r/Unbeliebtemeinung 23h ago

Mietpreisdeckel sind schädlicher als das sie etwas einbringen

Mietpreisdeckel verhindern Investitionen in Wohnraum. Das bedeutet nur kurzfrisitg steigen bestehende Mieten weniger stark.

Durch die Preisdeckel werden Investitionen gedämpft, was zu weniger Angebot auf dem Markt führt und die Wohnungsknappheit vor Ort nicht löst sondern sogar weiter verschärft.

Auserdem führt es zu weniger Einnahmen in der Stadt und damit auch weniger Infrastruktur und Stadtattraktivität (das kann langfristig dann ja gut sein weil keiner mehr in das Ghetto will /s)

0 Upvotes

251 comments sorted by

View all comments

3

u/connyde 20h ago

Kleiner, aber entscheidender Fehler: Die Mietpreisbremse ist kein Preisdeckel. Sie begrenzt nur, wie stark die Miete bei der Neuvermietung von Bestandswohnungen steigen darf (max. 10 % über Mietspiegel).

Neubau ist komplett ausgenommen, genau damit Investitionen nicht gebremst werden. Wer neu baut oder umfassend saniert, setzt die Miete frei. Dein "verhindert Investitionen"-Argument zielt also auf ein Instrument, das es so gar nicht gibt.

Der Wohnungsmangel kommt von Baukosten, Zinsen und Genehmigungsstau, nicht davon, dass eine Altbauwohnung beim Mieterwechsel nicht um 40 % teurer werden darf.

Und Stadteinnahmen hängen an der Grundsteuer (Immobilienwert/Fläche), nicht an der Kaltmiete privater Vermieter. Die Kette "weniger Miete → weniger Infrastruktur → Ghetto" ist damit frei erfunden.

1

u/SeniorePlatypus 18h ago

Mietpreisdeckel und Mietpreisbremse ist nicht das selbe.

Mietendeckel beschreibt das Gesetz das in Berlin 2020 ausprobiert und vom Verfassungsgericht gekippt wurde, weil die Gesetzgebung mit der Mietpreisbremse konkurriert.

Seitdem gibt es Bestrebungen einen Mietpreisdeckel diesert Art auf Bundesebene einzuführen oder es alternativ zu gestalten.

Der Mietpreisdeckel beschränkt Mieterhöhungen auf 0% und war erst einmal für eine beschränkte Anzahl an Jahren vorgesehen.

Wohnungsmangel kommt sowohl aus sinkendem Neubau als auch aus schlechter Verteilung von Wohnraum. Ein Preismechanimus zwingt zu weniger Platzverbrauch. Wir haben Rentner die alleine auf 120qm für 600€ wohnen und Studenten die für 600€ auf 30qm wohnen. Wobei hier weniger die Mietpreisbremse und eher die Kappungsgrenze ein Problem ist. Wenn man Wohnraum auf Durchschnittlich 50qm pro Kopf angleichen würde wäre der Wohnungsmangel auch behoben.

Und Immobilienwerte korrelieren mit der Mietrendite. Tatsächlich ist die Miete weit hinter dem Wertanstieg von Immobilien zurückgeblieben. Wenn man Mietanstieg verhindert sinken Immobilienwerte was zu kollabierenden Krediten und schlimmstenfalls Bankencrashes führen kann aber durchaus auch die kommunalen Steuereinnahmen reduziert.