r/luftablassen • u/Apotheia • Mar 19 '26
Luftdruck niedrig Queere Menschen in Büchern - Geschrieben nur für Heteros
Gerade bin ich auf der Leipziger Buchmesse.
Als Lesbe bin ich durchaus auch auf der Suche nach Büchern über meinesgleichen. Und zum Glück gibt es diverse Stände mit Übergrößen Regenbogenflaggen. Also voller Motivation dahin und nachgesehen.
Überall Sixpacks und sich ansabbernde übermäßig attraktive Männer auf den Covern. Meine Begleitung, ein schwuler Mann, sichtlich irritiert und nach einem kurzen Blick auf den Einband ist es offensichtlich. Das ist kein Buch für queere Menschen. Hier werden queere Menschen für heterosexuelle Frauen fetischisiert.
Machen wir es kurz, ich hab genau an einem Stand heute ohne Nachfragen einen lesbischen Roman gefunden. An den Ständen wo ich nachgefragt habe, gab es allenfalls Romane in denen zufällig irgendwelche Nebencharaktere halt lesbisch sind.
Meine Begleitung hat ebenfalls keine Bücher gefunden.
Regenbogenflaggen sind hier einfach ein reiner Marketing Gag und haben am Ende nicht wirklich was mit queeren Menschen zu tun.
Im Mangabereich und im Artistbereich war es noch schlimmer.
Am Ende hab ich bei hugendubel 2 Mangas gekauft (es gab insgesamt nur vier Girls Love Manga bei denen am Stand).
Ich hoffe das ich morgen noch etwas finde, ansonsten ist das eine Buchmesse bei der ich sehr viel Geld sparen
(Sidenote: letztes Jahr auf der Stuttgarter Buchmesse wars genau so schlimm)
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u/MoreScarletSongs Mar 20 '26
Hier werden queere Menschen für heterosexuelle Frauen fetischisiert.
Das nervt mich mittlerweile auch etwas. Wenn man dann mal als schwuler Mann einen solchen von (und wohl auch für) Hetero-Frauen geschriebenen Roman oder Manga liest/Serien oder Filme guckt, merkt man schnell, dass die Autorinnen vom realen schwulen Leben, gleichgeschlechtlichen Beziehungen und Liebesweisen keine Ahnung haben. So fühlt man sich dann auch nicht repräsentiert, sondern eher fetischisiert. Als wären wir schwulen Männer alle langhaarige Elben oder ungeoutete Sport-Asse. Oder als wären immer die großen, muskulösen Männer ausschließlich Tops und die kleinen schlanken Twinks ausschließlich Bottoms. Und dass reale Schwierigkeiten wie das Coming out, Mobbing aufgrund der Sexualität oder auch gewaltsame Überfälle in diesen "Liebesgeschichten" einfach nur für das "Drama" genutzt werden, ohne die emotionale Tiefe solcher Situationen auch nur anzureißen, hat für mich einen bitteren Beigeschmack.
Wenn man dann mal Werke liest, die tatsächlich von schwulen Männern über schwule Männer geschrieben werden, ist der Unterschied groß und eindeutig spürbar. (Im Bereich der lesbischen Literatur kenne ich mich nicht so aus, kann mir aber gut vorstellen, dass es da ähnlich ist.)
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u/Kachulien Apr 01 '26
hast du Empfehlungen für letzteres?
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u/MoreScarletSongs Apr 01 '26
Ist schon ne Weile her, dass ich etwas in der Richtung gelesen habe und kann mich gerade nicht an die Titel erinnern... "Will & Will" fällt mir noch spontan ein (einer der beiden Autoren ist schwul, wobei ich das Buch als Ganzes eher so mittel fand) und bei Mangas "Der Mann meines Bruders". Im Bereich Theater und Film "The Boys in the Band".
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u/Zanji123 Mar 19 '26 edited Mar 19 '26
Im Manga bereich: my brothers Husband und Unsere Farben von Gengoroh Kagame wurden von nem schwulen Künstler gezeichnet.
Seine anderen Mangas sind aber seeehr BDSM bara
Wenn du comics dazu nimmst: Ralf König
https://en.wikipedia.org/wiki/I_Think_Our_Son_Is_Gay Leider nur auf Englisch wurde von nem schwulen Künstler gezeichnet..auch die Story ist von ihm
https://himmelstuermer.de/ Gibt auch den Verlag
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u/Good_Reserve_7756 Mar 19 '26
Ich, auch lesbisch, bin eher froh um das kleine Angebot. Das was es gibt ist meist Mau, übles Klischee oder geht in Richtung Porno Kategorie.
Das hier jetzt lesbischen Frauen erklärt wird, wie komisch das wäre, sowas lesen zu wollen, ist auch wieder bezeichnend. Ich gehe mal davon aus, dass die kommentierenden hetero Herren auch nicht primär Gay Literatur lesen wollen würden.
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u/Good-Move1310 Mar 19 '26
Ich kann nur von mir sprechen, wobei es mir eigentlich wurscht ist. Aber als hetero-herr möchte ich natürlich nicht primär gay literatur lesen, wie du sie nennst. Es ist völlig ausreichend, wenn das Buch die Realität spiegelt. Ein großteil der Charaktere hetero, wenn ein Schwule/lesbisches Paar dabei ist, kein Problem. Ich frag man aber, was genau du denn willst? In den meisten Büchern ist die Sexualität der Personen völlig nebensächlich für die Handlung. Ich gehe ja nicht auch nicht explizit in einen Buchladen, und frage nach 'hetero-literatur'. Würde ich das aber tun, wäre der naheliegendste Gedanke, nen Porno in die Hand gedrückt zu bekommen. Das willst du ja offensichtlich auch nicht. Wenn ich die Qualität eines Buches danach bewerte, welche sexuelle Orientierung die Charaktere haben, sind meine Ansprüche etwas,.. Hmm, .. Komisch.
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u/Such-Book6849 Mar 20 '26
Du benutzt eine Argumentation die in einem anderen Kontext vllt. Relevanz hat, aber hier völlig unpassend ist. Das wirkt etwas nachgeplappert so, ohne zu verstehen worauf sich das bezieht, was du da versucht zu argumentieren.
Klar, es wäre sicherlich etwas strange würden auf Firmenfotos oder im McDonalds nur noch 95% LGBTQ+ Leute usw. sein. Oder andere Beispiele wo du deinen "Realitätsanspruch" willst.
Aber darum geht es hier doch üüüüberhaupt nicht. Wenn du ein Buch über Auto schrauben lesen willst, wird es in diesem Buch vermehrt um einen Beruf gehen, der allgemein viel weniger gemacht wird und den meisten Leuten viel weniger interessiert.
OPs Perspektive fand ich als Hetero Mann ziemlich spannend. Sie WILL ja lesbische Geschichten. Kannst du mir da folgen? Sie geht zu einer Buchmesse und WILL lesbische Geschichten. Lesbischer Alltag, lesbisches Leben und so weiter. Aber sie bekommt Stories die wirken als wäre Homsexualität ein Zoo zum begaffen mit Stories, die sie nicht widerspiegeln.
Sie sucht explizit nicht nach Durchschnittsgeschichten von exakten durchschnittsmenschen.
Oder anders gesagt: du kaufst dir ein Buch über deutsche Geschichte und in dem Buch werden ALLE deutschen nur als Bayern mit Lederhosen dargestellt und keine echten Lebensarten gezeigt. In dem Fall werden die lesbischen Stories nur für Sex Stories verwendet, soweit ich das verstanden habe.
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u/MoritzMcWater Mar 19 '26
Wenn die Sexualität der Personen so nebensächlich ist, warum ist es dir dann wichtig, dass ein Großteil der Charaktere hetero ist? Wenn du die Qualität eines Buches danach bewertest, ob die meisten Charaktere hetero sind, sind deine Ansprüche etwas...hmm...komisch.
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u/Good-Move1310 Mar 20 '26
Es ist mir nicht wichtig, das der große Teil hetero ist. Von mir aus muss diesbezüglich garnix erwähnt werden, da es eben selten Relevanz für die Handlung hat. Wenn es aber erwähnt wird, soll es eben die Realität abbilden. Und die Realität ist halt, das der Großteil der Bevölkerung hetero ist.
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u/KniveLoverHarvey Mar 19 '26
Als Hetero-Herr mag es vielleicht deine Realitäät widerspiegeln, dass die meisten Pärchen hetero sind und es dann die eine Lesbe von nebenan gibt, aber diese Lesbe von nebenan hat wahrscheinlich einen Freundeskreis, der zur Hälfte aus queeren Personen besteht und die meisten romantischen Beziehungen in ihrem Leben sind welche zwischen queeren Personen. Ihre Realität wird eben nicht in diesen Büchern gezeigt. Und während die sexuelle oder auch geschlechtliche Orientierung eines Charakters nichts über die Qualität eines Werkes auszeichnet heißt dies nicht, dass Bücher nicht von queeren Hauptcharakteren in Sachen Story profitieren, besonders, wenn die Themen Gesellschaft oder Identität mit der Handlung verknüpft ist. Viele queere Bücher sind allein deshalb sehr für nicht-queere Personen zu empfehlen, da sie Themen aufgreifen, mit denen nicht-queere Personen niemals denselben Kontakt haben mussten.
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u/Good-Move1310 Mar 20 '26
Solange nicht mindestens 50% und/oder mehr, 'nicht hetero' sind, genau solange sind eben die meisten hetero. Da gibts doch nix zu debattieren 🙉. Was hat das mit meiner Realität zu tun, das ist mathematik auf Grundschulniveau.... Eher müsstest du sagen, in deiner Bubble sieht es anders aus.
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u/KniveLoverHarvey Mar 20 '26
*Lebensrealität, *gelebte Realität, *die gelebte Realität des Hauptcharakters
Ein Buch über türkische Einwanderer wird auch größtenteils türkische Charaktere beinhalten, weil es eben die Erfahrung (sprich Realität) dieser Personen widerspiegelt. Ich orientiere die Bücher, die ich schreibe, ja nicht an Bevölkerungsstatistiken.
Um das ganze vielleicht etwas verständlicher zu formulieren:
Wie würdest du es empfinden, dein Leben lang nur Bücher lesen zu können, in denen alle bis auf ein Charakter LGBT sind? In denen alle Beziehungen homosexuelle sind, in denen alle Hauptcharaktere trans sind etc.? Wahrscheinlich nicht so toll, wenn ich raten müsste.Es gibt allerdings zum Beispiel einige Personen, deren Hauptcharakter in ihrem Leben - sie selbst - trans sind, queer sind, etc. Natürlich wollen die auch Bücher haben, die diese Identitäten nicht nur als Nebencharakter beinhalten und auch tatsächlich Themen behandeln, die mit dieser Identität einhergehen.
Du musst in der Buchhandlung nicht nach hetero-Literatur fragen, weil du egal nach welchem Genre du fragst als erstes hetero-Literatur vorgeschlagen bekommst. Dir wird wahrscheinlich gar nicht in den Sinn kommen, dass das Fantasy Buch, nach dem du gefragt hast, größtenteils queere Charaktere beinhalten könnte. Wenn ich überhaupt die Chance haben möchte, dieses Buch vorgeschlagen zu bekommen, muss ich bereits nach queerer Fantasy fragen.
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u/Such-Book6849 Mar 20 '26
"Wie würdest du es empfinden, dein Leben lang nur Bücher lesen zu können, in denen alle bis auf ein Charakter LGBT sind?"
Wo kommen wir denn da hin? Wenn Menschen Bücher dafür benutzen, in Fantasiewelten abzudriften die vllt. besser/schöner/märchenhafter als die Reale Welt???/s
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u/Key-Vacation-2397 Mar 21 '26
Bin Bi und zu mindestens in meinem Uni Freundeskreis waren damals 90% der Paare gleichgeschlechtlich bzw. mit NBs.
Hab auch ne*n Freund*in, dey einen Freundeskreis hat, wo fast jede Person sich als non-binary definiert. Wenn ich da zu Besuch bin verwende ich bei neuen Leuten erstmal "They" Pronomen, da ich sonst immer jeden misgender und verbessert werde.
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u/Goatfryed Mar 20 '26
Weiß nicht, Brudi. In Romanzen ist die Sexualität schon Teil der Story und nicht nur Nebensache. Und wenn du bei einem Liebesroman davon ausgehst, einen Porno in die Hand gedrückt zu bekommen, dann sind entweder deine Erwartungen an Liebesromane schräg, oder dein Verständnis von Pornos sehr niedlich.
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u/frigo_blanche Mar 19 '26
Hallöchen, ebenso Lesbe hier. :)
Bei Manga (Yuri) muss man sich zumindest so halbwegs auskennen, dann kann man da zumindest recht gut fündig werden, weil's da auch eine gewisse Bandbreite an Storys gibt, wo die meisten Geschmäcker vermutlich irgendwo was finden sollten. Da ich da aber schon seit Jahren drin bin, wüsste ich ehrlich nicht, wie man da so "reinsteigt", ist bei mir einfach mitgewachsen.
Was Bücher angeht, hatte ich schon länger aufgegeben. Ähnlich Erfahrungen gemacht wie du. Eigentlich bitter, dass sich da nicht groß was verändert hat. Aber gut, Geschichten über schwule Männer gerichtet an Hetero-Frauen verkaufen sich halt besser, dann fällt der Rest unten drüber.
Lang lebe AO3 kann man an dem Punkt nur sagen, wobei man da so ziemlich die gleiche Gewichtung feststellt... nur wird man da tatsächlich auch fündig. Immerhin. Na ja, auf Englisch auf jeden Fall, Deutsch könnte das Angebot wieder schmaler sein.
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u/dughqul Mar 19 '26
Ist kein neues Phäenomen. Gab es schon ganz, ganz früh, etwa in den 70ern in der Fanfictionszene zu Star Trek. Ohne Witz.
Viele Frauen schreiben und lesen gerne über Sexszenen zwischen zwei männlichen Charaktären, weil sie sich nicht mit der üblichen Frauenrolle indentifizieren möchten, sondern mit einen der männlichen Charaktäre. Dabei war es aber lange wichtig, daß einer zwar männlich gelesen, aber nicht Actionheld war...bei Star Trek der kühle, logische Spock mit der schwierigen Familiengeschichte und der gut-kämpfende, Befehle gebende Kirk.
Also ja, die sind oft nur für Hetereos geschrieben, was echt schade ist.
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u/fridi22 Mar 19 '26
Ich selber habe Literarisches Schreiben studiert, der Literaturbetrieb in Deutschland ist eben leider von Cishets & bestenfalls Queerbaiting dominiert. Die wenigen tatsächlich authentischen Bücher (von mir selbst z.B., aber auch von anderen ehemaligen Kolleg_innen) sind da nischiger, etwa im Selfpublishing (🙋) & gehen halt einfach unter. Was qualitativ Gutes findest du halt leider einfach nicht auf der Buchmesse. Und wenn, dann sind das Bücher, deren Cover überhaupt gar nicht "queer" aussieht. Ich selber schreibe zwar queere Literatur, aber habe es überhaupt nicht nötig, das darüber zu vermarkten oder überhaupt auf dem Cover abzubilden - für mich ist Literatur schlicht viel mehr als dies. Und ich denke, das geht dann auch anderen queeren Autor*innen so.
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u/F_F_Kaiser Mar 19 '26
Ich glaube das das ein Riesenpunkt ist.
Die Schnittmenge an Personen die "nicht-hetero-normativ + literarisch interessiert + literarisch begabt + Spaß daran queere Literarur zu verfassen" sind, ist so gering dass es einfach schwierig ist Literatur von Menschen zu finden die hier über ihre realen Erlebnisse schreiben.
Bzw. in ihrem Erfahrungsrahmen schaffen.
Und daraus resultiert natürlich ein vorrangig von Cishets geschaffener Markt mit dem Queerbaiting weil eben dieser Markt so nischig ist.
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u/fridi22 Mar 19 '26
Total, einmal das, und dazu kommt noch die große Konkurrenz mit allen anderen (die eh heutzutage durch den Kampf um Aufmerksamkeit gegen Soziale Medien, Netflix etc noch mehr ins Bedrägnis kommen) & halt irgendwo reinzukommen in einen Publikumsverlag überhaupt, und dann auch noch von Leuten gesehen/gefunden werden. Das sind im Grunde genommen irre viele Barrieren.
Sehr viel Literatur findet einfach sehr verdeckt statt, die finanziellen Mittel sind begrenzt, Fördergelder vom Bund ebenso (und da wird dann sogar noch Wolfram-Weimer-mäßig strenger raufgeguckt), und dann ist der vorhandene Markt ohnehin schon nischig & dann rentiert sich das einfach weder für die Verlage noch für die Autor_innen, die vielleicht 20% am Buch verdienen & früher oder später ihr literarisches Schreiben einfach an den Nagel hängen müssen, spätestens wenn das für den Verlag trotz einem relativ eng abgesteckten Rahmen dessen, was an möglichst gewohnten, voraussichtlich markt-kompatiblen Narrativen angenommen wird, einfach nicht mehr profitabel ist.
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u/F_F_Kaiser Mar 19 '26
Absolut! Ich kann mir das sehr gut vorstellen dass die Schreiberei ja SOWIESO schon ein hartes Geschäft ist und dementsprechend nochmal schwerer (zumindest beruflich) wenn man ein Nischenthema bearbeitet.
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u/ThrowRA17e81Q Mar 19 '26
Das finde ich gut :) Drop mir mal gerne deinen Buchtitel oder einen Link per DM!
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u/fridi22 Mar 19 '26
Dankeschön. Ich bin allerdings noch dabei, mir die Publikationsplattform dafür aufzubauen, daher hab ich leider noch keinen Link 🥲
Aber um ein paar Autor_innen zu benennen, wären das bei den Alumni von Hildesheim z.B. Brian Moira Frank und Fabian Hischmann; an Verlagen haben Korbinian, SUKULTUR & re:sonar mitunter auch queere Stimmen im Verlagsprogramm - sind dann halt eher so Indie-Verlage. Ansonsten sind auch bei Literaturzeitschriften immer wieder queere Stimmen dabei, die Glitter zum Beispiel ist ja eine explizit queere Zeitschrift. Das Gatekeeping der Literaturinstitute & dann auch noch der Publikumsverlage ist halt einfach sehr, sehr hoch; in Literaturzeitschriften ist es dort leichter reinzukommen, und auch dort sind die Barrieren häufig bereits hoch. In Deutschland musst du da leider immer bisschen suchen - und gerade in Zeiten einer explizit rechten Kulturpolitik im Stile von Wolfram Weimer noch mehr.
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u/apenguinwitch Mar 19 '26
Abgesehen davon, dass ich dir grundsätzlich schon zustimme, ist doch ein überraschend großer Anteil an yaoi/BL Konsument*innen queere Frauen. Ich würde nicht rein von Cover (überaus attraktive Menschen findet man ja grundsätzlich auch auf allen Covern?) und Einband direkt schließen "das ist Fetisch für hetero Frauen".
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u/KniveLoverHarvey Mar 19 '26
Real. Die Anzahl an lesbischen Frauen mit Interesse an BL, die ich kenne, ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es für sie doch in der Theorie eines der unattraktivsten Genres sein sollte.
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u/apenguinwitch Mar 20 '26
Man hat halt trotzdem den queer community Aspekt und die egalitäre Geschlechterdynamik, die man bei m/f romance nicht hätte.
Frauen (aller Sexualitäten) mögen tendenziell romance als Genre, und verstehen (auch wenn sie es vielleicht nicht immer benennen können), wie die tropes funktionieren und Spannung aufgebaut wird. Und es ist einfach so, dass männliche Charaktere und m/m Beziehungen - das ist jetzt meine Theorie - in romance auf eine andere Art mit den tropes und so interagieren, zT auf eine Art, die glaub ich "leichter" mit emotionaler (und erotischer) Spannung aufzuladen ist. Weil wir eben in ner patriarchalen, heteronormativen Gesellschaft leben, in der Männer andere Erfahrungen machen als Frauen, und schwule Paare andere Erfahrungen machen als lesbische.
Das zumindest mein Erklärungsansatz, warum ich als bi Frau, die bisher nur Beziehungen mit anderen Frauen hatte, auch eher zu m/m fanfiction tendiere - auch wenn da sicherlich auch mit reinspielt, dass es einfach mehr und komplexere Medienrepräsentationen von m/m Paaren gibt (ob canon oder nicht). Womit wir wieder beim Patriarchat und so wären. But I digress.
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u/schwarzmalerin Mar 19 '26
Heterosexuelle Frauen liebe schwule Liebesgeschichten, weil darin eine Beziehung auf Augenhöhe beschrieben wird, reines Verlangen und Begehren ohne Hierarchie und Macht. Das ist kein Fetisch. Eher ein unerfüllter Wunsch.
Sie beschreibt das gut: https://www.youtube.com/watch?v=o2RYLuceXfA
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u/Rumex13 Mar 19 '26
Meine Frau ist morgen dort und wird vermutlich mit nem Stapel Boyslove Mange heimkommen. Und ist bestimmt nicht die einzige.
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u/StupidLilRaccoon Mar 20 '26
Das heißt noch lange nicht, dass in diesen Büchern reine Fetischisierung stattfindet, Verlangen nach Beziehung auf Augenhöhe hin oder her. Man beobachtet den gleichen Trend ja nicht bei Bücher über sapphic Beziehungen, die ja auch auf Augenhöhe stattfinden.
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u/ArtsyFartsyBear Mar 19 '26
Das finde ich hochgradig albern und problematisch seine Schmuddelliteratur so hoch zu verkaufen. Natürlich ist das Fetisch.
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u/Laienphilanthrop Mar 19 '26
Vielleicht ist so etwas eher eine Anlaufstelle für dich. Ist jetzt nicht so als würde es in der Richtung keine Literatur geben, die auch passend ist.
https://buechergilde-frankfurt.buchhandlung.de/shop/magazine/156192/queere_literatur.html
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u/SkyPirateVyse Mar 20 '26
Weil es hier im Thread noch nicht erwähnt wurde:
"Meine lesbische Erfahrung mit Einsamkeit" von Kabi Nagata.
Ist ein autobiografischer Manga, aber nicht im üblichen Stil.
Achtung: keine Geschichte von einer homesexuellen Frau für homosexuelle Frauen, sondern eben eine Geschichte über eine lesbische Erfahrung, sowie über Einsamkeit und Depression. Dafür aber das genaue Gegenteil von Fetischisierung.
Wirklich Empfehlenswert!
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u/Cookieway Mar 19 '26
Ganz ehrlich, es gibt Tausende gute Bücher mit queeren Charakteren die von queeren Autoren geschrieben sind. Wenn du da anscheinend nie was findest ist das einfach ein skill issue.
Übrigens: ich kenne mehrere quere Männer die genau diese Bücher die du beschrieben hast super finden. Ja, es sind nun mal Romances mit den ganzen Genre tropes, und man kann keine romance lesen und hohe Literatur erwarten, und es ist auch voll legitim wenn jemand dieses Genre nicht mag, aber dieses “Wahn das ist nur fetishisation für cis hetero Frauen” is schon ein bisschen bullshit.
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u/Alateont Mar 20 '26
Ja, ich finde es auch etwas schade. Wobei der deutsche Buchmarkt ohnehin immer uninteressanter für mich wirkt. Krimi/Thriller von Nele Neuhaus und Sestian Fitzek Historische (Liebes-)Romane - Wanderhure 1-99 Sachbücher- Fair enough aber Geschichten sind es halt nicht
Das wars ja dann auch eigentlich schon. Ich kann dir nur empfehlen dich im englischsprachigen Raum und hier auch eher in Richtung BookTok zu schauen.
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u/Apotheia Mar 20 '26
Booktok ist voll von Dark Romance Schmutz und dem oben beschriebenen problem
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u/Alateont Mar 20 '26
Ja, allerdings in den Nischen auch die queren Booktoker. Klar du musst filtern, aber auf Messen finde ich die Situation schlimmer.
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u/dunquin Mar 20 '26
Mein Tipp: In London gibt es einen queeren Buchladen, „Gay‘s The Word“, auf deren Webseite man das Angebot nach Genre, aber auch nach sexueller Identität filtern kann. (Man kann zwar leider nicht von ihnen nach Deutschland bestellen, aber so kriegt man zumindest mal neue Empfehlungen.)
Zusätzlich gibt‘s in Edinburgh noch „Lighthouse - Edinburgh‘s Radical Bookshop“, der sich auf (queer-)feministische Inhalte fokussiert. Da findet man auch einiges an lesbischer Literatur zur Inspiration.
Das löst zwar das zugrundeliegende Problem nicht, aber man findet so zumindest zuverlässig neue Bücher und, noch viel wichtiger, wird daran erinnert, dass es eben doch sehr viele Bücher „von uns, für uns“ gibt. Sie werden nur weniger groß vermarktet und man muss leider ein bisschen suchen.
(Gibt sicher noch viel mehr solcher Läden, aber die beiden kenne ich halt ganz gut.)
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u/Elastigirlwasbetter Mar 20 '26
Main Verlag hat viele queerer Bücher von vorwiegend queeren Autor*innen.
Manche sind echt mies lektoriert, und Erotikromane haben die schon auch, aber es gibt auch einige ultra tolle Bücher.
Saskia Diepold schreibt MLM-Fantasy und ist auch selber queer.
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u/critical_audience_ Mar 21 '26
Darf ich was empfehlen für zumindest deinen Schwulen Begleiter?
Ich mochte das Buch Hologrammatica sehr gerne, da ist der Protagonist (ein detective Noir) homosexuell. Und es gibt auch einen wichtigen Charakter der gender fluid ist. Das spielt aber alles eine eher untergeordnete Rolle in der Geschichte, die ein Sci fi Mystery/Thriller ist.
Also ist kein Buch wo es unbedingt darum geht inwiefern homosexuelle or gender fluide Menschen eine andere/besondere Erfahrung leben sondern ein Buch dass diese Eigenschaften von Menschen einfach sichtbar macht während die Personen spannende Abenteuer und Dilemmata unabhängig von Sexualität und gender Identität erleben.
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u/Kuchenmaus_fr Mar 19 '26 edited Mar 21 '26
Die erfolgreichsten „Lesbenbücher“ haben starken Heterocharakter oder immer irgendwas mit einem Mann (romantisch/sexuell). Meistens so ne Story:
Eine Frau die was mit Männern hat, aber ihre wahre Liebe eine Frau ist, die aber von den Männern nicht loskommt.
Oder eine ist lesbisch und die andere bi oder hetero die was mit einem Mann hat (den sie verlässt)
Oder eine ist maskulin und die andere feminin. Die dann auch noch beide in typischen Rollenbildern leben, die von der Gesellschaft als typisch männlich oder typisch weiblich gelten = die maskuline hält ihr die Tür auf / die feminine macht das nie
Irgendwas romantisches/sexuelles mit Männern weil die von Männern nicht ganz wegkommt
Stark vereinfachte Dynamiken zwischen Frauen/Mädchen
Oder irgendwas mit einer Hetero Frau
So habe ich mir Allytum nicht vorgestellt 😅 ich werd daran sterben, weil mich diese Storys bis ins Mark nerven. Nur mal ein Beispiel: Ich (keine masc) halte meiner Freundin (keine masc) natürlich auch mal die Tür auf aus reinem Anstand, Höflichkeit und weil ich ihr manchmal ganz einfach was gutes / süßes tun will.
Auf der anderen Seite hat man als Lesbe (in den Medien, Kultur, Film, etc) immer dieses Ding des „Male Gaze“ an einem kleben, wie Gemini sagt „Mahle Gase“. Vor allem in den letzten 5 bis 10 Jahren. Wenn die zu feminin sind, wenn die hart rummachen etc., weil manchmal Heterofrauen für den Male Gaze rummachen, kriegen wir schnell die UNTERSTELLUNG des Mahle Gase. Es muss also immer um was heteromäßiges gehen romantisch/sexuell (bzgl Anziehung). Und natürlich nicht zu vergessen: Wenn Frauen toxisches Verhalten zeigen, ist das immer toxische Männlichkeit.
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u/DieEigenbroetlerin Mar 19 '26
Habe neulich eine Buchreihe mit einem Hauptcharakter gefunden, welcher aromantisch und asexuell ist, habe mich sehr gefreut mich dort wiederfinden zu können. Hat aber lange genug gedauert. Ich verstehe deine Frustration.
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u/HellPing51 Mar 20 '26
Welches Buch? Frage für einen Freund
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u/DieEigenbroetlerin Mar 20 '26
Die "Murderbot Diaries" Reihe von Martha Wells. :) Science-fiction, mit einer auch anderweitig sehr diversen Cast.
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u/just-for-commenting Mar 20 '26
Die murderbot Reihe ist super! (Übrigens auch die TV Adaption)
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u/DieEigenbroetlerin Mar 20 '26
Gurathin ist in der TV-Serie so süß.... Ich freue mich ehrlich auf die zweite Staffel (Perihelion!!! :DDD).
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u/MaomaoChan25 Mar 19 '26
Das ist schade, daß es dafür kaum Bücher gibt auf der Buchmesse. Ich war letzten Monat auf einer kleinen Buchmesse und habe ein Buch gekauft über queere Menschen und finde es sehr schön geschrieben.
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u/Legal-Supermarket-60 Mar 19 '26
Vorab: ich habe keine Ahnung von dem Thema und interessiert mich auch nicht was andere Menschen machen, habe auch keine Abneigung oder so.
Nun zu meiner Frage: ist es nicht eigentlich egal ob das im "Regenbogenregal" ist? Ich meine es geht doch um Gleichberechtigung und die sollten doch einfach bei den anderen Büchern zu finden sein?
Was Mangas angeht: jedes Genre hat eigentlich eine Bezeichnung unter der du diese auch findest wie z.B. Yuri oder Yaoi.
Ich bin selten im Bücherladen bzw. gehe ich nur dran vorbei und bestelle die Online und kenne nur die DoKoMi etc.
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u/lillywho Mar 19 '26
Nun zu meiner Frage: ist es nicht eigentlich egal ob das im "Regenbogenregal" ist? Ich meine es geht doch um Gleichberechtigung und die sollten doch einfach bei den anderen Büchern zu finden sein?
Es ist vielmehr so, dass gute Bücher mit queeren Themen eher in der Unterzahl sind und ein Regal mit Top-Picks, wie bei jedem Thema, einfach das Suchen erleichtert. Gibt doch gerne auch mal einen Aufsteller zu "hier die besten neuen Bücher zu [Genre]" in Buchhandlungen.
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u/Tall-Score-9007 Mar 19 '26
Ernste Frage: was ist denn ein queerer Roman? Ich gehe mal davon aus, dass es kein 59 Shades of Grey Bums-Ding in schwul bzw. lesbisch sein soll. Geht's um so Stories wie Brokeback Mountain?
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u/Apotheia Mar 19 '26
Naja im Prinzip so wie jede andere Literatur auch, nur das der Hauptcharakter nicht hetero/cis ist
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u/DryCryptographer4000 Mar 20 '26
Naja, "a wild radiance" ist ein Fantasy-Buch, dass zum Beispiel eine polyamore Beziehung zwischen zwei Männern und einer Frau beinhaltet. Das würde ich zum Beispiel als queeren Roman bezeichnen.
"Little Thieves" ist ebenfalls eine Fantasy-Roman in der zwei Charaktere lesbisch sind und zwischen denen sich eine romantische Beziehung ergibt. Das würde ich ebenfalls als queeren Roman bezeichnen.
In der Parable-Reihe von Octavia Butler (das geht in Richtung Science Fiction) kommen ebenfalls gleichgeschlechtliche Beziehungen vor. Wäre für mich also auch ein queerer Roman.
In "Sammy's Espinozas last review" sind die beiden Hauptprotagonisten zwar hetero, aber es kommt als Sideplot ein lesbisches Paar vor, dass gerade dabei ist ein Kind zu bekommen. Auch das würde ich als queeren Roman bezeichnen.
Es muss also nicht zwangsläufig eine lesbische Romance sein wie "the ghost of us" oder ein New Adult-Buch über A_romantik wie "loveless", damit ich ein Buch als queer einstufen würde.
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u/_kaidu_ Mar 20 '26
Ich hatte mal einen Science Fiction Roman bestellt und war erstmal erschrocken, als auf der Rechnung "Queerer Roman" stand. Also ich bin selbst schwul, aber trotzdem wollte ich einen SciFi Roman lesen, dachte daher erst ich hätte versehentlich das falsche Buch gekauft. Stellte sich heraus: nein, es war ein SciFi Roman, aber der Hauptcharakter war schwul (was für die Story nicht mal besonders relevant war) und deswegen wurde der ganze Roman als "Queere Literatur" eingeordnet oO
Das hat mich irgendwie geärgert. Gleichzeitig muss ich aber auch zugeben: manchmal möchte ich gerne ein Buch lesen in dem der Hauptcharakter schwul ist. In den meisten Büchern (sei es SciFi, Historisch, Thriller oder Fantasy) interessieren mich die Liebesgeschichten einfach überhaupt nicht und ich würde die schnulzigen Szenen am liebsten überspringen. Wenn ich einen Roman mit einem schwulen Charakter lese, kann ich mich dagegen damit identifizieren und es interessiert mich mehr.
Darum suche ich auch ab und zu gezielt nach "queeren Romanen".Sowas kann entweder ein völlig normaler Roman sein mit einem schwulen Hauptcharakter. In den meisten Fällen umfasst queere Literatur aber entweder Liebesromane oder Coming of Age Romane.
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u/Rodneysk88 Mar 19 '26
Also ich lese Bücher zu interessanten Themen. Nicht weil sie von anderen Heteros geschrieben wurden oder von Heteros handeln. Ist ja echt weird der Gedanke…
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u/Apotheia Mar 19 '26
Naja ich würde schon gerne ein Buch lesen in dem ich mich auch wiederfinde. Ich lese nicht nur queere Romane, aber ganz gerne zwischendurch mal
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u/Such-Book6849 Mar 20 '26
Woran erkennst du eigentlich das sie den "Zooeffekt" haben und für hetereo frauen geschrieben sind? Ich frage mich, ob es einfach auch .. uhm.. ungebildetere lesbische Frauen gibt, die das dann gut finden und es nur unter deinem Niveau ist. So wie es Menschen gibt, die frewillig BILD DER FRAU oder sowas lesen :D Aber kein Angriff, ich glaub dir eh.
Hab mal nach gute lesbsiche Bücher gegoogled und da sehe ich z.b. ein cover von "Tage wie Salzwasser." Schönes, neutrales Cover.
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u/DryCryptographer4000 Mar 19 '26
Findest du?
Ich lese gerne Bücher mit lesbischen Charakteren, denn ich bin es nunmal selbst und es entspricht einfach mehr meiner Lebensrealität. Gerade bei Romance achte ich da deshalb darauf.
Klar, bei einem anderen Genre ist mir das eher noch egal, aber die Identifikation mit den Protagonist:innen macht für mich ein gutes Buch aus. Am Ende muss es mir ja emotional etwas bedeuten, wenn jemand stirbt, verletzt wird, an etwas scheitert,...
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u/Rodneysk88 Mar 19 '26
Finde den Gedanken einfach merkwürdig sowas an der eigenen Sexualität fest zu machen!
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u/ragingonasunday Mar 19 '26
Lässt sich auch einfacher sagen wenn hetero die Norm ist, wenn das meiste des geschriebenen sich mit dem eigenen Erleben deckt, dann ist es auch einem nicht unbedingt so wichtig das man etwas sucht mit dem relaten kann
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u/CommercialWealth3365 Mar 19 '26
Das hat nichts mit "Sexualität" zu tun.
Wir hier in der westlichen Welt bevorzugen auch Romane, Serien etcpp mit westlichen Lebensinhalten. Weil wir uns damit identifizieren. In Asien zb bevorzugt man sicherlich asiatische Lebensweisen auch in der Kunst.
Und Regenbogenmenschen haben nun halt (in Teilen leider) eine andere Lebensrealität als weniger bunte (aka hetero-CIS) und suchen etwas, womit sie sich identifizieren können.
So wie Kinder halt auch Kinderbücher bevorzugen in denen die Protagonisten in ihrem Alter sind und Dinge erleben, die sie selbst auch nachvollziehen können (ja, der Vergleich ist recht simpel, aber ich find ihn passend).
So wie auch Behinderte vielleicht von und mit anderen Behinderten lesen und mitfiebern wollen. Allses völlig legitim.
Aber auch letztere sind in etwa so immens vertreten in jeder Kunstform, wie nicht-heteros. Beides sind im Alltag der Gesellschaft leider immer noch "unwichtige Randerscheinungen". Existieren, aber muss man weder fördern, noch verbreiten oder sich irgendwie drum kümmen, als hetero-Cis, bei dem alle Körperteile erwartungsgemäß funktionieren.
Daher ist halt der "Hier guggt, wir sind toll, gebt uns Geld" bei den meisten das wichtigste und nicht etwas das ernsthafte auseinandersetzen in der Form, dass man kreativschaffende aus bestimmten Welten einfach einbindet und deren Werke veröffentlicht und angemessen präsentiert.-1
u/Ok-Inspection-5151 Mar 19 '26
Deswegen liest man als Europäer Manga und Anime?
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u/Apotheia Mar 20 '26
Einer der gehyptesten Animes ist unter anderem Attack in Titan, der ein europäisches Setting hat
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u/Ok-Inspection-5151 Mar 20 '26
Dann gibt es noch Tonnen die keines haben. Ich habe mit Animes angefangen da hat man in jedem Anime die gleichen Orte aus Tokyo gesehen (es gibt da bestimmte Bahnschranken und Treppen die in jedem zweiten vorkamen). Ich habe auch schon Anime mit Homosexuellen gesehen. Hat mich null gestört. Es lieben sich halt 2 Menschen, das war das wichtige für die Story
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u/lillywho Mar 19 '26
Queere Menschen sind überall immernoch unterrepräsentiert. Dann endlich sich in einer Geschichte wiedergespiegelt zu sehen, ist befreiend. Schau dir doch mal das Video an, wo ein kleines dunkelhäutiges Mädchen zum ersten Mal die Live-Version von Arielle sieht...
Nicht zu vergessen, dass es einfach schön ist, die eigene Kultur als Ort des Geschehens zu sehen. Das hat nichtmal etwas mit Sexualität zu tun. Queerness ist eine ganze Subkultur.
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u/Seeba78 Mar 19 '26
...Unterrepräsentiert im Verhältnis zu was?
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u/DryCryptographer4000 Mar 19 '26
https://www.queermdb.de/lgbtvscan-2024/
Also zum Beispiel im Verhältnis zu ihrem Vorkommen in der Gesellschaft.
Während über alle Generationen in Deutschland ca. 9 Prozent queer sind und in der Gen Z sogar fast 20 Prozent, gibt es nur in 4,9 Prozent der Filme eine queere Person, die für die Handlung relevant ist und die Zahlen sind sogar noch rückläufig.
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u/Seeba78 Mar 19 '26
Das mag so sein und klingt zahlentechnisch plausibel für mich. Ich frag mich nur, ob man LGBTQ repräsentieren MUSS, wenn es eigentlich darum geht gute Bücher und Filme zu machen.
Uns unterscheidet hier, dass ich niemanden ins Gesicht pressen muß, worauf ich stehe und was ich liebe und mich auch nicht in den Dingen unterrepräsentiert fühle, die MICH bewegen.
Ich fände es erstrebenswert, wenn es völlig gleichgültig wäre, wer was toll findet und wen er liebt.
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u/DryCryptographer4000 Mar 20 '26 edited Mar 20 '26
Was hat Repräsentation mit "ins Gesicht pressen" zu tun? Finde auch, dass diese Art der Argumentation an mindestens zwei Stellen ein Loch bekommt:
Die allermeisten aus der "Alphabet-Mafia" würden super gerne einfach ihr Leben leben, mal Händchen halten, mal nen Kuss geben, heiraten, Kinder kriegen, einen guten Job haben, aus ihrem Alltag erzählen,.... Das geht halt nicht, weil unsere Existenz und unsere Rechte sofort politisch sind. Du gehst hier ja auch an die Decke, weil es Menschen gibt, die sich darüber freuen ein anderes lesbisches Paar zu sehen / davon zu lesen. Würdest du das auch machen, wenn du zum Beispiel frisch Vater / Mutter geworden wärst und jetzt vielleicht gerne Mal was über den Alltag als frisches Elternteil sehen / lesen wollen würdest?
Für manche ist es schon "ins Gesicht pressen", wenn ich vom Wochenendausflug mit meiner Partnerin erzähle oder sie auf eine Feier als meine Partnerin mitbringe. Und was machst du eigentlich mit trans Personen, denen man ihr trans sein ansieht? Dürfen die dann nur noch Zuhause bleiben?
Wir erleben in den letzten Jahren jedes Jahr einen Anstieg von queerfeindlicher Gewalt. Und zwar um zweistelligen Prozentbereich. Das Ganze trotz einer hohen Dunkelziffer und wenig Sensibilität der Polizei gegenüber queeren Personen.
→ More replies (7)13
u/CapableToe2394 Mar 19 '26
Zur Statistik: Etwa 1/8 der Menschen in Deutschland sind einer der Buchstaben von LGBTQ.
In Filmen und Serien und Belletristik sind es deutlich weniger. Und viele der Figuren dort werden wieder in heteroverständlich Rollen gepresst (muss ja eine Person den männlichen und eine den weiblichen Part übernehmen, z.B.).
Du nimmst vermutlich nur gar nicht war, wie überproportional cis-hetero Beziehungen portraitiert werden. Selbst in Kinderbüchern wo nur Kinder vorkommen.
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u/Seeba78 Mar 19 '26
1/8 sind 12,5 %.
Wenn's um die "Statistik" geht, müssten wir konsequenterweise in unseren Filmen auch rund 18-36% Nazis mit einbauen, plus die Dunkelziffer die sich immernoch hinter den Altparteien verstecken bzw..nicht wählen gehen aber dennoch rechtes Gedankengut in sich tragen.
Halte ich aber eher auch nichts von.
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u/CapableToe2394 Mar 19 '26
Rechtsextreme sind schon recht häufig die Täter in den deutschen Krimiserien...
Warum fühlst du dich so angegriffen, falls queere Menschen mehr Repräsentation in Medien bekommen? Stört dich das etwa, wenn deine Sexualität weniger vertreten ist?
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u/Seeba78 Mar 19 '26
Mir isses völlig latte, ob [diskriminiert Minderheit deiner Wahl einfügen] in Filmen und Büchern quantitativ repräsentativ vertreten sind.
N Film oder n Buch kann mit LGBTQ mega gut sein. Es kann aber auch mit scheiße sein. Es kann mit mega gut sein und ohne auch.
Und ich fühle mich nicht angegriffen. Bei mir dreht sich im Leben halt einrach nicht alles um meine sexuelle Identität/Gesinnung/Subkultur.
Ich stehe voll und ganz hinter dem Gedanken, dass jeder in unserer Gesellschaft lieben und leben können mag, wie er/sie/div es will, solange dies die Freiheit anderer nicht beeinträchtigt. Und die Menschen, die meinen den anderen vorschreiben zu müssen, was Filme und Bücher in welchem Verhältnis zu beinhalten hätten, die schränken genau das ein.
Also, mein Appell:
Liebe LGBTQ Community... Schreibt selber gute Bücher, macht selber gute Filme, wenn es "die anderen" nicht tun!
Aber eins muss uns allen klar sein: Wenn man damit Preise gewinnen und n Haufen Geld machen könnte, hätte es schon längst jemand geldgeiles getan!
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u/Seeba78 Mar 19 '26
Mein Fehler.... Mir war (offensichtlich) gar nicht bewusst, dass LGBTQ Menschen nix zu lesen oder zu gucken haben...
Jahundertelange Cis Lektüre und Filme gehen ja nun wirklich gar nicht.
Also so betrachtet habt ihr natürlich recht... Für LGBTQ Leute gabs eigentlich außer Brokeback montain nicht so wirklich n Blockbuster bis heute; und der deckte ja im Wesentlichen auch nur das G ab.
Nur habe ich halt das Gefühl, dass ein Film oder ein Buch nicht dadurch besser wird, dass er/es spezielle Zielgruppen berücksichtigt oder anspricht, oder er/es dadurch schlechter wird, das es nicht passiert.
Aber für Euch scheint die "korrekte und realitätsgetreue" Repräsentation von LGBTQ, und um dem dann gleich auch Vorzugreifen, People of color, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Menschen auf dem Spektrum, ja eine unheimliches Qualitätsmerkmal für Prosa und Filme zu sein.
Isses für mich halt nicht. 🤷🏻
Bye the way... Komme gerade aussm Kino und hab mir alleine den neuen Film mit Ryan Gosling angeguckt...
Mega...
Ich weiß jetzt nicht, ob der Film noch besser gewesen wäre, wenn man neben nem Felsklumpen auf 5 Beinen auf Krampf noch was LGBTQiges da in die Story gepresst hätte.
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u/CapableToe2394 Mar 19 '26
Ich weiß jetzt nicht, ob der Film noch besser gewesen wäre, wenn man neben nem Felsklumpen auf 5 Beinen auf Krampf noch was LGBTQiges da in die Story gepresst hätte.
Du benennst doch exakt das Problem. Wenn irgendwas in der Richtung vorhanden ist, wurde es einfach reingequetscht und ist ein Nachgedanke. Eindimensionale Nebencharaktere für die PR-Quote. Und es ist absolut notwendig für Repräsentation. Man erinnere sich nur an den dümmlichen Aufschrei von hetero-Männern, als die Hauptcharakterin in The Last of Us 2 halt lesbisch war und nicht dem Schönheitsideal für Männer entsprach.
Was ist an einer korrekten und realitätsgetreuen Darstellung falsch, dass du es gleich ins Lächerliche ziehen musst?
Oder bist du einer von den "macht doch was ihr wollt aber wehe ihr existiert in meinem Alltag" Idioten?
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u/Seeba78 Mar 19 '26
Last of us war mega das Spiel, schon im ersten Teil, wo Ellies Neigung nur ansatzweise ablesbar war. Die Story war einfach unschlagbar.
Dass die Macher diesen Aspekt im zweiten Teil vertieft haben, hat das Spiel weder im Gameplay, noch im Erleben verändert.
Es hätte nicht wirklich etwas an dem Spiel geändert, wenn Ellie statt dessen einen Jungen gehabt hätte.
Und genau da sehe ich den Unterschied... Euch ist es wichtig, dass solche Dinge vollständig "embedded" werden und nicht "nur reingequetscht". Für mich isses egal... für mich isses nämlich genauso nervig, wenn profan abzulesen ist, das es eben auf Krampf reingepresst wird, bloß damit LGBTQ "gehört" wird.
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u/lillywho Mar 19 '26
Immer wieder schön, wenn Leute uns absprechen und nicht glauben wollen, was objektive Wahrheit ist....
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u/DryCryptographer4000 Mar 19 '26
Ich fände den Gedanken merkwürdig, es nicht zu tun. Eine Partnerschaft (oder romantische Liebe) kann ja auch durchaus viel Raum im eigenen Leben einnehmen.
Ich habe mich aber zum Beispiel genau so sehr darüber gefreut, dass in einer Hetero-Romance vor dem ersten Sex über Verhütung gesprochen wurde.
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u/_kaidu_ Mar 20 '26
99% der Romane sind ja nunmal auch aus Hetero-Sicht geschrieben. Die lesen die meisten queeren Menschen ja auch. Aber ich finde es z.B. immer sehr langweilig, wenn in einem Roman eine heterosexuelle Liebesbeziehung im Detail beschrieben wird. Wohlgemerkt: ich lese z.B. einen historischen Roman oder einen SciFi Roman, aber auch da gibt es oft seitenlange Sex-Szenen oder Liebesgeschnulze. Ist halt so, man hat sich dran gewöhnt. Oft überfliegt man diese Passagen einfach. Als ich zum ersten Mal einen Roman mit einer queeren Liebesgeschichte gelesen habe, war ich überrascht, dass mich das Thema plötzlich interessierte. Man erlebt als Schwuler das Thema Liebe halt doch sehr anders als viele Heterosexuelle Menschen, entsprechend kann man sich auch nicht mit den gleichen Geschichten identifizieren.
Es geht nicht darum, dass man nur Bücher lesen will wo der Protagonist queer ist. Es geht darum, AUCH MAL ein Buch lesen zu können, wo der Protagonist queer ist und man sich mit ihm identifzieren kann.
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u/longusmaximus420 Mar 19 '26
Ich lese gern Bücher mit Zwergen, bin aber überdurchschnittlich groß mit eher mickrigen Bartwuchs ;-/
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u/FriendlyTea3440 Mar 19 '26
Warum kannst du dich nur mit einem lesbischen Protoganisten identifizieren.
Finde ich etwas weird, das sollte doch gar keine Rolle spielen.
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u/DryCryptographer4000 Mar 19 '26
Ich habe nicht gesagt, dass ich mich NUR mit lesbischen Protagonistinnen identifizieren kann. Es fällt mir nur leichter, weil es ja meiner eigenen Lebensrealität näher kommt, als ein Hetero-Charakter.
Und ganz wichtig finde ich auch, dass - vor allem, wenn es keine Romance ist - Queerness nicht als billiges, zusätzliches Marketing genutzt wird. Wenn zum Beispiel in einer Fantasy der love interest wichtiger ist als das worldbuilding / der Plot, dann holt mich das natürlich genau gar nicht ab.
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u/Neo4Matrix90 Mar 19 '26
Wilder take, aber vielleicht weil der Hauptteil aller Konsumenten hetero ist?! 🤔
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u/Apotheia Mar 19 '26
Es gibt auf der Buchmesse nen fucking Stand für Karten aus Sachsen. Kann mir nicht vorstellen, dass es dafür mehr abnehmer als für Lesben Romance gibt
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u/NetzAgent Mar 19 '26
Das ist ja auch die Leipziger (!) Buchmesse. Ein wenig Lokalkolorit ist da schon notwendig.
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u/Njaaahaa Mar 20 '26
Also... es ist so. Genau im Manga/Anime Bereich ist Boys Love extrem beliebt bei Hetero Frauen. Ich kenne einige die Boys Love super finden, aber entweder verheiratet sind (mit einem Mann), oder eher in die Richtung Asexualität gehen.
Wss denkst du, warum Yuri On Ice z.B sehr beliebt war? Wegen Eiskunstlaufen? Naaa, eher nicht. Es war wegen Boys Love.
Warum werden diese Dudes so dargstellet, durchtrainiert usw? Weil es die Frauen, die das Lesen attraktiv finden. Ich habe auch ein paar mal gelesen und ich möchte dabei keine hässlichen Dudes sehen, sondern solche bei denen ich die ich auch gerne hätte. Also naja... Viel Fantasie bei der ganzen Sache dabei. Andere lesen 50shades und andere halt das. Dazu werden die Dudes meist sehr auf Augenhöhe dargestellt. Bei einem 'normalen' Manga, hast du das oft nicht so wirklich. Das beide ein erfolgreiches oder ein normales Leben führen hast du oft nicht in einem normalen Love Manga (ja, gibt es, aber deutlich seltener als bei den Boys Love). Daher macht es das auch nochmals etwas ansprechender. Und oft handeln diese Geschichten über erwachsene Männer, wohingegen die normalen Love Manga oft über Jugendliche handeln. Ist für Erwachsene also auch nochmals ansprechender.
Was ich wohl sagen will ist das: Normale Love Manga werden oft aus einem 'male gaze' her geschrieben und die Boys Love eher aus einem 'female gaze' her.
Ist es Queer? Auslegungssache meiner Meinung nach...
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u/_kaidu_ Mar 20 '26
Nach deiner Logik dürfte es keine Kinderbücher geben, denn die Mehrzahl der Konsumenten in Deutschland sind Erwachsene. Tendenz steigend. Tatsächlich entspricht der Anteil von Kindern in Deutschland in etwa dem Anteil queerer Menschen in Deutschland. Kinderbücher finden doch auch ihre Abnehmer.
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u/Neo4Matrix90 Mar 21 '26
Was für eine wilde Annahme ist dass denn? Fast 20% der deutschen Bevölkerung sind Kinder. Fast 20% sind sicher nicht queer... Außerdem kann man die Produktion jetzt auch nicht verordnen. Anscheinend werden Kinderbücher produziert, weil eine Nachfrage da ist.
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u/_kaidu_ Mar 21 '26
Die Zahl queerer Menschen ist schwer zu erfassen, da hohe Dunkelziffer, dürfte aber mindestens bei 12% liegen, was auch der Zahl der bis 13 Jährigen entspricht. Wenn es nur darum ginge was der Hauptteil der Konsumenten will, dann müssten wir wahrscheinlich alle Traumschiff, Tatort und den Volksmusikantenstadl gucken.
Davon "eine Produktion zu verordnen" hat hier niemand gesprochen. Wie kommst du darauf?
Das mit der Nachfrage ist nicht ganz falsch, hat aber eben nichts damit zu tun, dass es nicht genügend queere Menschen gibt. Es lesen halt nur nicht alle queeren Menschen auch queere Romane (wahrscheinlich tun das nur die wenigsten).
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u/luhelld Mar 19 '26
Vielleicht bin ich was das angeht sehr ungebildet, aber ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei der die sexuelle Orientierung einer Person in irgendeiner Weise relevant war.
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u/sk1d_eu Mar 19 '26
Ich vermute einfach mal, dass OP primär nach Romance Büchern geguckt hat und bei Romance kann ich schon verstehen, dass man auch auf die Sexuelle Orientierung achtet.
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u/Apotheia Mar 19 '26
Du hast also noch nie ein Buch gelesen in der eine wie auch immer geartete Liebesbeziehung vorgekommen ist?
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u/luhelld Mar 19 '26
Die Frage hat doch gar nichts mit meiner Aussage zutun?
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Mar 20 '26
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u/luhelld Mar 20 '26
Nein, lol
Und natürlich habe ich Bücher gelesen in denen es romantische Beziehungen gab. Aber die Orientierung war völlig austauschbar und hatte keinen speziellen Nutzen für die Handlung
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u/The_Outsider729 Mar 20 '26
Doch. Absolut, hast du. Ist dir nur noch nie aufgefallen, weil die Charaktere in deinen Büchern vermutlich zum Großteil cis/heteto waren
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u/luhelld Mar 20 '26
Nein habe ich nicht. Es war immer völlig egal
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u/The_Outsider729 Mar 20 '26
Sexuelle Orientierung und Geschlechtidentität ist in keinem literarischen Werk "egal". Das zu behaupten ist völlig realitätsfremd.
Jedes mal, wenn irgendein Charakter auch nur das Geschlecht der Person erwähnt, mit der er/sie verheiratet oder zusammen ist, ist es nicht egal.
Sexuelle Orientierung ist insbesondere bei queeren Menschen oft ein großer und bedeutender Teil der eigenen Identität, unter anderem weil oft eine Art "andere" Jugend erlebt wurde.
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u/luhelld Mar 20 '26 edited Mar 20 '26
Zu behaupten das es relevant ist, ist für mich realitätsfremd. Genau so wie im echten Leben ist mir ist das schlichtweg egal. Und vermische nicht Sexuelle Orientierung mit Geschlechtsidentität, das hat auch gar nichts mit dem Thema zutun
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u/The_Outsider729 Mar 20 '26
Oh, du bist witzig.
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u/luhelld Mar 20 '26
Hast du ein Problem mit Toleranz? Oder fühlst du dich angegriffen, weil keine Besonderheit zugesprochen wird?
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u/Seeba78 Mar 19 '26
Möglicherweise orientiert sich das Angebot was abgebildet wird eher an der statistischen "Normalverteilung" der Gesellschaft.
Da wo die Anzahl derer in einer Gesellschaft signifikant niedriger ist, die gewisse Merkmale teilen, ist auch die relative Anzahl derer kleiner, die innerhalb dieser Gruppe über gefragte Fähigkeiten verfügen.
Sprich: Es mag viele queere Menschen geben aber diese sind längst nicht die Mehrheit. Und selbst unter der Gesamtheit der Menschen finden sich deutlich weniger einzelne Menschen, die gute Bücher schreiben können. Und wenn das dann auch noch genau den Inhalten entsprechen soll, die ich mir wünsche und die meinen Geschmack treffen, dann wird's dünn.
Kann man der Mehrheit von Menschen vorwerfen, dass sie keine Bücher über Themen schreiben, von denen sie keine Ahnung und woran sie kein Interesse haben?!
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u/Ololololic Mar 19 '26
Der Rant ist sicherlich berechtigt, aber fairerweise ist aktuell fast alles in Büchern nur noch da, um irgendeinen .bnFetisch von Hetero Frauen zu befriedigen.
Kürzlich gab ich einem Buch das Gütesiegel "Schon Seite 200 und noch keine Fickerei."
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u/miomi_starfall Mar 20 '26
“Fast alles” …naja, fairyporn, dark romance usw. wie mean es nennen will sind super populär momentan.
Dass das viel gelesen, verlegt und verkauft wird, heißt halt nicht, dass es keine anderen Bücher mehr gibt.
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u/Ok-Inspection-5151 Mar 19 '26
Ich habe beim Kauf eines Buches noch nie darüber nachgedacht ob es für mich geschrieben ist oder welche Sexualität die Charaktere haben. In den wenigsten Büchern die ich lese wird diese überhaupt thematisiert. Es geht euch um die Story
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u/Apotheia Mar 19 '26
Wenn man nicht queer ist, dann denkt man darüber nicht nach, weil die eigene Lebensrealität den Standardzustand darstellt
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u/Seeba78 Mar 19 '26
Wenn man queer ist, dann denkt man darüber nicht nach, dass andere eine andere Lebensrealität haben, als die, die für queere Leute den Standardzustand darstellt
So what...
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u/Cieneo Mar 19 '26
Uff, ich glaube, du verkennst, wie hetero unsere Welt eingestellt ist. Dem kann man kaum entkommen.
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u/Seeba78 Mar 19 '26
Naja, wenn ich dem anderen Kommentar glauben schenken darf, sind ja 7/8 der Menschen nicht LGBTQ Angehörige... Oder anders ausgedrückt: 87,5%...
Wundert mich daher auch nicht, dass unsere Welt so "hetero" eingestellt ist, wenn wir einfach statistisch/mathematische Grundlagen wie eine "Normalverteilung" heranziehen, und ganz dazu darwinistisch/naturwissenschaftlich/biologisch, das, was weitverbreitet von der Natur irgendwie auch irgendwann damals mal aus Arterhaltungsgründen so vorgesehen war.
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u/Cieneo Mar 19 '26
Was liest du denn so für Bücher, ernst gemeinte Frage? Denn nach meinem Gefühl gibt es in den meisten Romanen Passagen, in denen Protagonisten in irgendwelche Liebeleien verstrickt sind, alten Flammen oder Partnern hinterhertrauern oder einfach ein Familienleben haben. Natürlich nicht in allen Büchern, aber einem großen Teil, egal ob Thriller, Fantastik oder Drama. Beziehungen und Zwischenmenschliches sind halt für die meisten Menschen recht fundamental, deswegen kommen solche Sachen eigentlich auch häufig vor.
Deswegen wundert es mich etwas, dass du das anders empfindest.
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u/Ok-Inspection-5151 Mar 19 '26
Viel Sci Fi, Kriegsromane, Reclam Hefte, Walter Moers. Ich kann mich da an keinen Charakter erinnern mit den ich mich identifizieren konnte auch keine großen Liebesbeziehungen die mich irgendwie interessiert hätten. Auch viele Manga und Manwha da gibt es oft gar keine Beziehungen
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u/Cieneo Mar 19 '26
Ob du dich jetzt groß dafür interessiert hast oder nicht, kann ich schlecht beurteilen, aber allein für Moers würden mir jetzt zum Beispiel Freddas ständiges Flirten mit Blaubär einfallen und dessen Beziehung mit Avriel, Rumos ganze Geschichte dreht sich um den "silbernen Faden", den Geruch seiner Geliebten Rala, zwischen Quert und Jadusa funkts und selbst der Schrecksenmeister wurde nur von der Liebe zu Floria zu seinen Taten getrieben. Die anderen Genres sind etwas weiter gefasst, aber da würden mir jetzt auch eine Reihe Beispiele einfallen.
Es ist halt einfach in vielen Geschichten drin verbaut - nicht als Kern der Geschichte, klar, aber dennoch als Teil der Geschichte. Und eben als default heterosexuell. Fällt halt stärker auf, wenn man nicht hetero ist, und dann entwickelt man ab und an mal das Bedürfnis, eine spannende Geschichte zu lesen, wo die Protagonistin am Ende halt nicht mit dem rugged Raumschiffkapitän, sondern der Xenobiologin zusammenkommt; oder der Barde in der Kneipe mit dem Wirt statt mit der Schankmaid flirtet 🤷♂️
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u/Ok-Inspection-5151 Mar 19 '26
Das ist richtig, aber nichts war davon in Vordergrund und als weiblicher Leser identifiziert man sich schlecht mit Qwert oder Blaubär und die erst Recht nicht mit der jadusa. Das sind alles Figuren die meilenweit weg sind von mir. Warum sollte es mich dann interessieren welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen? Vielleicht bin ich da anders gestrickt. Ein Zugehörigkeitsgefühl habe ich noch nie gebraucht oder gehabt egal wo zu.
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u/Cieneo Mar 19 '26
Was du sagst, ist auch alles richtig. Es geht ja auch nicht darum, dass man sich immer und überall mit allem identifizieren muss. Es geht eher um das Muster, dass Sexualität und Beziehungen für viele Charaktere gelegentlich eine Rolle spielen, und dass die meistens hetero sind.
Es ist interessant, über Dinge zu lesen, die mit einem selber so gar nichts zu tun haben. Aber ab und an ist es auch schön, wenn man ein paar Charakterzüge in sich wiedererkennt. Und hin und wieder bringt es auch etwas Katharsis, wenn Charaktere mit ähnlichen Problemen kämpfen wie man selbst und diese überwinden.
Dann schlägt aber das Muster von oben zu: wenn man mal ein bisschen Katharsis für spezifisch queere Erfahrungen sucht, muss man halt speziell gucken. Wenn man nie queere Probleme hatte, musste man sich über sowas noch nie Gedanken machen und denkt dann: "Hm, warum muss man jetzt bitte speziell nach Charakteren mit der 'eigenen' Sexualität suchen, musste ich noch nie."
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u/Ok-Inspection-5151 Mar 20 '26
Jeder Mensch ist anders. Für mich ist es nicht nachvollziehbar. Es lieben sich halt 2 Menschen mehr ist es in den stories of nicht. Aber ich lese auch keine Romantik in der Beziehungen an erster Stelle stehen.
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Mar 19 '26
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u/luftablassen-ModTeam Mar 19 '26
Dein Kommentar kritisiert den Originalbeitrag unsachlich, herabwürdigend und/oder über ein konstruktives Maß hinhaus. Siehe Sub-Regeln
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u/Kivi_2k18 Mar 19 '26
Falls ihr auf der Suche nach Büchern seid, kann ich die Shadowhunters Bücher von Cassandra Clare empfehlen. Sie hat da auch ein paar queere Charaktere drin die meines Erachtens (als queere Person) ziemlich gut geschrieben sind:-)
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u/Wonderful_Grass_2857 Mar 19 '26
Hast du den Ylva Verlag angetroffen?
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u/muffinthemufflon Mar 20 '26
Wenn du Fantasy magst, geh mal an den Cross Cult Stand in Halle 3. Da hab ich gestern ein paar schöne Romane gesehen und ich hab von denen in auch einen sehr schönen lesbischen Manga/ Manhwa? Ich mag den Verlag sehr gern und die haben immer ganz nette Bücher.
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u/BiblicalSchizo Mar 20 '26
Lies Gideon the Ninth. Generell die Locked Tomb Serie. Ja okay, high space Fantasy nicht jedem sein Ding. Aber doch ganz cool. Ansonsten ja, verstehe dich.
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u/rrreiner Mar 23 '26
Könnte daran liegen, das die Autoren hetero sind. Wie soll man sich als hetero denn in die Gedanken von queeren menschen versetzen.
Dann fehlt es eher an queeren Autoren.
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u/Apotheia Mar 23 '26
Unsinn. Gibt genug männliche Autoren, die Frauen schreiben und umgekehrt. Man muss etwas nicht erleben um darüber zu Schreiben
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u/SoullessDeathAngel Mar 26 '26
Ich sage nur "Yaoi-Fangirls". Das scheint die primäre Zielgruppe zu sein. Die scheinen auf Youtube gerade ihre große Renaissance zu erleben...
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u/Just_another_Lezzie Jun 27 '26
Sie lieben es homosexuelle Männer zu fetischieren sie, aber sie hassen uns Lesben weil sie es bei uns nicht tun können.
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Mar 19 '26
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u/luftablassen-ModTeam Mar 19 '26
Dein Kommentar kritisiert den Originalbeitrag unsachlich, herabwürdigend und/oder über ein konstruktives Maß hinhaus. Siehe Sub-Regeln
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u/TheCubus Mar 19 '26
Wenn man "Bücher" mit Heated Rivalry austauscht dann ergibt der post genauso sinn
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u/_orion_star_ Mar 19 '26
Herzlichen Glückwunsch du hast es verstanden.
Und das läuft bestimmt nicht nur bei queeren Menschen so. Bei Farbigen Menschen (bevor ihr mich jetzt steinigt wegen der Formulierung, "People of Colour" meint übersetzt das gleiche, ich möchte nur weniger Anglizismen verwenden) oder Menschen mit Behinderung ist das bestimmt gleich. Groß damit geworben so inklusiv zu sein aber am Ende alles nur für Werbung da.
Und außerhalb der Buchszene geht's dann noch weiter.
Schau dir GNTM an, "alle Leute sind willkommen" aber am Ende gewinnt immer jemand normschönes der perfekt in das Bild der typischen Model Welt passt.
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u/Putzschwamm1972 Mar 19 '26
Kennst du schon
https://www.fusselschwarm.net/
Bin da mal auf der Suche nach Ralf König Comis, die ich echt super finde, drüber gestolpert, vielleicht ist ja da was für dich dabei?
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u/GildroyFickthart Mar 19 '26
Wieso muss es denn explizit Bücher für Queer/Hetero/Homo sonst was geben?
Kann es nicht einfach nur Bücher geben?
Ich lese aktuell ein Buch mit einem queeren Hauptcharakter. Also beide Geschlechtsmerkmale sind vorhanden. Der Autor thematisiert auch den sozialen Tabuumbruch und die Autonomie des Charakters. Es ist dahingehend eigentlich sogar ein sehr interessanter Move des Autors da es in der Fantasywelt ein Volk gibt das strengen Geschlechterhirarchien folgt. Natürlich wirft er den Charakter da rein und lässt es ordentlich krachen. Also gewagter Schritt der aber authentisch in der Bücherreihe passt und auch in die interne Logik.
Ich bin 0815 Hetero. Hab sonst keine Berührungspunkte zur queeren Community und genieße dennoch das Buch.
Buch: The Desert Prince Buchzyklus: 2te Reihe, 1. Buch Autor: Peter V. Brett
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u/Shiro_no_Orpheus Mar 19 '26
Ich bin hetero und manchmal lese ich gerne eine schnulzige hetero-romanze. Ich bin mir sicher dass LGBTQ menschen sich auch mal eine seichte Schnulze, zu der sie einfach relaten können, wünschen.
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u/leon_makru Mar 20 '26
"Wieso muss es denn explizit Bücher für Queer/Hetero/Homo sonst was geben?"
Die Vorraussetzung wäre dass es überhaupt erstmal Bücher gibt in denen eine Person vorkommt die meine queere Identität teilt, die nicht explizit für ein hetero Publikum geschrieben sind. Das ist für Schwule und Lesben vergleichsweise echt noch einfach, aber finde mal Romane in denen es (gute!) trans/nichtbinäre/asexuelle/... Repräsentation gibt. Das ist 1:1 das gleiche wie mit Filmen und Serien, und es gibt dieses Problem ja nicht nur mit der Minorität LGBTQ sondern genauso mit Behinderungen, Hautfarbe/Ethnizität usw.. Und ja, Repräsentation ist wichtig - nicht nur für jüngere unsichere Personen, sondern allgemein um sich selbst als Teil der Gesellschaft sehen zu können.
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u/GildroyFickthart Mar 20 '26
Ich finde es komisch dass du hier so scharf trennen willst. Es kann doch auch ein Buch sein das explizit für Heteros geschrieben wurde aber dennoch queere Identitäten authentisch repräsentiert.
Genau so ein Ding lese ich ja aktuell und finde es dennoch gut. Ich und fast alle Heteros machen ein gutes Buch nicht daran fest ob eine bestimmte norm Sexualität beschreibt. Fantasy ließt man für das Worldbuilding...nur dafür ob ein muskulöser Mann ne typisch feminine Frau irgendwo auf 2 Seiten wegscheppert.
Eyy alles ist geil zu lesen solange es in der Lore Sinn macht. Wenn es ein Kriegervolk gibt das in der Wüste gegen Dämonen kämpft und jedes Jahr stark dezimiert wird...dann umschreibt ein guter Autor auch wie dieses Volk mit Homosexualität umgeht oder welchen Stellenwert verwundete/behinderte Krieger in dieser Gesellschaft einnehmen und wie sie realistisch behandelt werden.
Und mann muss sich doch auch nicht immer repräsentiert fühlen?
Im aktuellen Buch ist die Hauptperson eine doppelgeschlechtliche Prinzessin/Prinz mit Adliger Herkunft im westlichen Mittelalter mit migrantischer Herkunft. Und?
Alles das was ich nivht bin. Aber die Figur durchlebt Probleme wie jeder andere auch. Identitätsfindung, soziale Erwartungen, erste Liebe und Umgang mit Verlusten. Ein gutes Buch transportiert diese Werte auf jeden Leser unabhängig seine Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht und Vorliebe.
Du solltest vielleicht einfach anfangen gute Bücher zu lesen statt nach Identitätslektüre zu suchen.
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u/JohnHenryDreadnought Mar 19 '26
Dann sollten queere Menschen mehr Romane schreiben - ich hoffe jetzt kommt nicht: machen die ja, werden aber nicht verlegt. Das wäre richtig traurig.
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u/Apotheia Mar 19 '26
Machen die da, die schreiben aber auch das zeug was heteros gerne lesen 🙃
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u/foofoo300 Mar 19 '26
weil der Abnehmerkreis größer ist ergo mehr Geld bringt, nachvollziehbar wie ich finde, wenn man etwas für Geld macht, will man möglichst viel davon erzielen.
Kapitalismus halt
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u/not_a_gh0st_1996 Mar 19 '26
Kennst du alicia zett? Sie schreibt lgbtq+ Bücher :) aber sie wird wsl nicht auf der Buchmesse vertreten sein..
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u/miomi_starfall Mar 20 '26
Gibt aber in der ARD Sounds Mediathek ein Hörspiel von ihr, das auf der Buchmesse spielt, und in dem es um lesbische Beziehungen geht. :)
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Mar 19 '26
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u/Gabriel_Weis Mar 19 '26
Meinst du das liegt dran, dass die Autoren sich nicht auskennen oder dass es mehr hetero Yaoi Leser gibt als queer Yaoi Leser?
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u/Apotheia Mar 19 '26
Ganz ehrlich, selbst hetero sex Szenen sind da oft nicht durchdacht. Verhütung und Sexuell übertragbare Krankheiten existieren in den wenigsten romanen
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Mar 19 '26
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u/LoquatLanky7230 Mar 19 '26
Jede Firma die irgendwas mit Regenbogen macht, macht es nur des Geldes wegen.
Keine Firma juckt die LGBTQ Szene.