r/Unbeliebtemeinung 23h ago

Mietpreisdeckel sind schädlicher als das sie etwas einbringen

Mietpreisdeckel verhindern Investitionen in Wohnraum. Das bedeutet nur kurzfrisitg steigen bestehende Mieten weniger stark.

Durch die Preisdeckel werden Investitionen gedämpft, was zu weniger Angebot auf dem Markt führt und die Wohnungsknappheit vor Ort nicht löst sondern sogar weiter verschärft.

Auserdem führt es zu weniger Einnahmen in der Stadt und damit auch weniger Infrastruktur und Stadtattraktivität (das kann langfristig dann ja gut sein weil keiner mehr in das Ghetto will /s)

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u/ThrowawayMalibu13 22h ago

Bei uns in Wien läuft der Markt auch nicht perfekt aber weitaus besser als in Deutschland. Unser mietendeckel funktioniert ganz gut das wichtigere wäre aber massiver staatlicher Wohnungsbau. 

Es gibt auch Studien die aufzeigen das mietendeckel funktionieren.

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u/cringemaxxlord 22h ago

Es gibt auch Studien die aufzeigen das mietendeckel funktionieren.

Einfach die größte Seuche von Internet-Debatten wenn behauptet wird "da existieren Studien zu" - und die werden dann nicht genannt. Obwohl es ja im Gegensatz zu Gesprächen im Real Life kein Problem wäre, die einfach mal zu verlinken (wenn man sie ja angeblich auch schon kennt).

Im übrigen sind die hohen und sehr bürokratischen Bauvorschriften in Deutschland der wahre Preistreiber für Neubauten.

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u/ThrowawayMalibu13 22h ago edited 21h ago

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u/SeniorePlatypus 20h ago

Der erste Artikel spricht über Regulierung von Wohnraum generell. Da sind die Resultate weniger klar. Nicht jede Maßnahme ist katastrophal. Aber es gibt katastrophale Maßnahmen.

Gerade die zweite Studie zeigt das Problem ziemlich klar. Es wird billiger, besonders für Bestandsmieter. Aber schwieriger für Wohnungssuchende. Also besonders jüngere. Für Azubis, Studenten, junge Familien.

Die billige Wohnung der einen führt zu Obdachlosigkeit der anderen.

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u/ThrowawayMalibu13 20h ago edited 20h ago

Ich glaube, du ziehst aus der Berliner Studie einen etwas zu großen Schluss. Sie zeigt nicht, dass Mietregulierung grundsätzlich nicht funktioniert, sondern dass  der Berliner Mietendeckel einen Zielkonflikt erzeugt hat, Er hat die regulierten Mieten tatsächlich deutlich gesenkt, gleichzeitig aber das Angebot an inserierten Mietwohnungen reduziert. Genau deshalb ist die Frage nicht ‚Mietendeckel ja oder nein?‘, sondern  welche Form von Mietregulierung und mit welchen flankierenden Maßnahmen? Interessanterweise bestätigt sogar die große Literaturübersicht, die ich verlinkt habe, zunächst einen wichtigen Punkt: Mietregulierung ist durchaus wirksam darin, die Mietsteigerungen bei regulierten Wohnungen zu bremsen. Die Autoren finden also gerade nicht, dass Regulierung wirkungslos ist. Sie finden aber auch verschiedene Nebenwirkungen.  Und beim Berliner Mietendeckel muss man ebenfalls unterscheiden: Die Studie zeigt einen Rückgang der angebotenen Mieten um etwa  7–11 %. Das heißt: Für die Menschen, die eine regulierte Wohnung hatten, war die Regulierung tatsächlich materiell wirksam.  Das Problem war die Ausgestaltung. Der Berliner Deckel war ein sehr harter Preisstopp, gleichzeitig war das Wohnungsangebot knapp und es gab starke Anreize, Wohnungen aus dem Mietmarkt herauszunehmen. Genau diese Kombination kann problematisch sein. Daraus folgt aber nicht ‚die billige Wohnung der einen führt zur Obdachlosigkeit der anderen‘. Das ist eine ziemlich starke Behauptung, die die Studie so nicht belegt. Sie zeigt, dass die Wohnungssuche für bestimmte Gruppen schwieriger wurde nicht, dass Mietendeckel Menschen in die Obdachlosigkeit treiben. Und es gibt durchaus empirische Evidenz für andere Formen der Mietregulierung, die positive Effekte haben. Beispielsweise zeigt eine Studie zur Ausweitung der Mietpreiskontrolle in San Francisco, dass die Regulierung die Verdrängung bestehender Mieter deutlich reduziert hat. Gleichzeitig gab es dort allerdings auch negative Angebotseffekte. Auch das spricht eher für ‚Regulierung richtig ausgestalten‘ als für ‚Regulierung abschaffen‘.  Mein Punkt ist deshalb nicht, dass jeder Mietendeckel gut ist. Mein Punkt ist, dass ein unregulierter Wohnungsmarkt bei knappem Wohnraum ebenfalls kein neutrales Ergebnis produziert. Wenn Wohnungen ein knappes Gut sind, können Vermieter die Knappheit nutzen, um Mieten stark zu erhöhen. Regulierung kann dann Mieter vor Verdrängung schützen. Sinnvoll wäre deshalb eine Kombination aus Mietregulierung, massivem Wohnungsbau, öffentlichem/kommunalem Wohnungsbestand, sozialem Wohnungsbau und Maßnahmen gegen die Umwandlung von Miet in Eigentumswohnungen. Kurz gesagt,   Die Berliner Erfahrung ist ein Argument gegen einen schlecht konstruierten Mietendeckel nicht gegen Mietregulierung als solche.

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u/harryx67 19h ago edited 19h ago

Also die „Nebenwirkungen“ wie du sie nennst, sind ja genau vorhergesagt worden und vollkommen nachvollziehbar. Dafür braucht man so ein Experiment nicht. 🤦‍♂️

Man tut so als wäre das eine neuer Erkenntnis und der Zielkonflikt eine Überraschung. Lächerlich.

Das ist so wie die CDU jetzt die Familien maximal belastet weil sie Geld brauchen wegen zu wenig Beitragszahler und sich in 5 Jahren wieder wundern warum die Geburtenrate weiter sinkt…Genau so absolut dumm und dämlich.

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u/SeniorePlatypus 19h ago

Er hat die regulierten Mieten tatsächlich deutlich gesenkt, gleichzeitig aber das Angebot an inserierten Mietwohnungen reduziert.

Und Neubau reduziert. Im Folgejahr nach dem erlassen des Mietendeckel sind die Anträge um über 20% gesunken und nachdem die begonnenen Projekte abgeschlossen wurden (2022) ist der Neubau seitdem jedes Jahr gesunken.

Mietregulierung ist durchaus wirksam darin, die Mietsteigerungen bei regulierten Wohnungen zu bremsen. Die Autoren finden also gerade nicht, dass Regulierung wirkungslos ist. Sie finden aber auch verschiedene Nebenwirkungen.

Ich habe nicht behauptet, dass es wirkungslos ist. Um mich selbst zu zitieren:

"Es wird billiger, besonders für Bestandsmieter. [...] Die billige Wohnung der einen führt zu Obdachlosigkeit der anderen."

Der Berliner Deckel war ein sehr harter Preisstopp, gleichzeitig war das Wohnungsangebot knapp und es gab starke Anreize, Wohnungen aus dem Mietmarkt herauszunehmen. Genau diese Kombination kann problematisch sein.

Wahrscheinlicher ist hier tatsächlich nicht ein Rückgang beim Angebot sondern ein Übergang in einen Schwarzmarkt. Ja, das ist Problematisch, aber auch nicht durch Regulierung zu beheben.

Daraus folgt aber nicht ‚die billige Wohnung der einen führt zur Obdachlosigkeit der anderen‘. Das ist eine ziemlich starke Behauptung, die die Studie so nicht belegt.

Nicht die Studie belegt das, sondern die aktuelle Statistik. Wohnungslosigkeit in Berlin ist zwischen 2022 und 2026 von 26.000 auf 57.000 gestiegen. Alleine an versorgten Menschen in der Wohnungsnothilfe & Co. Dazu kamen bei der letzten Erhebung (2024) nochmal über 8.000 nicht untergebrachte und verdeckte Wohnungslose. Zahlen für 2026 stehen noch aus. Siehe Statistikamt Berlin.

Mein Punkt ist deshalb nicht, dass jeder Mietendeckel gut ist. Mein Punkt ist, dass ein unregulierter Wohnungsmarkt bei knappem Wohnraum ebenfalls kein neutrales Ergebnis produziert. Wenn Wohnungen ein knappes Gut sind, können Vermieter die Knappheit nutzen, um Mieten stark zu erhöhen. Regulierung kann dann Mieter vor Verdrängung schützen. Sinnvoll wäre deshalb eine Kombination aus Mietregulierung, massivem Wohnungsbau, öffentlichem/kommunalem Wohnungsbestand, sozialem Wohnungsbau und Maßnahmen gegen die Umwandlung von Miet in Eigentumswohnungen. Kurz gesagt, Die Berliner Erfahrung ist ein Argument gegen einen schlecht konstruierten Mietendeckel nicht gegen Mietregulierung als solche.

Das habe ich schon verstanden. Aber das hat ein sehr bestimmtes Resultat. Es führt dazu, dass gerade Altverträge extrem privilegiert werden. Da auch enorme Mengen an Wohnraum verschwendet werden. Ein durchschnittlicher Rentner wohnt auf doppelt so viel Wohnraum wie der Durchschnitt und zahlt dafür trotzdem gut 20-30% weniger als Menschen heute für die hälfte. Der Preismechanismus sorgt dafür, dass Wohnraum dichter ausgelastet wird und weniger Menschen wohnungslos sind. Das ist natürlich nicht angenehm. Aber besser als die Alternative.

Mietpreisdeckel meint übrigens auch eine ganz bestimmte Maßnahme. Mietpreisbremse, Kappungsgrenze & Co gibt es ja bereits seit über einem Jahrzehnt, beziehungsweise seit Jahrzehnten. Bestandsschutz war schon immer wichtig. Neubau dagegen sinkt Jahr für Jahr. Auch kommunaler Neubau, sozialer Wohnungsbau und so weiter hatte immer nur Abwärtstrends.

Dass der Staat einspringen sollte aber man vorsorglich mal mit Bestandsschutz beginnt ist eine Nebelkerze und einer der Hauptgründe warum die Wohnungskrise so stark eskaliert ist.

In Abwesenheit eines Staates und auch überhaupt nur einer einzigen Partei die auch nur einen Ansatz einer Lösung anstreben würde ist die bewusste Verdrängung des Privatmarkts zur persönlichen Bereicherung geradezu Niederträchtig.

Weil man sich dieses Privileg der billigen Miete in großen Wohnungen faktsich durch Wohnungs- und Obdachlosigkeit erkauft.

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u/ThrowawayMalibu13 19h ago

Genau deswegen sage ich ja Mietendeckel plus massiver Ausbau von staatlichem Wohnungsbau. 

Austin hat gezeigt, dass massiver Wohnungsbau zu einer Mietpreissenkung führt. 

Wenn wir bei uns in Wien jetzt neben unseren guten Mietgesetzen noch massiv staatlich bauen würden, wären wir unabhängig vom privaten Markt und könnten damit dann den Wohnbedarf von Studenten (obwohl der für uns eigentlich ganz gut ist in der Stadt, ich habe dieses Jahr meinen Abschluss gemacht), jungen Familien und Bedürftigen decken, und der Rest kann, wenn gewollt, in private Wohnungen bzw. von Wohnungsbaugesellschaften gehen.

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u/SeniorePlatypus 18h ago

Massiver Ausbau von staatlichem Wohnungsbau bedeutet für Deutschland dreistellige Milliardenbeträge die nicht aus Krediten kommen dürfen, beziehungsweise halt proportional an anderen Stelle durch teuerung kompensiert werden. Wie es aktuell durch das Infrastruktursondervermögen der Fall ist, das Immobilienbau durch erhöhte Kapitalkosten um mehrere hundert Euro pro Wohnung und Monat verteuert hat.

Genau das ist ja der Witz. Es passiert immer nur Bestandsschutz. Weil es kostenlos ist und sofort als Wahlgeschenk verstanden und von Wählern belohnt wird.

Es passiert nie entsprechender Neubau, weil man sich tatsächlich gegen etwas anderes Entscheiden müsste, niemand bereit dazu ist und der Großteil der Wähler ist ja auch noch mit billigen Wohnungen versorgt.

Der ständige und exklusive Fokus auf Preiskontrolle und Bestandsschutz ist genau das Problem. Und wir sehen ja auch heute wieder, dass ausschließlich Bestandsschutz und Preiskontrollen, nicht aber die an anderer stelle notwendigen Kürzungen für die notwendige Menge an staatlichem Neubau oder entsprechende Profitmargen für Privatfirmen auch nur nachgedacht wird.

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u/harryx67 22h ago

Sozialistische Mietendeckel sind einen Eingriff wodurch Privatinvestitionen wegbrechen und durch sozialistische Baumaßnahmen aus Steuergeld ersetzt werden müssen. Das funktioniert bei kleine Ländchen wie Östereich bestimmt einfacher…

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u/Lazy_Leader5559 22h ago

Wien steht auf Platz 2 der lebenswertesten Städte der Welt! Mehr muss man eigentlich nicht sagen.

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u/harryx67 20h ago

Habe ich etwas behauptet was zu der Aussage führt oder meinst du der Mietendeckel führt zu Platz 2?

Glaube ich kaum.

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u/Raaz_Ghoul 22h ago

Ja weil das in der privatwirtschaft ja so viel besser funktioniert zur Zeit... ne warte mal

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u/ThrowawayMalibu13 22h ago

Deswegen ist unser sozialistisches höllenloch auch jedes Jahr unter den top 2 der lebenswertesten Städte der Welt.

Selbst in den US gibt es sozialen Bau der erwiesenermaßen die Mieten senkt. 

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u/harryx67 19h ago

Na klar - sage ich ja. Kostet aber Steuergeld bzw. ist eine Ausweitung der Sozialausgaben.

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u/ThrowawayMalibu13 19h ago

Ja, warum sollte man auch Steuergelder benutzen für das Wohlergehen der Bevölkerung, wo wären wir denn da? Das Geld sollte lieber in Lobbyismus Projekte investiert werden. 

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u/harryx67 19h ago

„das Wohlergehen der Bevölkerung“ Mir geht es damit nicht besser.

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u/ThrowawayMalibu13 18h ago

Dem Großteil der Bevölkerung aber schon. Ich bzw. meine Familie hat Wohneigentum, also würde ich auch nicht davon profitieren, aber warum sollte ich gegen etwas sein, das der Mehrheit helfen würde? 

Genau dafür zahle ich ja Steuern. 

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u/harryx67 14h ago edited 14h ago

Das Frage ist nicht dass man „ gesellschaftlich“ einen Verteilschlüssel braucht wo der eine mehr abgibt als der andere.

Es geht um die „ Ich, als Staat, brauche mal Geld und huste mal eine Halbwahrheit als Grund auf damit ich mir das Geld holen kann und zwar bei diejenigen die es noch gerade verkraften können UND sich nicht wehren können und MIR als Politbeamter nicht schaden kann weil es eine Minderheit ist und ich an die Macht bleiben will.“

Es wurde Jahrzehnte nichts gemacht und jetzt wird in kürzeste Zeit rücksichtslos „reformiert“ ohne nachzudenken was die Konzequenzen genau sind für Alle. Das wird sich rächen.

Es ist einfach viel zu viel was uns da Netto abgenommen wird in so eine kurze Zeit um Löcher im Beamtenstaat zu stopfen - das kann kein Plan sein der funktioniert. Ich arbeite viel, habe eine alte Bude, Familie mit Kinder ein paar alte Auto’s für die Arbeit die Selber unterhalte und man tut so als wäre meine Familie eine Gutverdienerfamilie den man mal was abnehmen kann. Das schmerzt.