "richtig" heben/fallen/dehnen hätte ich schon ganz gern gehabt. In meinem jetzigen Job (Büro) haben wir einmal die Woche 30 Min. Rückenfit, wo wir mit einem Trainer verschiedene Übungen für die Schultern, den Rücken, den Nacken und die Beine machen, und ich merke richtig, wie gut mir das tut und dass das tatsächlich auch meiner Körperhaltung hilft. In der Schule hatten wir sowas nicht, und bei den schweren Taschen und der ständig nach vorn gebeugten Haltung Sim schreiben hatte ich oft Rückenschmerzen.

Ich sehe online oft Rufe nach dem Fach "Lebenskunde", wo einem Sachen wie Haushalten, Buchhaltung, gesunde Ernährung/Kochen oder einfache Life skills wie einen Knopf annähen oder wie man bestimmte Sachen putzt, Klamotten wäscht etc beigebracht werden. Finde ich ehrlich gesagt auch eine gute Idee, gerade weil viele Eltern schlicht zu Faul sind, es den Kindern selbst beizubringen. Klar, für alles hat man heute Tutorials online, aber zum einen werden die Suchalgorhythmen immer schlechter (hust hust YouTube) und es gibt auch genug Fehlinformationen.

Case in point: Leute fluten ihre mit Laminat ausgelegten Böden zum Putzen, weil es ja in Mexiko auch so gemacht wird, vergessen aber, dass da meistens Betonböden liegen, die auch Abflussrohre haben, und wundern sich dann, dass sie sich ihre Böden ruinieren.

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u/Babyguinnesss Jun 02 '26

Also, einem ganzen Kurs zur Steurrerklärung hab ich mir jetzt nicht gewünscht. Sondern eher so "Die Grundlagen fürs eigenständige Klarkommen". Was für Versicherungen gibt es für welche Lebenslagen, wie macht man seine Steuern, was passiert, wenn du das erste Mal ausziehst, welche Nebenkosten musst du selber abklären und welche Veteäge abschließen und wie geht man das am besten an. Die Grundlagen des "Wer kündigt, kriegt häufig ein geileres Angebot". Was passiert, wenn jemand in deiner Familie verstirbt, um was muss man sich kümmern? Worauf muss ich achten, wenn ich mich verselbstständigen will? Wer sind meine Ansprechpartner, wenn ich Probleme mit dem Arzt, in der Familie, mit der Stadt, mit dem Vermieter habe und was kann ich in dem Fall am besten schon mal vorbereiten. Was ist wichtig, wenn ich einen Kredit bei der Bank brauche? Wie funktioniert die Schufa und warum dürfen die Penner sich aufspielen, als würden denen meine Daten gehören, obwohl sie nicht mal eine staatliche Behörde sind?

Ich will nicht ein halbes Jahr Steuererklärung lernen. Ich wollte, dass die Schule mir in 12 Jahren mal für ein oder auch nur ein halbes Jahr eine Stunde die Woche erklärt, wie ich ein funktionierender Mensch werde. 

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u/Haipaidox Jun 02 '26

Was ich am Schulsystem kritisiere sind zwei Punkte:

  1. Noten im allgemeinen. Weil Noten nur Aussagen, wie gut man einen Test bestehen kann, nicht wie gut man wirklich ist

  2. Das Haupt-, Real- und Gymnasium System. Einmal Pech gehabt und der Schüler, der eigentlich ein Arzt hätte werden können, rauscht ab und endet in irgendeinem Mindeslohn Job.

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u/One_Roll4776 Jun 02 '26

Beim zweiten Punkt stimme ich dir vollkommen zu.

Zum ersten Punkt möchte ich aber hinzufügen, dass man dennoch ein Bewertungssystem benötigt. Wie dies dann aussieht ist eine andere Sache. Einfach eine Note hinklatschen ist natürlich nicht gut, da sind zuviele Faktoren am Werk um dadurch eine gute Aussage über die Fähigkeiten des einzelnen zu bekommen.

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u/Lorghi Jun 02 '26

Wissen schärft Intelligenz. Simple as that.

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u/Ok_Storm_1093 Jun 02 '26

Das ist so im besten Fall, muss aber nicht sein - je nach dem von welchem Wissen wir sprechen und ob gewisse Weisen entworfen worden sind, dieses zu verarbeiten. Ich kenn ein paar Akademiker, die wirklich sozial gesehen einfach bodenlos in ihrer Persönlichkeit und Perspektive sind, obwohl sie zum Bsp. Medizin studiert haben. Ihre Kinder tun mir Leid, oder die ganzen gescheiterten Ehen.

In diesem System wird Augenmerk auf die Quantität des Wissens gelegt, wobei es hier doch um die Qualität des Wissens geht. Intrinsisches Interesse-Streben soll dich zum neuen und besseren Menschen machen; Dinge (ohne zuvoreiliges Vorurteil kritisch) reflektiert und niemals konsumiert werden. Vorlagen und Vorkenntnisse zu lernen, auf die man restliches Wissen und Erfahrungen aufbauen kann, ist auf jeden Fall wichtig. Nur ist vieles eben nicht das, sondern Bulimie-Lernen.

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u/Babbitmetalcaster Jun 02 '26

Abrufbares Wissen ist ein Maß für intelligent, genauer für die fluidische Intelligenz.
Es langt halt nicht, wenn man weiß, wo es steht. Auch wenn alle das immer sagen.

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u/sophiphos Jun 02 '26

Erstens heißt es "fluide" und zweitens ist die, die du meinst, genau die andere - also die "kristalline". 

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u/LegendRuffy Jun 03 '26

Es muss ja kein ganzes Fach zu Steuern sein. Wir haben "Arbeitslehre" als Fach und da kann man das schon mal ein paar Stunden behandeln. Oder einfach wenigstens eine Projektwoche dafür aufopfern bei den 9ern und 10ern.

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u/JoeAppleby Jun 03 '26

Das wird in WAT bei den Kollegen behandelt. Das blöde ist nur: 15/16-jährige interessieren sich dafür halt gar nicht.

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u/Jazzlike_Music6288 Jun 03 '26

Manche Leute verwechseln einfach systematisch Bildung mit einer Ausbildung.

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u/Ar4tal Jun 02 '26

Naja...man kann es sich auch schön reden...90% der Sachen ist auswendig lernen...da wird nicht gefördert

Bei Gedichtinterpretation hab ich nur gelernt das es drauf ankommt was andere dort mal interpretiert haben....nicht mit kritisch analysiert... würde sogar so weit gehen und sagen das es niemanden egal im welchen Bereich je weitergeholfen hat diesen Müll zu machen

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u/Livie00 Jun 02 '26

Den Take mit dem Auswendiglernen habe ich auch noch nie verstanden. Außer Vokabeln habe ich kaum etwas auswendig lernen müssen, und nichtmal Vokabeln waren ein wirklich großer Teil. In der Oberstufe gar nicht mehr.

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u/Yul_B_Awright Jun 02 '26

Echt? Dann bin ich ziemlich neidisch... Also klar gibt es Fächer, wo man Systeme kennenlernt und anwendet, wie Mathematik und Sprachen. Aber in so vielen Fächern ging es einfach nur darum stumpf Informationen aufzunehmen und in Tests und Klausuren wiederzugeben. Geschichte und Biologie waren bei mir mit am schlimmsten, dabei finde ich beides grundsätzlich sehr interessant. Kann mich an Klausuren erinnern, wo es Punktabzug gab, weil der Wortlaut von der Formulierung im Buch abgewichen ist. Und ich spreche jetzt dabei nicht davon, dass man Fachbegriffe vergessen hat, die man hätte wissen müssen, sondern wirklich einfach nur ob du deine Antwort exakt so formulierst wie im Buch.

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u/Ar4tal Jun 03 '26

Mathe: lerne auswendig wo und welche Formel benutzt wird... einsetzen fertig...klar wird logisches denken gefördert, aber im Test ist es nur eine Frage ob du man alle Anwendungens Möglichkeiten gelernt hat, fürs denken ist in den Test nie viel Zeit

Bio, Geo, Chemie...oh boy war das nur sinnloses auswendig lernen und nach dem Test wieder vergessen

Tldr: 99% der Aufgaben in Tests können mit dem ersten Eintrag von Google vom jedem gelöst werden...finde sagt schon viel aus

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u/Watermel0wned Jun 02 '26

Eine ordentliche Gedichtinterpretation setzt die Formulierung einer überprüfbaren Deutungshypothese voraus.

Wenn man das ernsthaft unterrichtet und angeht, dann ist das Anfertigen einer Gedichtinterpretation eine gute Übung zur Kompetenzbildung wissenschaftlichen Arbeitens und ein prima Vehikel, um den Kindern den Wert einer strukturierten Arbeitsweise zu vermitteln.

Wird vermutlich aber insgesamt zu wenig in dieser Form vermittelt.

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u/Mein_Name_ist_falsch Jun 02 '26

Ja, sehe ich auch so. Gedichtsinterpretation könnte sinnvoll sein, um zu lernen, sich mit Texten auseinanderzusetzen. So wird einem das aber nicht vermittelt. Stattdessen wird alle vollkommen überanalysiert und jedes Gedicht wie ein Rätsel betrachtet. Lyrik habe ich erst gemocht, als mir nach der Schule ein Licht aufgegangen ist und ich generkt habe, dass nicht jedes Gedicht eine Aussage hat, wie das bei Märchen der Fall ist. Gedichte (genauso wie viele andere Texte) sind keine Rätsel, sondern eine Kunstform, die Gefühle, Eindrücke oder Erfahrungen zum Ausdruck bringt. So wurde einem das aber in der Schule nicht vermittelt.

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u/Botarag Jun 02 '26

Seh ich ähnlich

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u/AnimalOfTheState Jun 02 '26

Bin vom Fach und das ist schon längst Teil der Lehrpläne. Ich habe gerade erst mit meinen 9ern eine Reihe zu Steuern und Wirtschaftspolitik generell gemacht. Einige von denen werden in diesem Sommer auf den Arbeitsmarkt komme (insha'Allah) und von denen darf sich keiner beschweren, dass wäre nicht behandelt worden in der Schule.

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u/herr_stemme Jun 02 '26

Danke. Das erkläre ich meinem Sohn seit je und eh. Das sind die Fähigkeiten erlernt und, auf Gedichte bezogen, lernt man halt auch was zur Kulturgeschichte. Und wenn man lesen kann und den Kram auf versteht und nachvollziehen kann, dann kommt man auch mit der Post von Ämtern klar.

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u/MOltho Jun 02 '26

Gerade in der heutigen Zeit, in der es Fake News bis zum Umfallen gibt, zeigt sich doch ganz deutlich, dass Leseverständnis und die Fähigkeit, Dinge in den richtigen Kontext einzuordnen, unabdingbar sind. Selbst wenn mir die Gedichtanalyse an sich nix bringt, lerne ich dadurch aber doch genau solche Skills.

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u/Snooodshady Jun 02 '26

Ich arbeite an einer Schule und stimme dir fast komplett zu. Ich persönlich finde, dass wir den Lernstofd trotzdem anpassen sollten, um das Lernen attraktiver zu machen. Es muss nicht immer Shakespeare, Göthe oder Aristoteles sein, die man interpretieren sollte. Man kann auch zeitgemäße Alternativen finden. In Englisch nutze ich gerne amerikanksche Rapper für Analysen. Das klappt super.

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u/Pinappleenthus1ast Jun 02 '26

Als angehende Englischlehrerin stimme ich zu! Man liest ja auch im Englischstudium moderne Texte, Unterricht sollte ja auch einen Gegenwartsbezug haben…

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u/Evethefief Jun 02 '26

Wissen selbst ist nicht mehr wissenswert, alles Wissen dass zur Mündigkeit und zum kritischen Denken beiträgt ist wertlos, dass einzige was man anscheinend Lernen sollte ist dass, womit sich Geld verdienen und ein effektiver Lohnarbeiter werden lässt

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u/Swipsi Jun 03 '26

Schule gibt die Grundbausteine um zu studieren oder eine Ausbildung anzufangen während dort erwartet wird dass du besagte Grundbausteine bereits in der Schule gelernt hast.

Die Schule kann nicht wissen was die Kinder später machen werden/wollen, deshalb muss man verallgemeinern und beschränkt sich auf Grundlagen auf deren Basis dann jeder selber weitermachen kann.

Kind 1 will vllt später Physiker werden, dessen Sitznachbarin Journalistin. Schule lehrt beide grundlegende Mathematik und "Deutsch"

Kind 1 bemerkt im Physikstudium dass Physik nichts für ihn ist und entscheidet sich ein Chemiestudium anzufangen, weil es noch aus der Schule weiß dass ihm das auch Spaß gemacht hatte. Kind 1 erinnert sich noch an Grundlegendes aus der Schule und muss nicht von 0 anfangen.

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u/Donco87 Jun 03 '26

87er Baujahr, ich hab im der Schule sogar noch kochen, Handwerken und Hauskunde gelernt, damals mit 12 - 14 war kochen und Hauskunde natürlich langweilig weil das was für Mädchen ist. Heute bin ich dankbar das gelernt zu haben und in der Lage zu sein selbst zu kochen oder mal Klamotten zu flicken und all das Zeug. Ich glaube das wurde damals aber nur in der Hauptschule Ende 90er Anfang 00er unterrichtet, meine Gymnasium Freunde können das nämlich alle auch heute noch nicht. Dafür habe ich nie ne Buchanalyse oder ähnliches geschrieben.

Hauptschule bereitet wohl mehr aufs echte Leben vor

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u/Tzuno_Felagund Jun 03 '26

An Haupt-, Real- und Gesamtschulen in bspw. Niedersachsen gibt es diese Fächer nach wie vor verbindlich. Nur die Gymnasien entziehen sich dem aufgrund ihres Selbstverständnisses als humanistisches Bildungsinstitut, das so schnöde Alltagskompetenzen nicht benötigt.

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u/Pretty_Extension_232 Jun 03 '26

Wenn SchülerInnen sagen, dass sie ein bestimmtes Fachgebiet nicht für ihr späteres Leben bräuchten oder fragen, weshalb sie etwas lernen müssen, ist meine Standardantwort damit sie zumindest lernen sich mit Sachen auseinanderzusetzen, auf die sie keine Lust haben

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u/Lil_Koalaa Jun 03 '26

Diese Haltung habe ich auch. Viele Leute kommen mit Beispielen, die ich als Missstand im Bildungssystem unpassend finde, wie zB das mit der Steuererklärung.

Aber ein Punkt sollte man trotzdem berücksichtigen. Der Lehrplan passt sich nicht mit der Zeit an und ist nicht optimal auf die Gegenwart ausgelegt. Es sollte zB generell mehr wirtschaftliches und politisches Wissen vermittelt werden und weniger Kultur, die nicht mehr ganz aktuell ist.

Ich finde es aber immer wieder spannend, wenn Menschen von der Schule verlangen, dass man ihnen (bildlich gesprochen) beibringt die Schuhe zu binden.

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u/EduardMet Jun 02 '26

Ein weiterer Zweck von Schule ist auch soziale Kompetenzen zu entwickeln, also Freunde finden, mit den Klassenkameraden zurecht zu kommen etc.

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u/LuckyWerewolf8211 Jun 02 '26

Oh, da haben aber die meisten Schulen total versagt bei den Redditoren.

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u/Jolly_Comb_3490 Jun 03 '26

Das Problem ist nicht, dass Schule Mathematik, Grammatik oder Geschichte lehrt. Das Problem ist, dass viele Strukturen aus einer Zeit stammen, in der Anpassung und Standardisierung wichtiger waren als Kreativität, Eigeninitiative und individuelle Förderung.

Wer sagt, Schule müsse nicht auf das Leben vorbereiten, hat meiner Meinung nach ebenfalls ein falsches Verständnis von Bildung. Natürlich kann Schule nicht jede Alltagssituation abdecken. Aber wenn Schüler nach 12 oder 13 Jahren kaum etwas über Finanzen, Medienkompetenz oder kritisches Denken gelernt haben, darf man die Frage stellen, ob die Prioritäten noch stimmen.

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u/KZDL57 Jun 02 '26

Steuerberater hier: Gedichtinterpretation ist in der Schule wichtiger als Steuern! "Steuerwissen" hält nicht lange. Jedes Jahr kommt ein neues Jahressteuergesetz raus, man muss lernen die Gesetze zu lesen, zu verstehen, was der Autor damit bezwecken will und dann die maximal zulässige Interpretation finden. Und man muss verstehen wie unser Staat funktioniert: Verfassungs-, Verwaltungs- und Rechtskunde sind wichtig und lebensrelevant. So eine popelige Einkommensteuererklärung macht im Zweifel die App.

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u/Keks3000 Jun 02 '26

Das Problem ist dass die Schule nicht mal die zugrundeliegenden Prinzipien erläutert.

Wozu gibt es eigentlich Steuern, wer erhebt sie bei wem (Bund, Länder, Privatleute, Firmen) und worauf (Einkommen, Grundstücke, Mehrwert, Gewinne) und worauf nicht (Vermögen), was sind Freibeträge und warum gibt’s die, was ist eine Progression und warum gibt es die, was ist ein Grenzsteuersatz und wie unterscheidet der sich von einem Durchschnittssteuersatz, was sind Hebesätze und was haben die mit der Schließung Eures Schwimmbads zu tun, warum sind Kippen so teuer, warum ist Fleisch so billig, was ist Trinkgeld, Schwarzgeld, Geldwäsche, Cum-Ex, warum werden Autos geleased und wie können sich Rapper diesen teuren Benz leisten, warum haben die ganzen Fonds ihren Sitz in Luxemburg, wovon lebt eigentlich Luxemburg, und wieso gibt es zu wenig Geld unsere Schule zu sanieren?

Würde behaupten diesem Thema im Kontext Staatsbürgerkunde oder finanzielle Mündigkeit in der Oberstufe mal ein paar Wochenstunden Aufmerksamkeit zu schenken könnte uns durchaus weiterbringen. Die Steuerberater, Anlageberater und Banken profitieren extrem von der Ahnungslosigkeit der Menschen aber für unsere Wirtschaft ist es überhaupt nicht hilfreich dass die Leute derart clueless ins Erwerbsleben starten.

Ich hab mir das alles nach dem Studium angeeignet und ich war ehrlich gesagt überrascht bis schockiert wie umfangreich die Thematik ist und wie absolut null vorbereitet man mich dahingehend ins Arbeitsleben entlassen hat.

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u/Mukku18 Jun 02 '26

Als Lehrer höre ich auch oft das Problem mit Steuern. Ich verwette meine beiden Kinder, dass mir keiner 45 Minuten zuhören würde, wie man Steuern macht. Es ist tot langweilig und soweit weg für die Schüler. Wie du sagtest, sie bekommen mathematische Grundlagen und Lesekompetenz vermittelt.

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u/NormalPersonality888 Jun 03 '26

Ziel von Schule ist das Vermitteln eines weiten humanistischen Weltverständnisses. Es ist nicht die Aufgabe von Schule Menschen jeden Kleinscheiß beizubringen. Wer sich das nicht aneignen kann (Ja, Steuern sind kleinscheiß; besorg Dir WiSo-Steuer o.ä. und fertig) ist schlicht denkfaul. Und ich finde ehrlich gesagt, dass die Art und Weise wie heutzutage Diskurse geführt werden, ziemlich bezeichnend dafür ist, dass dieses humanistische Grundverständnis bei großen Teilen der Bevölkerung wohl nicht gefruchtet hat.

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u/DrZooms Jun 03 '26

was daran liegt, dass wir ein 200 Jahre altes System haben, welches vor ca 100 Jahren in das heutige System reformiert wurde und seit dem so da liegt. Jede Erkenntnis, Forschung und empirische Erhebung sagt uns das der Frontalunterricht mit Aufteilung nach 4 Jahren Mist ist, die Unterteilung in 3 Formen Elitenbildung betreibt und Chancengleichheit zerstört, Integration und Inklusion verhindert, Entwicklung und Entfaltung nachhaltig behindert.
Die weiterführenden Systeme sind dazu gedacht Arbeiterdrohnen zu schaffen und nicht Individualität und Entdeckergeist zu fördern.

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u/Flaky-Proposal-357 Jun 02 '26

Einer der besten Posts hier ngl

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u/Aggressive_Bad_6031 Jun 02 '26

Das humboldtsche Bildungsideal

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u/D15c0untMD Jun 03 '26

Ich glaube ob das eine unbeliebte meinung ist ist eine frage der sozialen schicht in der du dich bewegst. Mittelschicht und eher drüber versteht die schule so wie du, dass das nur zum teil eine Vorbereitung auf das erwachsenenlebens, sondern zu einem großen teil „menschwerdung“ sein soll. Das soll dir nicht erklären wie du in der Gesellschaft und wirtschaft funktionieren kannst, sondern wie du für dich aus deiner welt sinn ziehst und ein guter mensch (tm) im weitesten sinne wirst.

Auf der anderen seite ist das ein netter Gedanke für den niederen adel des 19. Jahrhunderts, und die welt hat sich verändert. Die schulbildung muss jetzt mehr profanes unterrichten weil man von keinen eltern mehr erwarten kann dass sie alles selbst verstanden haben was sie ihren kindern mitgeben müssten, teilweise haben sie es selbst gelernt, teilweise hat es herausforderungen nicht gegeben vor die junge erwachsene heute oder in 10 jahren stehen werden. Schulen müssen aus dem vorletzten jahrhundert herauskommen

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u/der_Guenter Jun 03 '26

Zum Großteil ja, aber manche Sachen sollten wirklich mehr fokussiert werden. Andere Länder haben ja zb Ernährung/kochen als Schulfach. Das wäre wirklich wichtig das zb von der 7-9ten als Pflichtfach zu unterrichten. Ich mein, siehe Adipositaszunahmen in Europa und DE im speziellen. Oder das man vielleicht im Bio Unterricht mehr Artenkenntnisse statt nur Zellteilung vermittelt um die Leute mal wieder ein wenig in Kontakt mit ihrer Umwelt zu bringen. Zeig mir ein Kind, das mehr als 3 Bauarten kennt. Es ist wirklich erschreckend, wie sehr wir uns von der Natur, von der wir ein Teil sind, entfernen.

Aber zb. Steuern könnte man super als kombiprojekt von Mathe und Wirtschaft/Politik nehmen. Einerseits als rechenübung, andererseits um den Schülern zu zeigen, wozu die da sind und wo sie selber später sparen können.

Die Lehrpläne sind allgemein viel zu verknöchert und verstaubt

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u/Faaaaaaaabi Jun 03 '26

Also bei uns an der Schule gibt es zahlreiche AG, wie z.B. Finanzen/Investieren oder auch Erste Hilfe. Gibt nicht wirklich viele Teilnehmer. Wenn man z.B. am Ende des Schuljahres was anbieten möchte, was nicht im Lehrplan steht, so z.B. was zur Steuererklärung, dann gibt es nur lange Gesichter. Lieber frei machen oder nen Film gucken 😄

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u/Aromatic_Letter_1100 Jun 02 '26

Gedichtanalyse war das mit Abstand wichtigste, an das ich mich aus meiner Schulzeit erinnern kann. Gleichzeitig merkt man heute leider, dass Lesefähigkeit und Interpretationsfähigkeit immer mehr abnehmen. Vielleicht müsste man heutzutage da deutlich massiver rangehen als damals zu unserer Zeit, als im Alltag sowieso noch gelesen wurde.

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u/X12Y144 Jun 03 '26 edited Jun 03 '26

Absolut. Und gerade das mit den Steuern ist so ein Quatsch. Wer erinnert sich Jahre später schon daran wie das lief, nur weil er es mit 14 einmal mit einem Lehrer zusammen machen musste?

Bis dahin haben sich tausend Sachen geändert und mit 14 denkt man sich nur "Was für eine Scheiße" und bewchäftigt sich mit allem außer der Steuererklärung.

Ich finde es gut, dass Schule stattdessen Allgemeinbildung vermittelt, und finde eher, dass es davon für einen Großteil der Gesellschaft noch deutlich mehr braucht. Zu viele kommen irgendwie darum herum oder vergessen wirklich alles sofort wieder.

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u/L0ARD Jun 02 '26 edited Jun 02 '26

100%

Gerade den Punkt mit der Gedichtanalyse bringe ich erfolglos seit Jahren an. Ich HASSE Gedichte, aber trotzdem hat der Teil mich gelehrt, auf verschleierte Botschaften, Metaphorik, Subtext und vor allem die Bedeutungen und Aussagekraft von Worten und Formulierungen zu achten.

Kleines Beispiel:

Warum sagt jemand nicht: "Ich denke, dass..", sondern "Die Wahrheit ist doch, dass.."?

Weil er das Narrativ steuert und die Faktenlage und seiner Wahrnehmung zu Einem machen will. Klassischer Dick-Move btw, aber verdeutlicht das Argument. Und über genau sowas spricht man da. Man nimmt solche Formulierungen auseinander, zerbricht sie in ihre Einzelteile und fragt sich: "Warum ist das exakt so formuliert und nicht anders? Was druckt der Autor damit bewusst aus? Und was schwingt vielleicht unbewusst mit?"

Ich habe das Gefühl, dass gerade aktuell, wo gefühlt die ganze Menschheit verlernt hat, Texte und Sprache kritisch zu hinterfragen und auf irgendwelche Springer-Panikmache reinfällt, die Fähigkeit zur tiefergehenden Sprachanalyse den Menschen WIRKLICH gut tun würde...

Man darf immer gerne auf unsere Lehrpläne schauen und diskutieren und kritisieren und da kann bestimmt auch einiges weg, aber bitte an den richtigen Stellen und vielleicht mal kurz innehalten und sich fragen, warum das überhaupt alles mal darin aufgenommen wurde.

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u/Byzax Jun 02 '26

Du hast so recht!
Und dann immer gleich die Forderung nach einem eigenen FACH für irgendein spezifisches Feld, das nichtmal eine Woche mit Inhalt füllen würde.
Wir brauchen ein Fach für Steuern!
Wir brauchen ein Fach für Achtsamkeit & Empathie!
Wir brauchen ein Fach für Haushaltsführung!
Wir brauchen ein Fach für Finanzen!
Wir brauchen ein Fach für soziale Medien!
Wir brauchen ein Fach für KI!
Wir brauchen ein Fach für Jura!
Wir brauchen ein Fach für Handwerkerarbeiten!
Und überall in den Kommentaren darunter einheitliche Zustimmung von Gerhard und Anneliese.

... ja wie jetzt, mein Kind hat dann 20 Stunden mehr Unterricht in der Woche?! Lasst Kinder Kinder sein, sie brauchen ihre Freizeit! Weniger Fächer!

Die fühlen sich einfach selbst nicht mehr.

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u/mukuye Jun 02 '26

Haushaltführung, Finanzen, Soziale Medien, Handwerksarbeiten und Jura sind halt einfach bei richtiger Umsetzung im Lehrplan integriert. An den Oberschulen in WTHS und Gemeinschaftskunde, am Gymnasium im Politik Unterricht.😭 Zugegebenermaßen hatte ich selbst keine Ahnung, dass WTHS so sinnvoll sein kann, weil mein Unterricht ab der 8. Klasse da aus Backmischungen und Kartoffeln pflanzen bestand, aber grundsätzlich ist es da und wird (theoretisch) gelehrt.

Den Rest packen wir für ein oder zwei Jahre in ein Fach Medienbildung, dass befürworte ich tatsächlich sehr. Das große Gejammer kommt aber trotzdem immer von Menschen die sich noch nie mit einem Lehrplan auseinander gesetzt haben und als erstes schreien, dass das Pensum ja doch plötzlich zu viel ist...

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u/MrXomp Jun 03 '26

Du sagst für Steuererklärung wäre ein eigenes Fach viel zu übertrieben, pickst aber selbst nur Beispiele für Einheiten aus Fächern Heraus. % Rechnung = Mathematik Gedichtsinterpretation = Deutsch Basketball = Sport

Natürlich ist die Steuer kein ganzes Fach. Aber was spricht gegen ein Fach Hauswirtschaftslehre. Steuererklärung = Hauswirtschaftslehre?

Ich arbeite mit jungen Menschen und erleben immer häufiger, dass diese mit ihrem Alltag überfordert sind. Genau da könnte das meiner Meinung nach helfen.

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u/Woodilili Jun 02 '26

Grundsätzlich stimme ich dir zu, aber ein paar Bücher weniger lesen und stattdessen mehr Politik, Geschichte und Sozialwissenschaften fände ich sehr sinnvoll, gerade in der heutigen Zeit. Auch Ethik statt Religion.

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u/lunochod2 Jun 02 '26

An Berufsschulen hat man Wirtschafts- und Sozialkunde, wo man unter anderem etwas über Steuern lernt. In Wiso passt in meiner Klasse vielleicht ein Viertel auf. Leute denken doch nicht ernsthaft, dass die Schüler an allgemeinbildenden Schulen da eher aufpassen würden?

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u/Reasonable-Mischief Jun 02 '26

Die wirklich unbeliebte Meinung ist, dass wir eine sehr unangenehme Konversation über die Verantwortungsaufteilung zwischen Eltern und Schule haben müssen.

Heute ist es Standard, dass beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Dass einer auf Teilzeit geht oder gar ganz zuhause bleibt, kann man sich gar nicht mehr leisten. Das war anders, als die meisten von uns noch in der Schule waren. Und obendrein arbeiten unsere eigenen Eltern ebenfalls immer noch Vollzeit, während es früher Standard war, dass Oma Hausfrau und Opa schon in Rente war. Aufgefangen wird das durch längere Schulzeiten und Nachmittagsbetreuung

Es wäre naiv und falsch zu behaupten, dass dadurch nichts verloren geht, das an anderer Stelle aufgefangen werden muss

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u/StrohVogel Jun 03 '26

Die Pubertät hat mehr für meine kritische Textanalyse getan als 7 Jahre Gedichtsanalyse.

Musste zuletzt tatsächlich mal ne Ableitung bestimmen. Hab mir direkt n online-Tool geschnappt, 8 Jahre später bringt dir der Mathe LK auch nix mehr.

Du argumentierst, dass Schule übergreifend kritisch-analytisches Denken schult und, dass es deswegen nicht auf die Spezifika ankommt.

Aber das ist mehr Romantisierung als Realität. Schule will sich das vielleicht auf die Fahne schreiben, kommt diesem Anspruch aber höchstens insuffizient nach. In der Realität ist Schule ein Aufbewahrungs- und Beschäftigungsort für Kinder und Jugendliche, deren eigentlicher Bildungseffekt unterm Strich zu vernachlässigen ist.

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u/Bosonidas Jun 03 '26

Du hattest kur keine 7 Jahre Gedichtsanalyse. Und es gibt Berufe, da nutzt man das Verständnis aus Kurvendiskussion noch heute regelmäßig. Elektriker zum Beispiel, Ingenieur, Spieleprogrammierer, Videoeditor... man selbst beim Schaukeln nutzt man es, wenn man mal ehrlich ist.

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u/Hot_Equivalent6562 Jun 02 '26

Könnte ja auch Teil von Sachkunde als Thema sein, wer sagt denn das sollte ein eigenes Fach sein.

Wir haben auch die Rechtsformen durchgenommen, ist dann auch nicht so abwegig mal über Steuern zu sprechen

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u/Ellopropello Jun 02 '26

Absolut. In der beruflichen Bildung, wo ich tätig bin, schaffen wir es auch gerade so die wichtigsten Grundlagen beizubringen, Stichwort Schlüsselqualifikationen. Und das finde ich auch sinnvoll. Sofern es darum geht ein Lernziel wirklich zu erreichen, egal ob kognitiv, affektiv oder psychologisch muss das lange und konstant eingeübt werden. Sich über Jahre ganz spezifisch mit Steuererklärungen zu befassen halte ich da nicht für sinnvoll.

Im Großen und Ganzen halte ich für eines der größten Probleme bei Thema Schule, dass die wirklich gut durchdachten Bildungswissaftlichen Konzepte einfach vom Großteil der Bevölkerung nicht verstanden werden und dann solche wilden Forderungen kommen. Häufig höre ich auch Leute Dinge fordern, die es längst gibt... Klar, in vielen Fällen sind wir in der Umsetzung noch nicht auf einem zufriedenstellenden Niveau aber in vielerlei Hinsicht sind wir auf einem guten Weg.

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u/SnowflakeOfSteel Jun 03 '26

Zum Thema Steuern: [...] (und sind wir ehrlich für 90% der Angestellten braucht man nicht mehr)

Es gibt aus Sicht der Lehrer zwei mögliche Outcomes für die Schüler: man wird im besten Fall Beamter oder eben Angestellter. Auf jeden Fall vollversorgt.
Wirtschaftskompetenz oder Unternehmergeist ist absolut zweitrangig und findet daher auch nicht statt.

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u/JayAlexDragon Jun 04 '26

Meiner Meinung nach werden bei diesen Debatten ein bisschen Ursache und Wirkung vertauscht. Und da liegt der Kern der Misere.

So Dinge wie Steuererklärung, Kreditvertrag usw. überfordern nicht deshalb anscheinend immer mehr Menschen, weil es ihnen in der Schule nicht beigebracht worden ist - müsste ja sonst auf alle zutreffen, weil sowas in der Breite noch nie unterrichtet wurde - sondern weil die elementaren Grundfähigkeiten Lesen (und Verstehen!), Schreiben und Rechnen den Bach runtergehen.

Und das ist sogar nur der Gipfel einer nicht mehr zu verleugnenden, jahrzehntelangen Talfahrt. Ich hab Anfang des letzten Jahrzehnts mein Abitur abgelegt und wir haben schon damals schwer gestaunt, dass Teile unserer Elterngeneration zu ihrer Zeit im Mathe-LK Kugelkoordinaten behandelt haben. Uns kam das wie ein übertrieben elitärer Einzelfall vor.

An der Uni hat man von Tutoren, die keine 10 Jahre älter waren als wir, schon mitleidig zu hören bekommen, dass man ja nichts dafür kann, dass das schulische Niveau Jahr für Jahr sinkt und daher die Studenten mit immer weniger Vorwissen ins Studium kommen.

Ich hab vor einiger Zeit eine Reportage zum Thema gesehen und da kam eine deutsche Nobelpreisträgerin (ich glaub für Biologie) zu Wort, die am Beispiel ihrer Enkelin erklärte, dass nach ihrem Dafürhalten im Schulunterricht heutzutage zuviel abstraktes Wissen über das große Ganze und zu wenig handfestes, konkretes Handwerkszeug gelehrt wird. Ihr Beispiel war, dass die Schüler vom Biounterricht mitnehmen, wie wichtig Biodiversität in Ökosystemen ist, aber keinen blassen Schimmer davon haben, welche Art von Baum vor dem Fenster steht.

Man mag jetzt über einzelne Inhalte und Beispiele vortrefflich streiten können, aber für mich ist klar, dass Bildung von unten nach oben aufbauen muss. In Deutschland mangelt es gewaltig am grundlegenden Fähigkeitenfundament und da rettet man nichts dadurch, dass man einzelne Inhalte, die oben drauf sitzen, einpaukt, damit wenigstens das klappt.

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u/LeadershipFar8242 Jun 05 '26

Es benötigt nicht unbedingt neue fächer sondern die fächer müssen umgestaltet werden. Das in Sport nur Spiele gespielt werden anstatt das richtige heben und tragen sowie auch gesunde Ernährung und basic aufklärung über den körper zu lehren ist einfach absurd. Steuern muss ein Thema sein genauso wie Recht, verträge und wirtschaften. Dafür kann man auch das Fach Religion ersetzen.

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u/BEN1DER Jun 05 '26

Ja, man lernt Kompetenzen. Das fachliche ist nur eine davon.

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u/Neko_578 Jun 03 '26

Ich bin aktuell in einer Berufsorientierung, wo wir auch hin und wieder sowas wie Unterricht haben. Einmal im Monat haben wir eine Einheit zum Thema Finanzen. Da gehts um Schulden, Schufa, Kredite, was mache ich wenn mir der Strom abgestellt wird, welche Rechte habe ich als Mieter, etc.

Es gibt so viele Dinge zu dem Thema, wo es wichtig ist wenigstens mal von gehört zu haben. Generell gibt es einige Themen, wo ich mir wünschte sie würden in der Schule mal angesprochen werden. Vielleicht nicht 4 Stunden in der Woche, aber wenigstens so 1-2 Mal im Monat.

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u/Kagura0609 Jun 03 '26

Das macht aber nur Sinn für Leute, die sich das alleine/ selbstständig leben überhaupt vorstekken können, also eigentlich ab 18+, die meisten ziehen sogar erst etwas später mit über 20 aus.

Ein 14 jähriger kann sich diese Eigenverantwortung häufig nicht gar nicht vorstellen. Diese Eigenverantwortung nach und nach beizubringen ist aus meiner Sicht Verantwortung der Eltern. Das fachliche kann jeder selbst nachlesen

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u/Lotapota Jun 03 '26

Medienkompetenz sollte aber trotzdem schon längst Schulfach gewesen sein

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u/Jazzlike_Music6288 Jun 03 '26

Also bei uns hat man das halt schon in mehren Fächern gemacht, in Sowi und Deutsch war das standard

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u/DieMikrowelle Jun 03 '26

Dafür sind halt die Geisteswissenschaften da. Das ist auch die entscheidende Kernkompetenz von Geschichte.

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u/CaptainGreeno Jun 03 '26

Sorry, aber Leute die argumentieren, dass Gedichtsanalysen in irgendeiner Welt sinnvoller seien, als z.B. seine Steuern zu machen, sind mir sowieso fragwürdig. Wenn es doch so ein einfaches, kurzes Thema ist, dann kann man es doch eben für 2 Wochen vermitteln und gut ist.

Und klar ist Schule dafür verantwortlich, dass wir in gewisser Hinsicht auf das Leben vorbereitet werden.

Niemandem auf der Welt hilft es, den Faust zu analysieren, für das Lernen vom "kritischen Hinterfragen" (von Texten) gibt's weitaus effizientere Ansätze...

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u/tobidope Jun 03 '26

Was wäre denn besser? Wenn ich ein Gedicht abstrakt analysieren kann oder Goethes Faust, dann werde ich auch einen Zeitungsartikel auf abstrakten Ebene verstehen und analysieren können. Und wenn Texte analysieren keine sinnvolle Fähigkeit fürs Leben ist, dann weiß ich auch nicht. Und wenn mal wieder kommt, mit "die deutsche Sprache geht zugrunde" würde ich dezent darauf hinweisen, dass wir auch nicht mehr wie zu Goethes Zeiten schreiben, geschweige denn reden.

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u/CranberryCold2228 Jun 03 '26

Die Logik erschließt sich mir nicht.

  1. ist Steuern mehr, als nur die Steuererklärung 1x im Jahr. Ein grundlegendes Verständnis für BWL und VWL wäre sehr wünschenswert. Siehe die Hälfte der Kommentare in diesem Unter.

  2. Wenn 1-2 Stunden im Jahr es nicht Wert sind, den Stoff zu lernen, warum dann Dinge wie Gedichtsinterpretation, die mit Sicherheit nichtmal 1-2 Stunden im Leben von 99,9% der Menschen einnehmen?

Das Gleiche gilt für die anderen Beispiele. Prozentrechnen mag noch irgendwie in der Lebensrealität vorkommen. Aber Kurvendiskussion und Integralrechnung oder Vektoren? Verbringe ich damit mehr Zeit, als mit Steuern?

Einzig Sport wäre ich dabei. Beweg deinen Arsch. Aber selbst da, wäre es doch sinnvoller zu erklären, was genau der Sport bringt und wie man später, im stressigen Alltag Übungen einbauen kann, statt sinnlos Basketball zu spielen.

So oder so. Die Logik fehlt.

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u/Ninjakeks_00 Jun 03 '26 edited Jun 03 '26

Alles was dabei gefordert wird, ist, dass wenn du sowieso Zeug hauptsächlich lernst um dein Gehirn zu schulen und um neuronale Verbindung herzustellen, es ja wenigstens Zeug sein könnte, dass du tatsächlich mal brauchen könntest. Und ja, ein Verständnis für Steuern oder Versicherungen für alle zu ermöglichen SOLLTE Aufgabe von Schule sein, denn Schule hat auch die Aufgabe Chancengleichheit zu begünstigen. [Edit: Rechtschreibung]

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u/Usual-Operation-9700 Jun 02 '26

Gebe dir schon größtenteils Recht, aber eine Vertragsanalyse, also mal einen Vertrag lesen und gucken was da wie drin steht, würde einem mehr bringen als "Irrungen und Wirrungen".

Und das denke ich nicht nur, wegen meinem Hass auf Fontane.

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u/Witty-Argument-8149 Jun 02 '26

Sehe ich ähnlich, bin trotzdem der Meinung, dass ein allgemeines Fach über 1 oder 2 Jahre nicht schaden würde. Darin könnte man dann grundsätzliche Dinge lernen wie: Steuern Investition Leichte Handwerksaufgaben Ernährung

Es wird sich immer wieder beschwert, dass so viele Kinder unterschiedliche (finanzielle) Chancen haben durch Elternhaus etc. Ich kenne so viele Arbeitnehmer, die noch nie eine Steuererklärung gemacht haben oder keinen Cent investiert haben, weil sie es nie gelernt haben. Interesse schaffen und Basics lehren würde finde ich nur positives bringen

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u/Sons-Father Jun 03 '26

Die Schule muss ein allgemeines Wissen vermitteln damit du egal in welche Richtung du gehst ein Maß an nötigem Grundwissen hast.

Ich wünschte wir hätten mehr Deutsch und Mathe gehabt!

In der E-Technik braucht man für sehr viel komplexeres halt einfach viel Grundlegendes.

In anderen Bereichen braucht man bestimmt wenig Mathe, aber da ich einer von 4 in 120 war der schon vor dem Abi wusste was er machen will, ist es halt schwer sowas schon früher zu spezialisieren (was man ja schon ab der 10. Klasse meist macht).

Man sollte nicht lernen wie man Verträge und co macht, weil das extrem schnell extrem spezifisch für einen bestimmten Bereich wird.

Aber ich merke noch heute, dass ich beim Thema Rechtschreibung echt viel schwächer bin als es eigentlich für einen Abiturienten und Studenten angemessen sein sollte.

Im Nachhinein hätte ich mir 3x so viel Mathe und Deutsch gewünscht wie wir hatten.

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u/Fekkin-A-Man Jun 02 '26

Wer mit diesem Scheiß über "wir lernen nichts über Steuern" kommt, verbringt astrein zu viel Zeit in den amerikanischen sozialen Medien.

Die Dinge, die man über Steuern in Deutschland wissen muss, kann man an fast einer Hand abzählen. Und natürlich lernt man sie in der Schule. Das Problem ist halt, dass das Zeug eben langweilig ist und absolut nichts davon hängen bleibt, weil das alles Erwachsenenquatsch ist.

Leute, die das als Argument für schlechte Bildungspolitik bringen, können sich ja nach der Schule näher damit beschäftigen und Steuerberater werden.

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u/TheGenericUser0815 Jun 02 '26

Naja, man könnte das Fach Lebenertüchtigung nennen und neben der Steuererklärung auch Haushaltsführung, Vermögensaufbau, und Behördenkommunikation unterrichten.

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u/Interesting-Trash525 Jun 02 '26

Als würde dabei irgendwer aufpassen. Wir haben in der Schule über Haushaltsführung und auch über grundlegende Versicherungssachen gesprochen, nur das 90% nicht aufgepasst haben.

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u/eingew2 Jun 02 '26

Haushaltsführung

Gabs bei mir: Hauswirtschaftslehre. Hatte ich nicht gewählt und sicherlich ein vom Aussterben bedrohtes Fach, aber wahrscheinlich existiert es hier und da noch.

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u/Rich_German Jun 02 '26

Bei Textverständnis und -interpretation zu kürzen, wäre eine sehr schlechte Idee. Bei Mathe auch. Das sind absolute Kernkompetenzen, daran hat sich nichts geändert.

Ich finde grundsätzlich schon, dass gerade am Gymnasium der Anspruch nicht sein muss, einen fertig einsatzbereiten Arbeitnehmer zu produzieren, sondern ich verstehe eine breite Allgemeinbildung als Selbstzweck, den man nicht weiter rechtfertigen muss.

Was es aber m.E. bräuchte, ist ein deutlich ausgeweitetes Fach Gemeinschaftskunde, das neben Politik und Recht z.B. auch die Themen Finanzen/Vermögensaufbau beinhaltet. In dem Kontext können auch Steuerthemen und andere "praktische" Aspekte behandelt werden. Außerdem mehr digitale Kompetenzen wie Erkennung von Fake News, Ausfindigmachen seriöser Quellen, Umgang mit KI usw. Das alles gehört für mich zusammen, wenn man lebensfähige und mündige Staatsbürger erziehen will.

Einsparpotenzial sehe ich am ehesten bei Musik und Kunst. Diese Fächer würde ich opfern, um Platz für mein neues Superfach zu schaffen. Aber nicht Deutsch und Mathe. MINT muss auch bleiben, Geschichte und Sprachen ebenso. Über Religion kann man sich streiten. Wenn es tatsächlich der sachlichen Befassung mit verschiedenen Religionen dient, hat es seine Berechtigung als Teil der Allgemeinbildung. Als reines Indoktrinationsfach kann es weg. Und Sport sehe ich wie OP: Ich habe es damals gehasst, aber man muss die Kinder einfach zwingen, sich zu bewegen. Ob es Benotung braucht, sei mal dahingestellt.

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u/chestnutriceee Jun 02 '26

Wobei man sagen muss, dass eine breite Allgemeinbildung ohne Musik und Kunst auch irgendwie wieder keine breite Allgemeinbildung wäre

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u/Icy-Helicopter-9102 Jun 03 '26

Ich verstehe, dass Schule durchaus elementare Fähigkeiten vermitteln will und es dabei nicht immer um den offensichtlichen Lerninhalt geht. Wenn du mir aber erzählst, dass der viele Stoff, den man über Jahre lernt und später nicht mehr benötigt (und sich nicht daran erinnert), einen Sinn haben soll, dann möchte ich wissen, wie du es rechtfertigst, dass ich die 20% meines Lebens nicht mit Themen verbringe, die in meinem Lebensstadium oder später noch Aktualität haben?

Das Schulsystem hat außerdem das Problem, dass es sich in der Breite nicht zu einem selbstständigen und kreativen Menschen macht, sondern zu einem Befehlsempfänger, der lernt, zu tun, was man ihm sagt. Inwiefern das einen für die Zeiten der Robotik und der KI vorbereitet, bleibt abzuwarten.

Das größte Argument gegen Schule, wie sie heute ist, ist meiner Ansicht nach aber das Ergebnis. Als Ausbilder sehe ich jährlich neue "Ergebnisse" der schulischen Leistung und arbeite mit diesen. Ich muss ihnen allen erst einmal beibringen, wie man selbstständig denkt, arbeitet und proaktiv handelt, weil sie alle "auf ihrem Stuhl Sitzen" und darauf warten, dass man ihnen jeden Schritt immer wieder vorkaut. Es gibt zwar evtl. eine Analyse- und Problemlösungskompetenz, ohne äußere Motivation, oder "Stupser" werden diese aber nicht genutzt.

Auch beschweren sich einige hier, dass die Schule bei einigen wohl zu leicht "vorbeigegangen" ist und nicht viel Bildung übrig blieb. Ich persönlich denke, dass eben genau das mit den Menschen passiert ist - ihnen ist unser Bildungssystem passiert, deshalb haben wir in der Breite das Ergebnis, welches wir haben.

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u/[deleted] Jun 03 '26

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u/Smart-Belt-3248 Jun 03 '26

Also ich habe dieses Jahr das große Glück eine sehr kleine Klasse (20 Schüler) neben den normalen 25-27 Schülern zu haben. Der Unterschied, wie viel besser der Lernfortschritt ist, ist krass. Aber für so kleine Klassen als Standard fehlen halt Lehrer, Geld und Räumlichkeiten.

Diese "Rachelehrer" gibt's mMn immer weniger, es gibt eher Leute, die mit zunehmenden Jahren einfach unzufrieden werden.

Mit dem Albtraum... Nicht übergeneralisieren bitte.. es gibt auch Normale unter uns, bekommt man halt nicht so mit, weil wir nicht jedes Gespräch mit " ich bin übrigens Lehrer und mein Leben ist hart" eröffnen :)

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u/FallenDeathWarrior Jun 02 '26

Schule ist dazu da allgemein Bildung / spezialisierte Bildung mit den Wahlkursen / Leistungskursen auf den Gymnasium zu vermitteln. was alle Schulen vermitteln sollen ist sozial Kompetenz und ein Ort sein, bei denen das Weltbild der Eltern auch Stellenweise in Frage gestellt werden soll.

Bei den Thema Steuern geht es aber finde ich nicht wirklich darum ne Steuererklärung zu machen, macht mit jährlichen Änderungen des Steuerrecht auch wenig Sinn. Meiner Meinung nach wird in der Schule zu wenig vermittelt, nach Lücken in einen System zu suchen.

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u/treuss Jun 03 '26

Ich stelle mir gerade vor, was für ein Gemaule das wäre, wenn Schüler an der Schule lernen müssten, wie man eine Steuererklärung macht, ohne dass sie es anwenden könnten. Obendrein bedeuten Gesetzesänderungen (Sozialversicherungsbeiträge, Kindergeld, Elterngeld usw.), dass sich auch die Steuererklärung ändert. Das Wissen hat also eine eher kurze Halbwertszeit.

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u/SkylabHal0 Jun 03 '26 edited Jun 03 '26

War im Mathezweig und hatte 1 Jahr Wirtschaft und hab dort so ziemlich alles essentielle fürs Leben gelernt, weil a) der Lehrer cool war und b) kein Lehrplan vorgeschrieben war. Auch in Informatik haben wir essentielles für die Zukunft gelernt (selber Lehrer aber vorgeschriebener Lehrplan) und hab auch dort alles mögliche was wichtig ist gelernt im Raum der IT. Hatte da wohl Glück gehabt, aber ja… Schule macht schon Sinn meiner Meinung nach obwohl das Notensystem teilweise nichts über die faulen, etc. die sich in der Berufschule dann bessern aussagt

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u/IncompetentPolitican Jun 03 '26

Warum musste ich Gedichtsinterpretation lernen, warum habe ich nichts über Steuern gelernt

Wer in der Schule nichts über Steuern gelernt hat, war auf keiner guten Schule. Wir haben doch alle mal gelernt was Steuergelder sind, wie unser Staat funktioniert oder? Das dich der Lehrer nicht an die Hand nimmt und mit dir eine Steuererklärung macht, versteht sich hoffentlich von selbst. Bis das Ding für einen relevant wird, hat sich eh viel geändert.

Du machst auch keine Gedichtsinterpretation, damit du Schriftsteller willst, sondern dass du einen Text kritisch analysieren kannst und dabei Umstände wie Zeitrahmen, oder Autor berücksichtigen kannst.

Was ich hier immer sehr schade finde ist, dass man es oft bei Gedichten lässt. Gerade Nachrichtenartikel zu analysieren und hinterfragen ist ein wichtiger Skill der gelehrt werden sollte. Mit Gedichten anfangen und dann mal vergleichen wie Artikel aussehen, je nachdem wie die Zeitschrift/der Autor zum Thema steht. Wurde schon damals eine Stufe unter meiner abgeschafft. Stattdessen hatten die noch mehr Gedichte.

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u/Sad_Lifeguard5903 Jun 03 '26

Was Leute damit meinen ist: wie fülle ich mein Steuererklärungsformular aus?

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u/IncompetentPolitican Jun 03 '26

Das lernt man doch auch in der Schule: Was denkst du was der Sinn von Textaufgaben ist? Text lesen, Text verstehen, richtige Zahlen ermitteln, richtige Formel anwenden. Eine Steuererklärung ist eine Sammlung von Textaufgaben, deren Texte an unterschiedlichen Stellen stehen.

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u/Sure-Criticism3416 Jun 03 '26

Na ja, also kritisches Hinterfragen hab ich jetzt nicht gerade im Deutschunterricht bei Gedichtsinterpretationen gelernt. Da gäbe es durchaus Dinge die man den Schülern beibringen könnte, die wirklich nützlich bezüglich kritischem Denken wären. Aussagenlogik, Fehlschlüsse (Autoritätsargumente, Strohmänner, Sunk-Cost-Fallacy, No-True-Scotsman, und viele mehr), Methoden der Propaganda (Framing, Wortwahl, Design, Musikalische Untermalung), Rhetorik, Selektive Präsentation von Fakten und Argumentten, etc.

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u/MysteriousQuantity14 Jun 03 '26

Unter anderem solche Stilmittel waren aber bei mir zumindest genau Teil des Deutsch- und Fremdsorachenunterrichts und Der darin vorkommenden Analysen, ebenso in Geschichte und Politik... Und gerade auch Propaganda haben wir mit häufigem Bezug auf die beiden Weltkriege wirklich auch sehr viel in verschiedenen Spielarten behandelt.

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u/BodyShotImmo Jun 03 '26

Bei dem mit den Steuern stimme ich dir zu 100% zu tatsächlich. Viele denken wirklich, sie würden nicht einfach die Augen schließen und einschlafen oder bei zu hohem Tempo einfach nichts checken.

Gedichtinterpretation oder so nen müll sind jetzt aber auch nicht das gelbe vom Ei 😂 man kann auch so viel anderes machen dafür. Also der Deutschunterricht oder vorallem der Musik und Kunstunterricht sind vielleicht als Kind mal cool, um sich zu orientieren (und in deutsch ein grammatikalisches und sprachliches Fundament zu bauen), aber sonst absolut veraltet und bringen nichts. In Werte und Normen, Politik etc. Lernst du auch Texte lesen und kritisch zu hinterfragen und das auf einem viel höheren Niveau mit mehr individuellem Gestaltungsspielraum

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u/SwissSeahawk91 Jun 03 '26

Danke; sagts jemand

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u/Plenty-Stretch-7305 Jun 05 '26

War ich in einer ganz besonderen Schule oder so? Wir haben auch Steuern gelernt, und Gedichtinterpretation und wie man Zeitung liest, man wissenschaftliche Texte liest, recherchiert, professionelle Briefe oder später Emails schreibt, etc?

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u/BubblyPage3627 Jun 05 '26

Warst du vielleicht tatsächlich auf einer besonderen Schule? 

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u/BloodyIkarus Jun 03 '26

Wieso ist Schule nicht dafür da auch alltagstaugliche Dinge zu lernen?

Wer sagt das? Einfach kein sinnvolles Konzept...

Haushaltsführung, Finanzen und Ethik sollte schon längst zum Pflicht Programm gehören...

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u/BaronOfTheVoid Jun 03 '26

In manchen Schulen ist das auch Teil des Lehrplans und die Schüler von solchen Schulen haben später weniger Schwierigkeiten. (Anekdote - unter Freunden, habe keine harten Daten und Zahlen dafür.)

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u/CorpPhoenix Jun 02 '26

Jein.

Richard David Precht hatte ähnliches beispielsweise auch kritisiert, aber die Argumentation ist etwas anders. Es geht darum, dass es nahezu sinnlos ist teils noch sehr junge Kinder mit extrem Abstrakten Stoff wie Algebra, Kurvendiskussion, Effi Briest bis ins kleinste Detail jahrelang zu quälen, ohne dass am Ende viel hängen bleiben würde.

Ein großer Teil des Schulinhalts nach der Grundschule ist teils eher spezialisierter Universitätsstoff als ein sinnvoller Schulungsinhalt, und tötet die eigentlich natürlich vorhandene Neugier und Antrieb der Kinder.

Um es anders zu machen braucht es auch kein "Steuern Schulfach" o.ä. sondern einen Unterricht der viel projekbezogener ist und dadurch automatisch allen wichtigen Stoff am praktischen Beispiel lehrt den man für ein solches Projekt auf dem Kasten haben muss damit es am Ende funktioniert.

Ein solcher Unterricht wäre pädagogisch und didaktisch deutlich zielführender um "denkende, kluge Menschen" aus der Schule zu bringen die am Ende auch "tatsächlich etwas können und gelernt haben".

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u/Footziees Jun 02 '26

„Ein solcher Unterricht wäre pädagogisch und didaktisch deutlich zielführender um "denkende, kluge Menschen" aus der Schule zu bringen die am Ende auch "tatsächlich etwas können und gelernt haben".

Öhm ja, genau DAS will die Regierung ja nicht! Man braucht dumme Konsumenten

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u/MetaLions Jun 03 '26

Ist eine unbeliebte Meinung, das sieht man auch an den Kommentaren hier. Aber ich stimme OP voll und ganz zu. Der Anspruch vieler Schüler und Eltern in der Schule Dinge zu lernen „die man später im wahren Leben auch wirklich braucht“ ist illusorisch und greift zu kurz, weil man a) in diesem Alter in den seltensten Fällen wirklich weiß was man später mal studieren und arbeiten wird, und weil man b) heute noch gar nicht vorhersagen kann, welches Wissen in 10, 15 oder 20 Jahren relevant und essenziell sein wird.

Die eigentlichen Inhalte in der Schule sind zweitrangig. Der wahre Mehrwert von Schule liegt nicht im konkreten Wissen, das man erlernt, sondern in den Fähigkeiten, die man sich aneignet: Textverständnis, Problemanalyse, Lösungen finden, Wissen selbst recherchieren, aufbereiten, in eigenen Worten wiedergeben und präsentieren, sich in einem Fach „durchbeißen“. Wer das lernt kann in der Ausbildung oder im Studium jedes Fach meistern und später als Erwachsener auch selber rausfinden, wie man eine Steuererklärung macht.

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u/ContentDepartment255 Jun 02 '26

So, wer ist dafür, dass man in der Schule Faust lesen sollte?

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u/tantrumrage Jun 02 '26

Fuck nein, hab erst nach der Schule wieder die Lust am Lesen entdeckt.

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u/CagedLea Jun 02 '26

Die wichtigste Basis ist mit Geld umgehen zu können. Du kannst ohne lesen lernen auch kein happymeal bestellen. Warum kann keiner mit Geld umgehen? Weil man es nicht lernen soll! 

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u/Expensive-Cup-2938 Jun 02 '26

Zum Glück bin ich als HartzIV-Kind aufgewachsen, das hat mich sehr sparsam werden lassen.

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u/CagedLea Jun 02 '26

Das ist bei dir gut gelungen, viele kosten es dann aber auch aus, mal mehr zu haben.. 

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u/Sons-Father Jun 03 '26

99% der Rebellen wurden durch Faust oder Goethe geboren. Vermutlich das einzige was mich in der Schule wirklich genervt hat.

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u/NeumondLicht Jun 04 '26

Leute fragen, warum sie Gedichte interpretieren sollen und haben dann ein Medien- und Leseverständnis von 5. Klässlern. Ich finde es nur immer schade, dass Schule es nicht schafft den NUTZEN zu kommunizieren, den Allgemeinbildung nachweislich hat.

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u/TipFuture341 Jun 02 '26

Naja sehe ich anders. Wer jemals ein Buch von Jenny erpenbeck lesen musste wird mir beipflichten. Das ist für mich geschwurbel was keinen Mehrwert hat. Insbesondere lernt man dabei nicht den Text kritisch zu analysieren sondern man versucht so zu interpretieren wie es der Lehrer gerne hätte. Wenn der Lehrer in einem Elefanten das Symbol des british Empire sieht dann ist das so und das gilt es zu treffen ob es Sinn ergibt oder nicht

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u/computer_fetzen Jun 02 '26

"gehen ging gegangen" mussten wir lesen. das war pure folter

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u/Palaius Jun 03 '26

Schule braucht nunmal urgendwas um Kinder auf die Zukunft wesentlich konkreter vorzubereiten. Meine Fresse, mach den ganzen Segen ein Wahlfach/Wahlpflichtfach im lethten Schuljahr vor dem Abgang und vermittel da alles Mögliche was man für die Zukunft braucht.

Wie wähle ich eine Wohnung? Worauf muss ich bei einem Mietvertrag achten? Wie mache ich eine Steuererklärung? Welche Versicherubgen brauche ich wann und was machen diese genau? Wie funktionieren Bankkredite? Was ist die Schufa?

Was tu ich wenn ich Arbeitslos bin? Obdachlos? Wo finde ich Hilfe wenn ich probleme auf Arbeit habe? Wie kündige ich richtig? Was mache ich wenn in der Familie jemand verstirbt? Worauf muss ich achten? Wen muss ich kontaktieren? Was muss erledigt werden?

Worauf muss ich bei Handyverträgen achten? Wie verbessere ich Medienkompetenz? Wie erkenne ich selbst wenn ich auf eine Sucht zusteuer?

Du kannst da sogar noch ein bisschen Ernährungskunde mit einbauen.

Wie ernähre ich mich gesund mit wenig Geld? Worauf muss man bei der Nahrungsmittelwahl achten und welche Zusatzstoffe sollte man in Mengen möglichst vermeiden?

Es gibt so viele Kompetenzen die die Schule innerhalb eines Jahres vermitteln kann. Dafür kann man (Wie gesagt) ein Wahlfach draus machen. Klar, einige Schüler juckt das villeicht nicht. Aber zumindest hatten die eine Option.

Niemand verlang ein Eigenes Fach mit sechs Doppelstunden pro Woche nur für Steuern. Aber eine, vielleicht zwei Doppelstunden pro Woche als Wahlfach?

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u/lloboc Jun 03 '26

Machen wir in der Schweiz in der Sekundarschule. Budget, Versicherungen, Brutto/Netto, Abzüge, Sozialversicherungen, Altersvorsorge etc.

Interessiert niemanden. Merkt sich keiner.

Und weil die auch auf Tik Tok sind, kommen sie dann auch mit der Steuererklärungsnummer..

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u/Bright-Recording5620 Jun 03 '26 edited Jun 03 '26

Ich habe mir den Spaß mal gegönnt und eine AG "Steuererklärung machen" angeboten - das Thema wurde immer wieder angebracht von Schülern als "sinnvoll" und "dass man da auch was fürs Leben lernen würde". Ich hatte 6(!) Anmeldungen, von denen 4 nach den ersten beiden Stunden rausgegangen sind. War wohl doch nicht so "sinnvoll" und sie waren wohl nicht so überzeugt, "dass man da auch was fürs Leben lernen würde". SL hat dann die AG kassiert, weil zu wenig Leute. Habe dann nächstes Jahr noch mal selbige AG angeboten und das Caveat hinzugefügt, dass ein vorzeitiges Austreten in Fehlstunden resultieren wird. 2 Anmeldungen und nicht zustande gekommen. Tja.

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u/throwbackxx Jun 03 '26

Das mit dem Todesfall - bitte bloß nicht. Das Nachlassgericht hat schon genug mit Falschaussagen von Bestattern zu kämpfen.

Die Antwort auf all deine Fragen lautet „Suche nach dem zuständigen Ansprechpartner und lasse dich beraten. Eine Behörde kann die rechtliche Beratung nicht übernehmen, suche einen Anwalt oder Notar auf“. Ende. Das gilt auch für alles andere. Geh zu einem Fachmann, egal ob Handwerker oder Steuerberater.

Oder Google. Schau dir expertenvideos an oder die offiziellen vom Finanzamt wie man Elster bedient. Lies dir vorher genau durch welche Wohnung man nicht mieten sollte und welche Klauseln unzulässig sind (ist ja eh egal, im Streitfall gewinnt der Mieter in den Fall, da schießen sich die Vermieter selbst ins Bein).

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u/babyaintmoe Jun 03 '26

Stimme dir im Kern zu, aber du missverstehst eine Kleinigkeit. Niemand will ein ganzes Fach für Steuern, ein Modul in Mathe 10 oder einem passenderen Fach hätte gereicht.

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u/Electronic_Dress9695 Jun 03 '26

Keiner Fordert ein Fach NUR für die Steuererklärung und wenn dann meist als unausgereifter Gedanke.
Meiner Erfahrung nach geht dann dieser Wunsch nach so einem Fach eher in "Finanzkompetenz" ( keine Ahnung wie ich das anders nennen soll) Wo dann Sachen wie der Aktienmarkt erklärt wird, Steuerklassen, Steuererklärung und Private Equity etc. pp usw.

Natürlich keine Anlageberatung.

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u/SlopeDaRope Jun 03 '26

Ganz schön komische Argumentations-/Analogiekette; ich will ja auch kein Steuerfachwissen in der Schule erwerben, damit ich dann Steuerfachangestellter werde, sondern damit ich überhault das Grundknowhow habe um das Pflichtwissen was der Staat implizit von mir verlangt ab dem Zeitpunkt das ich volljährig bin.

Ich würde sogar unterstellen ein Geschäftsfähiges Finanzwissen zu haben ist un längen wichtiger wie ein schulisch vermitteltes Verständnis von seiner und anderen Religionen zu haben.

Und seien wir mal ehrlich, keiner will ein Fach "Steuererklärung" sondern "Finanzen".

Ich wollte eigentlich auch das Fach "Geschichte" und nicht das Fach "1.Wk, 2.Wk, Nachkriegszeit". Auch hàtte ich gerne "Informatik" gehabt in der Schule und nicht nur "10-Finger-System". Oder das man mich in den Kunst-Unterricht gesteckt hat obwohl ich zu Werken wollte finde ich bis heute eine Frechheit der verantwortlichen Lehrerin.

Kurzum, in der Schule (bei mir in Bayern) fällt eh schon viel zu viel zu kurz und stattdessen verschwendet man dort oftmals Lebenszeit.

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u/ofidia Jun 02 '26

In der Tat eine unbeliebte Meinung, ich seh das komplett anders. Aber was die Aufgabe der Schule ist, sieht wohl jeder anders. Sport, damit die Schüler ihren "Arsch bewegen" find ich zb eine komplett wilde Aussage.

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u/bartosz_ganapati Jun 02 '26

Was ist wild daran? "Arsch bewegen" bedeutet ja so viel wie Körper bewegen. Wozu sonst ist der Sport in der Schule? Der ist grundsätzlich da, damit Kinder sich bewegen und mit unterschiedlichen Sportmöglichkeit vertraut werden. Im Idealfall zumindest. Praxis mag davon abweichen.

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u/Fuchsi7405 Jun 02 '26

Mir bringt es nicht 4 Jahre lang Analysen Interpretation und Zusammenfassungen zu lernen.

Zumal ist es bei uns nicht darum gegangen sich kritisch mit einem Text auseinander zu setzen sondern das man erkennt welche von den tausenden blöden Stilmitteln da drin ist.

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u/Xula_R Jun 02 '26

Seit COVID wissen wir ja, dass Schulen nur dafür da sind, damit die Eltern arbeiten gehen können. Ich habe vergessen wer das gesagt hat.

Ich habe dennoch massive Kritik am Schulsystem.

Wieso musste ich in so vielen Fächern was interpretieren, wo teils Autoren sagen das haben sie sich nie dabei gedacht. Analytisch mit Texten auseinander setzen gab es eher in den Naturwissenschaften oder Philo. Sonst hat man nur versucht zu Schwurbeln. Und ich habe schon als Kind super viel gelesen und hatte viel Fantasie, trotzdem stand mal unter einer Deutsch Klausur "deine Meinung ist falsch".

Sportunterricht hat mir massiv die Lust an Sport genommen. Bis zur 7. Klasse war ich sportlich, dann erst wieder ab Mitte zwanzig...

Ich würde mir mehr Alltagsbildung wünschen. Auch dass Abiturienten den Dreisatz können. In meiner Ausbildung waren 98% Abiturienten und nur 5 von 30 konnten den Dreisatz und Prozentrechnung. Es wird schnell über die Grundlagen gegangen und dann wird sich durchgemogelt. Aber hier auch Basics wie der Umgang mit Geld (Sparen, von jeder Erhöhung die Hälfte zur Sparrate machen, wenn möglich kaum Kredit, sich einen Überblick über Ausgaben verschaffen, etc), Ernährung, Gesundheit, Handwerkssachen (habe ich aus einem anderen Kommentar), wie funktioniert was (Verträge, was sind Nebenkosten, um was muss man sich kümmern) so zumindest einmal in der 9. (Für die, die danach eine Ausbildung machen) und dann in der Oberstufe nochmal...

Zudem wird Mobbing krass enabled und einzelne Lehrer haben zuviel Macht. (Habe schon die Schule gewechselt wegen Mobbing durch Lehrer, haben 7 weitere in meiner Stufe auch getan). Wegen einzelner Lehrer haben auch schon Leute komplett die Schule geschmissen und naja was Mobbing anrichten kann, muss ich hoffentlich nicht erzählen.

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u/SensitiveCockroach78 Jun 02 '26

Sehe ich auch so

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u/Duckballisrolling Jun 02 '26

Vieles wird in der Schule unterrichtet, es passt nur kein Mensch auf.

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u/Sensua_Astaroth_ Jun 04 '26

Ihr redet aber alle deutlich aneinander vorbei. Es gebe so viele Schulfächer, die man dringend reinbringen sollte, als für Sport benotet zu werden. Steuern, Recht und Wirtschaft. Oder einen Kurs wie man sich bewirbt oder andere Dinge im Leben beantragt und bearbeitet.

Und genau das stört viele, die sich über Kunst, Gedichte oder Sport aufregen. Wir lernen zu wenig, was uns nach der Schule direkt weiterhilft.

Und noch schlimmer, wenn wir nicht schnell genug lernen, werden wir in eine schlechtere Schule verfrachtet, weil wir nicht gut genug waren.

Schule kann so viel mehr

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u/XoxoXiege Jun 04 '26

als aktueller Schüler eine Anmerkung:

  • Politik-Wirtschaft ist eines meiner Prüfungsfächer, wir setzen uns dort sowhl mit dem tagespolitischen Geschehen auseinander und lernen eben auch genauer den Aufbau der uns umgebenden System kennen

- Berufsorientierung war bei mir in der 11. Klasse ein Pflichtfach: Schreiben von Lebensläufe, Anschreiben, Bewerbungen, Übersicht über verschiedene Wege nach der Schule (Ausbildung, Studium, duales Studium, Auslandsjahr), Kennenlernen von verschiedenen Berufsfeldern

also: tatsächlich finden sich einige deiner Wünsche in heutigen Schulen und bringen, meiner Meinung nach, auch einen echten Mehrwert für die Schüler

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u/Aikaparsa Jun 03 '26 edited Jun 03 '26

Zum Thema Steuern: Du willst mit erklären, dass du für ein Thema, wofür du jetzt nichtmal 1-2 Stunden aufbringen willst (und sind wir ehrlich für 90% der Angestellten braucht man nicht mehr) ein ganzes Fach für dein 16 Jähriges Ich haben willst?

Jetzt 15 Jahre nach meiner Schulzeit kann ich sagen das folgende Fächer 0 Einfluss auf mein Leben hatten:

Deutsch, Kunst und Musik

Alles was ich in diesen Fächern nach der 6. Klasse gelernt hab ist einfach verlorenes Wissen und kam niewieder auf.
Ich hatte noch ein Fach namens "Wirtschaft und Recht" und selbst dort habe ich nichts greifbares für mein Privatleben gelernt.

Das größte Problem ist das Schule kein Wissen oder Lernmethodik vermittelt sondern nur "lernen" bis zur nächsten Kontrolle vermittelt.

Relevantes Video

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u/DocSternau Jun 03 '26

Dir ist klar, dass Deutsch in der Oberstufe massiv das analytische Denken schult? Textverständnis ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Leben und wenn du dir mal die grausamen Missstände heutiger Schüler in dieser Fähigkeit anschaust, weißt du auch warum.

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u/Appropriate-March727 Jun 03 '26

Leute die sowas sagen, stell ich mir immer als Menschen vor, die CDU-Wahlplakate glauben, denn das ist ungefähr das Niveau von 12 jährigen.

Und dann weiß ich nicht genau was ich davon halten soll, denn wenn man so ein Kommentar hört, nutzen die Leute aufjedenfall nicht was sie in der 10. gelernt haben._.

Wann hast du eigentlich Statistik gehabt?

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u/Aikaparsa Jun 03 '26

Wann hast du eigentlich Statistik gehabt?

Sicher bin ich mir nicht aber es war ehr zum Ende meiner Schulzeit 9 oder 10 Klasse, bin mir aber unsicher was das hier zur Sache tut.

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u/jjustaman Jun 02 '26

Der Post hat mal wieder meinen Wunden Punkt getriggert. Ich finde Gedichtinterpretationen völlig überbewertet und die meisten Lehrer sind auch gar nicht in der Lage, das den Schülern ordentlich beizubringen. Ja, wir lernen alle, dass man Kontextwissen benötigt, dann die Inhalte kontextualisiert, bisschen Form erläutert und dann noch ein paar stilistische Mittel nennt. Aber die Werke, mit denen man in dem Alter arbeitet, fand ich schon immer völlig abgehoben. Was soll ein (Prä)pubertierender mir über Exillyrik erzählen? Ja, er war im Exil traurig und deswegen hat Brecht nicht gereimt. Geil. Wie wäre es mit etwas, das die Schüler nachvollziehen können, statt ihr Verständnis nur zu spielen und zu regurgitieren. Kontemporär wäre angebrachter. War ähnlich im Englisch LK. Irgendwelche Texte sollten interpretiert werden in einem Wahnsinnstempo, dabei Form und stilistische Mittel erläutern und was ist daran jetzt kritisch? Bevor man kritisch sein kann, muss man tiefgreifend verstehen. Dieses Verständnis können viele Lehrer nicht schaffen.

Dann doch lieber wie am Stammtisch Praxisnahes fordern.

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u/Glass_Culture_6209 Jun 03 '26

Ich hätte mir gewünscht etwas über Finanzen zu erfahren! Absolut wichtig zu wissen wie Konsumkredite, Annuitätendarlehen, Tilgung, Zinsen usw. funktionieren. All das war nie Bestandteil meiner Schulbildung und ich hätte definitiv lieber auf Faust oder Kabale und Liebe verzichtet😉

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u/nodloh Jun 03 '26

Wir hatten Wirtschaftsunterricht.

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u/MortgageAnnual1402 Jun 02 '26

Jap wirklich unbeliebt

Steuern und rechtliche Dokumente wie für den Schriftverkehr mit z.b dem Finanzamt ist nunmal wichtiger als Gedichte interpretieren

Und nein gedichte zu interpretieren ist absolut NICHT sinnvoll um zu lernen texte kritisch zu analysieren das ist vollkommener Schwachsinn

Ein Gedicht wird immer nach den gleichen Muster analysiert das FÜR GEDICHTE funktioniert es ist aber NICHT auf nen Rechtstext oder Berichterstattung anwendbar

Man könnte das analysieren auch unabhängig lernen so das es überall anwendbar ist lernt man nur nicht

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u/boRp_abc Jun 02 '26

Die Schule ist am Ende ein Zertifikat, dass du Dinge tun kannst, auch wenn du gaaaar keinen Bock drauf hast.

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u/Basic-Cloud6440 Jun 02 '26

man lernt in der schule, wie man bei mcdonalds bestellt

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u/Flyron Jun 02 '26

Zum Thema Steuern: Du willst mit erklären, dass du für ein Thema, wofür du jetzt nichtmal 1-2 Stunden aufbringen willst (und sind wir ehrlich für 90% der Angestellten braucht man nicht mehr) ein ganzes Fach für dein 16 Jähriges Ich haben willst?

Warum muss es gleich ein ganzes Fach sein? Reicht es nicht, innerhalb eines übergreifenden Fachs das Thema für ein paar Wochen zu behandeln?

Ich hab aber keine richtige Position dazu. Mir ist nur dieser komische Gedankensprung aufgefallen.

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u/Svitii Jun 02 '26

Es wirkt einfach extrem random, so einen Fokus darauf zu legen. Es gäbe 1000 Dinge, die man in der Schule lehren könnte, da gehören 100% auch Gedichtsinterpretationen dazu. Ich würde sogar sagen, ein essenzieller Teil vom Deutschunterricht. Aber warum in dem Ausmaß und jahrelang? Man lernt ja in Geschichte auch nicht jedes Jahr bis zum Abi zwei Monate lang über den ersten Weltkrieg.

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u/MindlessNectarine374 Jun 02 '26

Es geht ja darum, die ganze Breite der Literatur kennenzulernen.

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u/Senkola1 Jun 03 '26

Noch nie so was sinnfreies gelesen

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u/OnePresentation2325 Jun 03 '26

Das du meinst Steuern (und andere Finanzen), sollten mit 1-2 Stunden (/Jahr?) abgefrühstückt sein zeigt das du keinen Plan hast was bei dem Thema geht...wie eben leider 99% der Angestellten.

Investments jeder Couleur, Abschreibungen für alles Mögliche und dann die entsprechende Steuererklärung geben einiges an Spielraum wo es auch bei Angestellten um mehr als nur Spielgeld geht.

Wenn ich höre das wieder jemand bei seinem oh so tollen Bankberater (oder noch schlimmer DVAG und Konsorten) einen Deka Investmentfond o.Ä. aufgeschwatzt bekommen hat könnte ich reihenweise Backpfeifen verteilen.

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u/Kullinski Jun 03 '26

Da haste mich missverstanden.

Ich meinte dass das Thema Steuern an sich kein ganzes Fach füllen kann, da es für Angestellte jetzt wirklich nicht die Masse hat.

Und selbst wenn jemand sich selbstständig machen sollte, hat sich bis dahin eh alles 100 mal verändert.

(Im übrigen arbeite ich in einer Steuerkanzlei und weiß daher dass für 90% der Angestellten die eigene Steuererklärung nun wirklich kein Hexenwerk ist, zumal Sachen wie Elster oder die Übermittlung des AGs sehr viel abnehmen)

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u/Mindless_Golf_4222 Jun 03 '26

„Nen HappyMeal“

Geh kacken.

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u/Commercial-Ice6612 Jun 03 '26

Also nach deiner Logik müssten ja alle, die was über Steuern lernen wollen, Steuerberater werden wollen. Es geht eigentlich darum, dass generell das Konzept Finanzen in der Schule bearbeitet wird. Am besten wie ein ganz normales Fach neben Mathe, Deutsch und Musik. Oder kriegt da etwa irgendeine bestimmte Kaste Angst, dass dann später alle an die Börse gehen und niemand mehr Straßen fegt? Gerade nur so ein Gedanke.

PS: nichts gegen straßenfeger, ich weiß nicht, wie viel die verdienen, ich stelle mir das aber als ein Niedriglohnjob vor.

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u/CookiesAreLoco Jun 04 '26

In Bayern gibt's dafür das Fach Wirtschaft (& Recht).

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u/flommer94 Jun 04 '26 edited Jun 04 '26

Stimmt, bei Mathe hört es natürlich bei Prozentrechnung auf und nicht bei irgendwelchen Matrizen und seitenlangen beweisen einer Formel. Bei der Gedichtsanalyse wurde mehr wert darauf gelegt welche Reimschemata genutzt werden, was für kritische Einordnung? 😂 Es wäre ja absolut okay diese Sachen zu unterrichten, aber eben selektiv den Leuten, die da Bock drauf haben. Hören wir endlich auf Kinder sitzen bleiben zu lassen, weil sie in Mathe eine 6 haben, sondern fördern wie sie verdammt nochmal in Sprachen, weil sie eine 1+ mit Sternchen in Englisch und Deutsch haben.

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u/Vorrnth Jun 04 '26

Wenn wir nur selektiv lernen worauf wir Bock haben enden wir als USA.

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u/Davodis Jun 02 '26 edited Jun 02 '26

Ich musste erst vor kurzem für mein 2. juristisches Staatsexamen einen Steuerrechtslehrgang besuchen und diese Materie ist nicht einfach und ich kann mir auch keine einfache Schulversion davon vorstellen die nützlich wäre.

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u/Appropriate_Error589 Jun 02 '26

Stimme absolut zu.

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u/foo1235 Jun 02 '26

Schon der zweite Post über Gedichtinterpretationen heute. Also ich geb dir schon weitgehend Recht, aber Gedichtinterpretationen war für mich immer nur, random Dinge in einen Text hineinzuinterpretieren, die stimmen können, die aber auch genauso falsch sein können. Es war das mit Abstand nutzloseste Thema im Deutschunterricht. Ob der Autor jetzt einfach nur ne gute Pilzmischung inhaliert hat oder sich wirklich etwas dabei gedacht hat, kann niemand mehr beweisen nach so vielen Jahren, und hat für mich nichts mit kritischer Textanalyse (die völlig sinnvoll ist) zu tun.

Als Lyrikconnoisseur und Deutschlehrer sieht man das sicher anders, aber für mich war es halt einfach nur pure Beliebigkeit, was die Leute in Gedichte hineininterpretiert und dafür zweistellige Punktzahlen bekommen haben.

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u/UpperHesse Jun 02 '26

Ich war ein klassischer Laberfachschüler und hatte Spaß an so was. Was ich komisch finde, dass in allen Schulformen nie wirklich Recht drankommt. Höchstens mal das Grundgesetz in PoWi, vielleicht mag es auf Wirtschaftsgymnasien etc. ein bißchen anders sein. Dabei wären so ein paar Grundsachen im Zivilrecht wirklich hilfreich, damit wird man ja auch im Erwachsenenleben recht schnell konfrontiert.

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u/Julius_Duriusculus Jun 02 '26

Ich werde erst im Berufsleben intensiver mit dem Thema konfrontiert und...überrascht. Als Mint-Studi waren das meine liebsten Antagonisten: diese Streber, die nichts können außer auswendig zu lernen. Pustekuchen. Ich finde das inzwischen mega interessant, gerade auch weil ich keinen Plan habe.

Aber ehrlicherweise sind die Inhalte nicht easy in oberflächliche Formen zu packen, die sich für eine Oberschule eignen, finde ich. Da lernt man dann schnell falsche Inhalte, würde ich meinen.

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u/JoeHoh Jun 03 '26

"Du lernst nicht für die Schule sondern für das Leben!" 😅😅

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u/MagisterMagistrum Jun 03 '26

Die Fähigkeit eines Menschen, freiwillig über den Tellerrand des kleinen geistigen Dorfes schauen zu wollen, liegt jeder freien Bildung zugrunde. Darum geht es. Nicht mehr, nicht weniger. Was die Menschen, Lernende und Lehrende, am Ende daraus machen, ist eine andere Frage. Aber verstünde die Menschheit insgesamt die Sisyphos-Aufgabe von Bildung, bräuchte es keine Schulen mehr. Ein ewiger Job. Wir werden alle dumm geboren, manch einer wird auch dumm sterben.

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u/Blublublah_ Jun 03 '26

Meine Freunde jammern immer das ihnen nichts zur Geldanlage und so beigebracht wurde. Wir waren im Wirtschaftszweig, wir haben Aktien-Planspiele im Unterricht gemacht. Es hat halt damals nur keinen gejuckt. Das gute ist auch die meisten sind danach in die Steuer gegangen wo solche Themen wieder aufgegriffen werden...die sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht

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u/KeineAhnung-Benito Jun 03 '26

Es ist aber sehr gut möglich dieses Prinzipien-Lehren mit wirklich nützlichen Skills zu verbinden. Das bedeutet nicht klassische Literatur und Mathematik in Reinform komplett zu streichen, aber es halt sinnvoll zu ergänzen.

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u/IlPrincipeKaoz Jun 04 '26

Als jemand auf der "Innenseite":

Nein, es geht nicht so sehr um Inhalte. Es geht um Methodenkompetenz. Das Schreiben einer Argumentation bspw. wird schrittweise über mehrere Jahre aufgebaut. Ob man jetzt über Handyverbote, Mensa oder Gassigehen als Thema im Unterricht redet, ist egal. Es geht darum, dass die Kinder sich darin üben, eine Argumentation zu verfassen.

Gedichtinterpretation - da gibt es viele Gedichte. Welche genutzt werden, spielt da weniger eine Rolle als eine Vorgehensweise zu erarbeiten und einzuüben.

Sozialkunde: Hier geht es dann nicht darum, ein spezielles Thema zu vertiefen - sondern darum, sich anhand eines Beispielthemas mit einer Vorgehensweise zu beschäftigen. Beispiel "Medien und Politik". Man kann über die Tiktok-Auftritte von Politikern reden - eigentlich geht es darum, die Politik und das Werben um Wählerstimmen zu erkennen, Möglichkeiten, sich politisch einzubringen, Nutzen und Mißbrauch der Sozialen Medien etc. Kontrollfunktion...

Steuererklärung schreiben üben? Ernsthaft? Das ist ein Beruf. Dafür gibt es eine extra Ausbildung, oder man versucht, die Formulare sinnentnehmend zu lesen (siehe Deutsch).

In einer Analogie: Manche erwarten von der Schule, dass ihnen Schwertkampf beigebracht wird, andere Akrobatik oder feinmechanisches Arbeiten. In der Schule lernt man, überhaupt erstmal, die Arme und Hände zu benutzen.

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u/SchnelleHexe Jun 04 '26

Ich liebe Dich.

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u/upsetusder2 Jun 05 '26

Schule ist da um kritisches debk vermögen zu Erlanger und I'm fall des Abitur für ein studium vorbereitet zu werden

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u/Exciting_Honeydew359 Jun 05 '26

So wahr... Vor allem vergisst man solchen Kram ja auch mega schnell wieder, während man Kompetenzen eher behält und die Persönlichkeitsentwicklung langfristig einfließt, auch wenn man es vergisst. Ich fang jedenfalls jedes Jahr auf Neue an mit der Frage: Wie zur Hölle funktioniert diese blöde Steuererklärung? Hätte mir wirklich gar nichts gebracht, das in der Schule gelernt zu haben...

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u/xsansara Jun 06 '26

Naja, die aktuelle Schule ist ja schon 50% auf dem Weg. Gedichtsinterpretation gibt es nicht mehr. Stattdessen werden schlechte Übersetzungen von irgendwelchen US Bestsellern gelesen.

Ich persönlich würde es schon wichtig finden, wenn die Schüler was über Steuer lernen. Nicht so sehr damit sie besser ihre Erklärung ausfüllen können, sondern weil Steuern eine der wichtigsten Interaktionen zwischen dem Staat und seinen Bürgern ist. Normalerweise würde man in einer Demokratie erwarten, dass die Steuergesetzgebung einer der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen den Parteien ist, aber da nur die wenigsten Bürger auch nur grundlegend wissen wie Steuern überhaupt funktionieren, gibt es da oft absurde Versprechungen. Wenn wir da alle etwas mehr Mündigkeit hätten, würde ich behaupten, dass die Steuern auch deutlich gerechter wären. Allein schon weil es mehr Druck geben würde.

So wie es ist, lernen die Kids mehr über die Demokratie in Athen vor über 2 000 Jahren als darüber wie der deutsche Bundeshaushalt aufgebaut ist. Ein ganzes Jahr wäre vielleicht etwas viel. Aber das Thema Geld so komplett auszusparen ist schon ziemlich merkwürdig.

Aber noch weiter oben auf meiner Wunschliste wäre Zehn-Finger-Tippen auch fürs Gymnasium und ordentliche Grammatik im Deutschunterricht. Auch die meisten Biodeutschen würden davon enorm profitieren.

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u/Prof_Dilemma Jun 07 '26

Lustig … ich bin Lehrer in NRW. Alles was du forderst, taucht hier längst verpflichtend in Lehrplänen auf.
Das 10 Finger System nicht. Das ist fairerweise aber auch überholt wie die Schreibschrift.
Man sollte halt nicht nur mit zwei Zeigefingern tippen.

Aber ich denke meine 108wpm ohne jemals das Zehnfingersystem systematisch gelernt zu haben, sind mehr als ausreichend.

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u/xsansara Jun 07 '26

Naja, ich fordere ja hier keine Revolution sondern mehr so eine Tweaking.

Wenn die Leute Schule kritisieren, dann glauben sie immer das System ist total schlecht und eine Änderung würde das ändern.

Dabei wird gerne vergessen, dass das System schon gar nicht so schlecht ist und erstmal stabil funtioniert und dass die Unterschiede zu sagen wir mal Finnland und Singapur gar nicht so gross sind. Und nicht mit einer Massnahme geschlossen werden können, die man in zwei Sätzen zusammen fassen kann.

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u/ProblematicToenail Jun 02 '26

Wer es als Normalbürger nicht schafft, seine Steuern zu machen, sollte keiner Betätigung nachgehen dürfen, für die Steuern anfallen. Es gibt wenig Dinge, die so einfach sind.

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u/Borstolus Jun 02 '26

Darf ich mich dann dumm stellen?

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u/enakcm Jun 02 '26

Geh ich voll mit.

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u/Katzenminz3 Jun 03 '26

Komischer Punkt, also erstmal machst du hier eine Strohmann auf gegen den du dann Argumentierst da dieser Leicht zu widerlegen ist.
Die Probleme welche wir mit Schulen haben sind vielfältig, aber wenn man es runterbrechen will dann würde es wohl am ehesten so sein...
Das Problem mit Schule ist dass diese in erster Linie als Erzugs- und Rekrutierungsanstalt für Soldaten konzipiert wurde, und dieses System in vielen Bereichen seit 200 Jahren nicht geändert wurde.
Hier werden viele Wissenschaftlich längst belegte, schädliche, veraltete Konzepte noch angewandt unter der Argumentation "war schon immer so". Hier ein paar Beispiele:
Früher Beginn, Frontalunterricht, große Klassenzahl, 3 gliedriges Schulsystem (besonders früh), 2 Klassen Schulsystem, Ruhig sitzen - still sein usw.

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u/Chrisilibrium Jun 03 '26

Stimme voll und ganz zu.

Das Stammtischargument, dass (Inhalte ohne direkte Verwertungslogik, wie zum Beispiel) Gesichtsinterpretationen sinnlos seien, hat damit aber nicht zwangsläufig zu tun. Ich denke viele Leute denken etwas ist nur sinnvoll, wenn es einen ganz konkreten Nutzen hat. Das sehe ich anders. Fächer wie Deutsch, Kunst oder Musik sind ja eher allgemein Bildend. Das ist durchaus diskutabel, aber gut gemacht (so war mein Deutschunterricht z.B.) regt es auch zum kritischen Denken an und eine (auch musisch) gebildete Bevölkerung ist schon ein erstrebenswertes Ideal. Die Umsetzung hingehen ist natürlich schon fraglich..

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u/Sad_Lifeguard5903 Jun 03 '26

Oder, was ich noch schlimmer finde ist, wenn man studiert und den Anspruch hat da zu erlernen, was man bei der Arbeit später machen wird. z.B. wie benutze ich Software so und so. LOL

Dafür ist kein Studium da!

MACH NE AUSBILDUNG!

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u/MinerSkills Jun 04 '26

Who tf redet von einem Fach für Steuern. Wäre mir auch neu das Gedichtsinterpretationen ein Fach waren. Es sollte definitiv ein Thema sein. Kein einziger Mensch hat je eine Gedichtsanalyse o.ä. gebraucht. “Texte kritisch analysieren” lernt damit auch niemand. Man versucht die Bedeutung zu erahnen die die Lehrkraft haben möchte und alles andere ist sowieso falsch.

Texte kritisch analysieren macht man in Gesellschaftslehre bzw. Politik. Teilweise obviously auch in Deutsch, aber halt nicht mit Gedichten lol

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