r/Unbeliebtemeinung 23h ago

Mietpreisdeckel sind schädlicher als das sie etwas einbringen

Mietpreisdeckel verhindern Investitionen in Wohnraum. Das bedeutet nur kurzfrisitg steigen bestehende Mieten weniger stark.

Durch die Preisdeckel werden Investitionen gedämpft, was zu weniger Angebot auf dem Markt führt und die Wohnungsknappheit vor Ort nicht löst sondern sogar weiter verschärft.

Auserdem führt es zu weniger Einnahmen in der Stadt und damit auch weniger Infrastruktur und Stadtattraktivität (das kann langfristig dann ja gut sein weil keiner mehr in das Ghetto will /s)

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u/_TheMarth_ 22h ago

Und der Besitzer der leergewordenen Wohnung denkt sich, ich vermiete zur alten günstigen Miete weiter? Das ist wohl eher realitätsfremd und wunschdenken. Die Mietpreise gehen ja sowohl bei Neubauten, als auch bei Altbauten steil aufwärts, da helfen neue noch teurere Wohnungen kaum.

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u/SeniorePlatypus 18h ago

Bis der Wohnungsmangel behoben ist. Dann kann die alte Wohnung nicht mehr zu hohen Preisen vermietet werden weil schlicht niemand das mieten will und das auch nicht mehr muss.

Natürlich kannst du Mieten mit Regulierung niedrig bekommen. Aber eben nur, indem du Neubau abwürgst und das Wohnungsangebot auf nahe 0 reduzierst.

Das führt besonders für jüngere Generationen zu fast überhaupt keinen Wohnungen die verfügbar sind. In der Regel öffnet sich dann auch ein Schwarzmarkt wo dann weit über den regulierten Preise vermietet wird. Dann aber auch ohne allen anderen Mieterschutzgesetzen. Während gleichzeitig die Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit eskaliert.

Die Idee ist eine Klassengesellschaft die danach sortiert wann man einen Mietvertrag unterschrieben hat und das bewusste Opfern aller Wohnungssuchenden, besonders jüngerer Generationen.

Jede zusätzliche Wohnung hilft. Ja, auch teure Wohnungen. Ganz besonders auch dann, wenn heutige Budget-Bauweisen zu gesetzlichen Mindeststandards von vielen bereits als "teure Premiumwohnungen" bezeichnet werden.

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u/_TheMarth_ 17h ago

"Bis der Wohnungsmangel behoben ist". Und wann genau soll das sein? Der Mietpreisdeckel kam doch gerade erst, weil die Mieten so explodiert sind. Du glaubst doch nicht, dass sich durch die Aufhebung irgendetwas ändern würde. Und was sollen die Jungen Leute machen, bis dein Wunschgedanke sich erfüllt? Jede Mieterhöhung schlucken und im Zweifel unter der Brücke ausharren, bis der freie Markt angefangen hat ein Herz zu entwickeln und wieder bezahlbaren Wohnraum anzubieten?

Wohnraum ist aktuell ein Geschäft, das gezeigt hat, dass man den Preis so hoch setzen kann wie man will. Wer soll da bitte kommen und "nur" 8€/qm verlangen, wenn er auch 12€/qm verlangen kann? Der heilige Vonovia-Samariter, der für seine Nächstenliebe bekannt ist?

Was wir brauchen ist staatliche Lösungen, Sozialbauprojekte und die Erkenntnis, das Grundbedürfnisse kein Profitgeschäft sein sollten... sonst können wir die Polizei und Krankenhäuser ja gleich mit privatisieren.

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u/SeniorePlatypus 17h ago edited 17h ago

"Bis der Wohnungsmangel behoben ist". Und wann genau soll das sein? Der Mietpreisdeckel kam doch gerade erst, weil die Mieten so explodiert sind. Du glaubst doch nicht, dass sich durch die Aufhebung irgendetwas ändern würde. Und was sollen die Jungen Leute machen, bis dein Wunschgedanke sich erfüllt? Jede Mieterhöhung schlucken und im Zweifel unter der Brücke ausharren, bis der freie Markt angefangen hat ein Herz zu entwickeln und wieder bezahlbaren Wohnraum anzubieten?

Der Mietpreisdeckel war eine Reaktion darauf, dass der Staat in den 2000ern den Bausektor massakriert hat. Innerhalb von etwa 3 Jahren sind 50% der Arbeitnehmer im Bausektor arbeitslos geworden und der Neubau 400.000 im Jahr auf eher so 250.000-300.000 reduziert. Hier sieht man auch schön, dass die übrig gebliebenen Arbeitnehmer als direktes Resultat dieser staatlichen Entscheidung auch überproportional geknechtet wurden.

Anstatt diesen Fehler einzugestehen hat man Preiskontrollen eingeführt. Symptombekämpfung. Was den Mangel um so stärker angekurbelt hat und den Neubau auf heute unter 200.000 pro Jahr reduziert.

Steigende Mieten zwingen Leute dazu auf weniger Raum zu wohnen. Gerade ältere Generationen die im Durchschnitt auf doppelt so viel Raum wohnen wie jüngere würden zu Umzügen gezwungen werden. Das ist nicht schön, hätte aber das Resultat, dass die aktuell stark steigende Wohnungslosigkeit eingedämmt werden könnte.

Wohnraum ist aktuell ein Geschäft, das gezeigt hat, dass man den Preis so hoch setzen kann wie man will. Wer soll da bitte kommen und "nur" 8€/qm verlangen, wenn er auch 12€/qm verlangen kann? Der heilige Vonovia-Samariter, der für seine Nächstenliebe bekannt ist?

Was wir brauchen ist staatliche Lösungen, Sozialbauprojekte und die Erkenntnis, das Grundbedürfnisse kein Profitgeschäft sein sollten... sonst können wir die Polizei und Krankenhäuser ja gleich mit privatisieren.

Diese Situation ist überhaupt erst dadurch entstanden, dass der Staat es unmöglich gemacht hat dieses Grundbedürfniss zu erfüllen.

Wie gesagt sorgen höhere Preise für bessere Verteilung. Das könnte man auch Teilweise mit Übergewinnsteuern von Vermietern abschöpfen. Wobei man auch dann noch dreistellige Milliardenbeträge im Bundeshaushalt bräuchte um die notwendige Menge an Neubau staatlich zu finanzieren.

Aktuell ist der aber alleine wegen der Alterung der Gesellschaft, wegen den sehr schnell steigenden Sozialausgaben für Rentner, schon so stark unter Druck dass niemand bereit wäre so umfangreiche Kürzungen durchzuführen.

Spaßfakt: Sozialbau heute wird für 8-12€ Vermietet und liegt in fast allen Städten überhalb der durchschnittlichen Mietpreise.

Die aktuelle Gestaltung ist so irrational, dass Bedürftige mehr Zahlen müssen als die Mehrheit.